WM-Serie Hamburg Aufbauhilfe Emma

Kurzstrecke | 17. Juli 2011
Emma, Emma, Emma - nach Brad Kahlefeldts Triumph am Vortag haben die Australierinnen Moffatt, Jackson und Snowsill einen Dreifach-Sieg gefeiert. Das Loch, das Findlay, Jenkins und Co. hinterließen, konnten die Konkurrentinnen nicht schließen.
Für das australische Emma-Trio war die Saison bisher überhaupt nicht nach Plan gelaufen: Weltmeisterin Emma Moffatt hatte in den beiden ersten Rennen der diesjährigen WM-Serie in der Laufentscheidung jeweils die Top-Ten verpasst und sich in Kitzbühel zwar verbessert präsentiert, es aber auch dort nicht aufs Podium geschafft. Olympiasiegerin Emma Snowsill war in keinem Rennen in die erste Radgruppe gekommen und hatte, wenn überhaupt, dann jeweils weit abgeschlagen das Ziel erreicht. Und für Nachwuchshoffnung Emma Jackson hatte es bei ihrem einzigen Serienauftritt bei ihrem Heimrennen in Sydney nur zum 24. Platz gereicht.

Australierinnen bestimmen das Geschehen

Es war also dringend Aufbauhilfe nötig für das kriselnde australische Team. Die Konkurrenz tat den Australierinnen den Gefallen und spielte mit: Ohne die starken Schwimmerinnen Laura Bennett, Sarah Haskins (beide USA) und die Britin Helen Jenkins, die sonst in der ersten Disziplin für das Tempo sorgen, das Rennen in der Vorbereitung auf die Olympiaqualifikation in London aber ausließen, schaffte es Snowsill im vorderen Feld der Spitzengruppe aus dem Wasser. Und auch auf der Radstrecke waren es Bennett, Haskins und Jenkins, die fehlten: Die Schweizerin Nicola Spirig, sonst eine der stärksten Athletinnen auf dem Rad, konnte oder wollte die Lücke, die die drei Ausnahmeradfahrerinnen gerissen hatten, im ersten WM-Rennen nach ihrem Ermüdungsbruch im Schienbein noch nicht schließen. So war es die Australierin Densham, die in der Hamburger Innenstadt das Tempo machte - nicht so langsam, dass es zu ernsthaften Fluchtversuchen kommen könnte. Aber auch nicht so schnell, dass eine Athletin - wie Snowsill, die schlecht gewechselt hatte - ernsthaft Probleme bekam, den Anschluss zu halten.
Also startete die große Spitzengruppe geschlossen auf die Laufstrecke - wo sofort die Australierinnen das Heft in die Hand nahmen. Wieder spannte sich Densham an die Spitze und sorgte gemeinsam mit Emma Moffatt und Junioren-Weltmeisterin Emma Jackson für das Tempo. Auch Olympiasiegerin Snowsill, die den Wechsel im hinteren Teil der Gruppe erreicht und einige Sekunden verloren hatte, stieß nach wenigen Kilometern wieder zur Gruppe.

Keine Gegenwehr

Und ohne Überfliegerin Paula Findlay, ohne die stark in die Saison gestartete Helen Jenkins und ohne Europameisterin Emmie Charayron (FRA), die nach dem Schwimmen eine Zeitstrafe erhielt und die große Radgruppe verpasste, erfuhren die Damen aus Down-Under auch dort wenig Gegenwehr: Lediglich Andrea Hewitt (NZL) und Barbara Riveros Diaz (CHI) schafften es, den Anschluss an das Emma-Trio an der Spitze zu halten, als Densham abgefallen war - und auch die nicht bis zum Schluss: Nach vier Kilometern schüttelte Snowsill mit einer ersten Attacke die Chilenin Riveros Diaz ab. Zwei Kilometer später attackierte dann Emma Moffatt, die sich gemeinsam mit Snowsill in Saarbrücken auf das Rennen vorbereitet hatte. Mit Erfolg: Moffatt löste sich zwar nur wenige Meter von Snowsill und Jackson - doch weit genug, um schon vor der Ziellinie ihren ersten großen Saisonsieg zu feiern. Ihre Namensvetterinnen Jackson und Snowsill schüttelten noch Hewitt ab, Jackson setzte sich im Sprint um Platz zwei im Fotofinish vor Snowsill durch.
Die deutsche Farben hielt erneut einzig Svenja Bazlen als Zehnte hoch. "Das Ergebnis gibt mir Selbstvertrauen. Ich muss allerdings noch ein bisschen an meiner Laufform arbeiten", sagte Bazlen nach dem Rennen mit Blick auf die Olympiaqualifikation in London. Kathrin Müller, neben Bazlen in dieser Saison die stärkste DTU-Athletin, erwischte einen schlechten Tag und fiel beim Laufen weit zurück. Nachwuchsathletin Sarah Fladung erreichte in ihrem zweiten WM-Auftritt erneut den 30. Platz, Anne Haug verlor wieder beim Schwimmen den Anschluss und musste sich als Einzelkämpferin in die zweite, knapp 20 Athletinnen umfassende Radgruppe um die junge Französin Charayron vorarbeiten. Mit der zweitbesten Laufzeit unter den DTU-Athletinnen machte sie aber noch einige Plätze gut und wurde 33.
Dextro Energy Triathlon ITU World Championship Hamburg
17. Juli 2011, Hamburg
1,5 km Swim40 km Bike10 km RunGesamt
1Emma MoffattAUS18:581:00:1033:181:53:37
2Emma JacksonAUS18:581:00:1933:161:53:44
3Emma SnowsillAUS18:351:00:1933:161:53:44
4Andrea HewittNZL19:031:00:0833:401:54:32
5Barbara Riveros DiazCHI18:391:00:3734:131:54:32
6Ainhoa MuruaESP18:521:00:1634:151:54:33
7Erin DenshamAUS18:391:00:3534:241:54:43
8Danne BoterenbroodNED18:511:00:2434:281:54:49
9Jodie StimpsonGBR18:531:00:1634:291:54:50
10Svenja BazlenGER18:551:00:1234:291:54:52
12Nicola SpirigSUI18:371:00:3534:461:55:06