Das Tri Team Hamburg setzt voll auf die Triathlon Bundesliga.

Michael Strokosch

Das Tri Team Hamburg setzt voll auf die Triathlon Bundesliga.
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Tri Team Hamburg "Athleten aus dem Umland fördern"

Kurzstrecke | 5. November 2013
Dass sich ein Verein nur deshalb gründet, um in der außerhalb der überschaubaren Triathlonwelt nicht besonders populären Triathlon Bundesliga zu starten, ist ungewöhnlich. Das neue "Tri Team Hamburg" ist genau diesen Weg gegangen. Wir haben beim PR-Mann Phillip Herber nachgefragt, warum.

Welche Idee steckt hinter Ihrem neuen Verein mit dem klaren Schwerpunkt Bundesliga?

Die Idee des Vereins ist simpel: Erfahrungsgemäß hat es sich in den letzten Jahren für den Hamburger Triathlonsport nicht ausgezahlt, in den höheren Ligen mit mehreren Breitensportvereinen gegeneinander anzutreten und zu konkurrieren. Deshalb soll das neu geschaffene Tri Team Hamburg den Leistungspool des Triathlons in Hamburg darstellen. Wir wollen ein Mit- statt ein Gegeneinander. Das Team richtet sich an "junge" Talente aus Hamburg und dem Umland und soll diesen die Möglichkeit bieten, sich im Triathlon zu etablieren und vor allem zu entwickeln.

Die Triathlon Bundesliga ist allerdings in den letzten Jahren an einem Großteil der Öffentlichkeit eher vorbei gegangen. Warum ist sie für einen Verein trotzdem interessant?

Sollte die Frage nicht lauten: Warum ist die Triathlon Bundesliga an der Öffentlichkeit vorbei gegangen? Der Hamburg Triathlon stellt Jahr für Jahr unter Beweis, dass eine gute Berichterstattung dafür sorgt, Tausende von Menschen für den Triathlon zu faszinieren. Gerade die Bundesligen 1 und 2 mit ihrem enormen Niveau und interessanten Rennformaten bieten gute Vorraussetzungen für ein medienwirksames Interesse. Außerdem bietet die Bundesliga den Athleten den Vorteil, im olympischen Radformat des nicht windschattenfreien Rennens Erfahrungen zu sammeln. Außerdem hat die Bundesliga mit deutschlandweiten Rennen das größte Potential für eventuelle Sponsoren die ja das Team finanzieren. Und als Sportler kann man nur besser werden, wenn man sich mit den Besten messen kann. Das beweisen die Brownlees und Raelerts.

Wohin kann sich die Triathlon Bundesliga also Ihrer Meinung nach entwickeln?

Zum Aushängeschild unseres Sports. Einer innovativ gestalteten Institution von der die aktiven Athleten leben und auch in Zukunft profitieren können. Wo in den 1990er Jahren der Biathlonsport stand, stehen wir heute im Triathlon. Nun gilt es die Weichen richtig zu stellen.

Ist die Bundesliga deshalb Ihr einziges Ziel oder soll es einen breitensportlich orientierten Unterbau geben?

Selbstverständlich wird es einen Unterbau in der Regionalliga geben. Nur gute Arbeit an der Basis kann den langfristigen Erfolg garantieren. Deshalb möchten wir jeden potentiellen Athleten dazu aufrufen, sich bei uns zu melden.

Was hat ein Sportler denn davon, Mitglied im Tri Team Hamburg zu sein?

Wir können kostenlose Betreuung und Trainingspläne durch einen Trainer anbieten. Ob und in welcher Form Material gestellt werden kann, ist noch in der Schwebe. Was wir neben Betreuung und Trainingszeiten noch bieten können, ist ein Team. Wenn auch der Gedanke kursiert, Triathlon sei eine Individualsportart ist für uns der Teamgedanke enorm wichtig. Wir pflegen alle ein freundschaftliches Verhältnis und denken, dass neben all den finanziellen Gedanken die soziale Komponente ein Erfolgsfaktor ist! Wer in unserem Team landet, wird Teil der "Familie".

Ist das Team streng regional aufgebaut?

Falls die Frage bedeutet, ob lediglich Sportler aus der Region aufgenommen werden, lautet die Antwort "Ja". Für uns ist das eine Möglichkeit, sich von anderen Vereinen abzuheben. So kann man auch dem Transferalarm aus dem Weg gehen. Aber vor allem gehört es zum Konzept, Athleten aus dem Umland zu fördern und nicht globale Stars einzukaufen.

Dann ist die Idee auf den Stadtstaat Hamburg begrenzt. Oder soll der Verein eine Art „Vorlage“ für andere leistungsorientierte Regionen sein?

Wir wären stolz, Vorbild für andere Regionen wie den Ruhrpott oder dergleichen zu sein.