Alistair Brownlee dominiert am Kitzhorn

Alistair Brownlee hat das fünfte Rennen der World Triathlon Series 2013 nicht nur gewonnen - er hat am Kitzbüheler Horn scheinbar spielerisch dominiert. Schon zu Beginn des Radkurses hatte sich der Brite deutlich abgesetzt. Mario Mola wurde Zweiter, Jonathan Brownlee sagte kurzfristig ab.

von | 6. Juli 2013 | Aus: Szene

Alistair Brownlee

Dominierte auch in Kitzbühel: Alistair Brownlee

Foto > Larry Rosa / triathlon.org

Es kann kein normales Rennen gewesen sein ... wenn professionelle Triathleten mit Chancen auf den Weltmeistertitel einen 21. Platz mit den Zuschauern so feiern, als hätten sie sich gerade zum Titelträger gekrönt. Vermutlich war es auch weniger der 21. Platz, den der Südafrikaner Richard Murray ausgelassen auf der Zielgeraden feierte, sondern eher das befreiende Gefühl, diese knapp 15 Kilometer lange Tortur endlich hinter sich zu haben.

Dreikampf erneut verschoben

750 Meter Schwimmen, 11,55 Kilometer auf dem Rad und 2,55 Laufkilometer standen für die Eliteathleten beim fünften Rennen um die World Triathlon Series in der Tiroler Ortschaft Kitzbühel auf dem Plan - und stolze 1.003 Höhenmeter, allesamt fast komplett auf den letzten neun Rennkilometern. Ein Streckenprofil, das durchaus auf den Magen schlagen kann - wenn auch Jonathan Brownlee seine Magenproblem-bedingte Rennabsage wenige Minuten vor Öffnung der Wechselzone so wohl nicht begründet wissen will. "Ich habe viel Arbeit investiert, um mich auf dieses Rennen vorzubereiten", twitterte der Brite wenige Minuten nach Bekanntwerden seines offiziellenStartverzichts frustriert. "Aber ich habe gestern den ganzen Tag im Bett gelegen und mich schlecht gefühlt."

So wurde es wieder nichts mit dem Dreikampf zwischen den Brownlee-Brüdern und Javier Gómez, die seit den Olympischen Spielen von London im August 2012 nicht wieder gemeinsam an einer Startlinie gestanden haben. Aber selbst ein Duell zwischen dem Goldmedaillen-Gewinner der Spiele, Alistair Brownlee, und dem Silbermedaillen-Gewinner Javier Gómez war es auf dem Weg ans Alpenhaus auf dem Kitzbüheler Horn nicht lange.

Brownlee setzt früh auf Angriff

Denn Brownlee setzte in dem Bergrennen früh auf Attacke. Hatte sich nach dem Schwimmen noch eine rund 14 Mann große Führungsgruppe um Brownlee und Gómez gebildet, die gemeinsam über den anfangs flachen Radkurs rollte, war es um die Harmonie sieben Kilometer vor dem zweiten Wechsel, am Fuß des Kitzbüheler Horns, geschehen. Sofort übernahm Alistair Brownlee das Kommando, dünnte die Gruppe stark aus - und setzte sich etwas mehr als einen Kilometer später sogar ab. Er wolle nicht um jeden Preis mit Alistair Brownlee mitfahren, auf keinen Fall überziehen, hatte Javier Gómez bereits im Vorfeld angekündigt - solle der ruhig seine Körner verschießen. Doch hinter der Attacke des Briten steckte mehr als nur ein Strohfeuer.

Binnen kürzester Zeit setzte Brownlee sich um zwischenzeitlich 80 Sekunden ab von der kleinen Gruppe um Gómez, der inzwischen auch von Thomas Springer (AUT), Mario Mola (ESP) und Sven Riederer (SUI) gestellt worden war, nachdem diese beim Schwimmen mit Rückstand auf die Radstrecke gewechselt waren. Nicht nur das: Sie schüttelten den Spanier sogar ab! Drei Tage nach einem Radsturz verlor Gómez weiter Zeit und Positionen und beendete das Rennen nur auf dem 13. Rang.

"Zum Glück war Jonathan nicht dabei"

Die Podestplatzierungen machten drei andere unter sich aus: Brownlee strampelte vorn einsam und nur selten einmal aus dem Sattel steigend in Richtung Wechselzone und erreichte diese letztlich mit über einer Minute Vorsprung. Auf den letzten Kilometern hatte er bereits den Energiesparmodus eingelegt. Währenddessen setzten sich in seiner Verfolgung Riederer und Mola etwas von Thomas Springer und dem jungen Südafrikaner Henri Schoeman ab. Und waren für die beiden auch auf der Laufstrecke nicht mehr zu schlagen: Mola beendete das Rennen souverän als Zweiter vor dem Schweizer Riederer. "Mit meinem sportlichen Hintergrund des Bergfahrens und -laufens war das natürlich genau das, was ich liebe. Es hat heute gereicht, einfach konstant zu bleiben", meinte der Brite später. "Zum Glück konnte Jonathan nicht starten - sonst wäre es mit Sicherheit etwas schwieriger geworden."

Als bester Deutscher erreichte in Kitzbühel nach langwierigen Verletzungsproblemen Jonathan Zipf als guter Zwölfter das Ziel, nachdem er sich nach dem Schwimmen auf dem Rad durch das Feld nach vorn gearbeitet hatte. "Das war die Hölle. Nach dem Radfahren war ich einfach nur leer, aber ich bin überglücklich", sagte Zipf. Gregor Buchholz verlor in der zweiten Disziplin dagegen etwas Zeit und beendete das Rennen auf dem 26. Platz, Steffen Justus, der kurz nach Zipf den zweiten Wechsel erreicht hatte, gab auf der Laufstrecke wegen noch immer leichter Verletzungsprobleme mit Rücksicht auf das WM-Rennen in Hamburg in zwei Wochen auf.

World Triathlon Kitzbühel | Männer

  1. Juli 2013, Kitzbühel (Österreich/Tirol)

Name Nation Gesamt 750m Swim 11,55 km Bike 2,55 km Run

1

Alistair Brownlee

GBR

55:23

8:59

35:31

9:38

2

Mario Mola

ESP

56:00

9:14

36:19

9:18

3

Sven Riederer

SUI

56:46

9:19

36:25

9:44

4

Henri Schoeman

RSA

56:49

8:51

37:07

9:35

5

Ryan Sissons

NZL

57:31

9:21

36:56

9:50

6

Richard Varga

SVK

57:37

8:50

37:39

9:52

7

Thomas Springer

AUT

57:39

9:42

36:40

10:00

8

Vincent Luis

FRA

57:41

8:54

38:03

9:32

9

Ryan Bailie

AUS

57:44

9:21

37:35

9:27

10

Jason Wilson

BER

58:00

9:19

37:36

9:46

12

Jonathan Zipf

GER

58:24

9:30

37:55

9:46

26

Gregor Buchholz

GER

1:00:08

9:36

39:33

9:44

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