Schafft Nachwuchshoffnung Tim Meyer den Sprung unter die Triathlonprofis?

Gerhard Herrera

Tim Meyer
Bilder 1/1

Tim Meyer Auf dem Sprung zum Profi?

Kurzstrecke | 29. November 2012
Beim Laguna Phuket Triathlon überraschte Tim Meyer die Weltspitze. Das hochklassig besetzte Rennen beendete der 22-Jährige auf Rang zwei und ließ dabei Langdistanzgrößen wie Chris McCormack und Chris Lieto hinter sich. Wo es den Nachwuchstriathleten aus dem Siegerland in Zukunft hinzieht, verrät er im tri-mag-Interview.

Tim Meyer, Sie haben am vergangenen Wochenende mit einem zweiten Platz beim hochkarätig besetzten Laguna Phuket Triathlon für Aufsehen gesorgt.

Ja, das Rennen lief nahezu perfekt für mich. Ich hatte ein für mich sehr gutes Schwimmen und kam nur knapp eine Minute hinter den Ersten aus dem Wasser. Auf dem Rad habe ich dann sofort alles versucht, um nach vorn zu fahren. Das ist mir auch gelungen, da hat sich das gute Training vorher im „Thanyapura Sport & Leisure Club“ ausgezahlt. Mir liegt die Strecke in Phuket und ich komme sehr gut mit der Hitze zurecht, auf dem Rad und beim Laufen. Ruedi Wild und ich haben beim Laufen schon früh die Führung übernommen, leider musste ich ihn aber dann ziehen lassen. Trotzdem: Ich bin super zufrieden mit meinem Rennen und über den zweiten Platz. Das Rennen in Phuket ist fantastisch, super organisiert und die Atmosphäre ist einfach klasse.

Neben Phuket konnten Sie 2012 auch beim Mittelmosel Triathlon überzeugen, wo Sie Faris Al-Sultan hinter sich gelassen haben. Möchten Sie 2013 Triathlonprofi werden?

Wir haben ein Sportgeschäft, und mein Vater ist selbst begeisterter Triathlet mit einer Ironmanbestzeit von 8:55 Stunden. Er versteht es also, wenn ich in der Mittagspause auch mal etwas länger trainieren gehe. Aber so wie es momentan ist, ist es wirklich toll. Mal sehen, wie die nächste Saison läuft und dann lass ich es auf mich zukommen. Wenn es mit dem Profitum klappt, wäre das natürlich super.

Ihr Steckenpferd ist das Laufen. Allerdings hatten Sie in der Vergangenheit oft mit Verletzungen zu kämpfen. Haben Sie eine Idee, woran das liegt?

Ja, das mit dem Steckenpferd stimmt, obwohl ich nicht vom Laufen komme. Ich habe erst mit 17 Jahren mit Triathlon angefangen und habe es mit dem Training übertrieben: Zu hohe Umfänge am Anfang. Dadurch wurde mein Knie in Mitleidenschaft gezogen und ich musste 2011 fast komplett pausieren. Als ich dann gemerkt habe, dass die Bestzeiten auch mit weniger Laufkilometern pro Woche besser wurden, habe ich gezielter und vorsichtiger trainiert. Seitdem betreut mich auch Benjamin Herrera aus Köln. Ich denke, ich brauche einfach jemanden, der mich auch mal stoppt, wenn ich zu viel machen. Ich halte mich jetzt an feste Trainingspläne und das funktioniert ganz gut. Benjamin ist aber nicht nur ein super Trainer, wir verstehen uns auch außerhalb des Sports sehr gut.

Sie lassen sich aber auch von Jürgen Zäck beraten. Was kann der Altmeister Ihnen mit auf den Weg geben?

Ich kenne Jürgen schon einige Jahre. Und ich komme super mit ihm aus. Da das Schwimmen so gar nicht mein Ding war, hat er gleich am Anfang meiner Triathlonkarriere mit mir gezielt technisches Schwimmen trainiert. So konnte ich mich bis heute im Wasser enorm steigern. Es wäre schön, wenn man ihn auch nochmal bei Wettkämpfen sehen würde. Denn hier in Phuket, wo er das Trainingscamp leitet, macht er einen sehr fitten Eindruck.

Was steht denn bei Ihnen selbst auf dem Rennkalender?

Jetzt steht erst einmal der Ironman 70.3 in Phuket auf dem Plan, wo ich als Agegrouper an den Start gehe. Leider habe ich dieses Jahr noch keine DTU-Profilizenz. Danach ist erst einmal Saisonpause. Und dann hoffe ich auf eine verletzungsfreie Saison 2013 mit diversen Starts auf der Mitteldistanz.

Aktuelle Ausgaben