Andreas Böcherer

Sina Horsthemke / spomedis

Andreas Böcherer
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Ironman Südafrika Böcherer bläst zum Angriff

Kurzstrecke | 18. April 2012
Mit breiter Brust geht Andreas Böcherer am Wochenende auf die Jagd nach dem ersten Ironmantitel seiner Karriere. In Südafrika trifft der Ironman-70.3-Europameister und Vorjahreszweite unter anderem auf die "Local Heroes" Raynard Tissink und James Cunnama sowie Regensburg-Sieger Markus Fachbach und den Hawaii-Sechsten Mike Aigroz aus der Schweiz.
An Selbstbewusstsein mangelt es Andreas Böcherer wenige Tage vor seinem zweiten Saison-Highlight nicht. "Ich denke, dass ich das Rennen in allen drei Disziplinen entscheiden kann. Je früher, desto besser", erklärte der 29-Jährige kurz vor dem Abflug Richtung Port Elizabeth gegenüber tri-mag.de und schickte gleich eine Kampfansage an die Konkurrenz hinterher. Er werde von Anfang an hellwach sein und sofort attackieren, sollte einer der Mitfavoriten eine Schwäche zeigen. Damit meint er vor allem den Schweizer Mike Aigroz, der beim Ironman Hawaii im vergangenen Oktober sogar noch zwei Plätze vor dem Freiburger das Ziel auf dem Alii Drive erreichte. Angst dürfte Böcherer vor dem Eidgenossen dennoch nicht haben. Bei den Ironman-70.3-Europameisterschaften in Wiesbaden hatte er im Ziel schon die ersten Interviews gegeben, als Aigroz als Sechster einlief. "Aigroz will sicher beweisen, dass das Hawaii-Ergebnis keine Eintagsfliege war", glaubt Böcherer, der sich auch auf eine reine Laufentscheidung gut vorbereitet fühlt. Da habe er sich weiter stark verbessert.

"Ich will gewinnen und alle wissen es"

Dreifachsieger und Titelverteidiger Raynard Tissink hat zwar kurzfristig für das Rennen am Sonntag gemeldet. Nach seinem kräftezehrenden Mountainbike-Abenteuer beim Cape Epic dürfte der Start des Lokalmatadoren aber nicht viel mehr als eine sympathische Geste an die Zuschauer sein. Als Zweiter von 2011 schlüpft also Böcherer in die Favoritenrolle - und fühlt sich darin gar nicht unwohl. "Ich will gewinnen und alle wissen es. Nun bin ich gespannt, wie sich das auf den Rennverlauf und die Taktik der anderen Athleten auswirkt", so der amtierende Ironman-70.3-Europameister. Im Gegensatz zum Saisonstart in Abu Dhabi habe er sich darauf eingestellt, dass ihn seine Gegner mehr im Auge haben als früher. "Deshalb werde ich nicht so viel denken und mich wie in Kona auf das Rennen im Sinne von Schwimmen, Radfahren und Laufen konzentrieren." Zu Böcherers Gegnern gehören beim einzigen Ironman Afrikas neben Aigroz und dem mehrfachen Ostseeman-Sieger Joseph Spindler auch Tissinks laufstarker Landsmann James Cunnama und Markus Fachbach. Acht Monate nach seinem Sieg beim Ironman Regensburg will auch er in Südafrika seine ersten Punkte auf dem Weg zum Ironman Hawaii 2012 einsammeln.

Triathlon-Generationen

Im Rennen der Frauen kommt es zu einem Kampf der Generationen. Bei ihrem fünften Start in Port Elizabeth (bisherige Bilanz: drei Siege, ein DNF) trifft die 45-jährige Schweizerin Natascha Badmann unter anderem auf die fast 20 Jahre jüngere Diana Riesler (Merseburg), die Britin Jodie Swallow und die Baskin Virginia Berasategui. Der Papierform nach geht Riesler, 2011 hinter Chrissie Wellington und Rachel Joyce Dritte, wie Böcherer als Favoritin auf die 226 Kilometer. Doch mit Swallow könnte ihr dieses Mal eine andere Britin den ersten Ironmansieg wegschnappen.