Brownlee-Brüder dominieren - Buchholz sprintet auf das Podest

Jonathan Brownlee hat das letzte WM-Rennen in Stockholm genutzt, um näher an seinen spanischen Konkurrenten Javier Gómez heranzurücken. Auf dem letzten Kilometern besiegte Brownlee nach einer Zwei-Mann-Flucht seinen Bruder Alistair. Der Deutsche Gregor Buchholz sprintete hinter den Brownlee-Brüdern auf den starken dritten Rang.

Von > | 23. August 2014 | Aus: SZENE

Stockholm2014 | Das Podest der Männer beim WM-Rennen in Stockholm

Das Podest der Männer beim WM-Rennen in Stockholm

Foto >Janos Schmidt / triathlon.org

Das Bild war zumindest den Konkurrenten aus dem Commonwealth of Nations bereits bekannt: Vorne zwei Brownlees auf dem Rad - und dann lange Zeit nichts. So hatten Alistair und Jonathan Brownlee bereits die Commonwealth Games vor wenigen Wochen dominiert und überlegen vor Richard Murray (RSA) gewonnen. Und genau so ging das Duo auch das letzte Sprintrennen in der World Triathlon Series vor dem Grand Final in Edmonton kommende Woche an.

Gómez verliert beim Schwimmen den Anschluss

Dabei spielte den Brüdern sowohl der bergige Stockholmer Kurs in die Karten, als auch das verregnete und kühle Wetter - und vor allem die Tatsache, dass einer ihrer Hauptkonkurrenten einen schwarzen Tag erwischte: Schon beim Schwimmen verlor Javier Gómez in Stockholm mit etwas mehr als 20 Sekunden überraschend viel Zeit auf die Spitzenschwimmer um die Brownlee-Brüder und deren Trainingskollegen Richard Varga (SVK), stieg sogar noch wenige Sekunden hinter seinem Landsmann Mario Mola aus dem Wasser - und nur knapp vor Gregor Buchholz, der in der Auftaktdisziplin erneut eine ansteigende Formkurve bewies. Diese Ausgangssituation wollten die Brownlees, ähnlich wie bei den Commonwealth Games, sofort nutzen: Gemeinsam mit Varga bildeten sie eine Dreiergruppe an der Spitze, bis Varga auf den nassen Straßen wegrutschte und den Anschluss an seine beiden britischen Trainingspartner verlor. Also drückten die in der Folge auf dem kupierten Kurs einfach zu zweit weiter auf das Tempo.

Dabei lösten sie sich auf den beiden ersten von fünf zu absolvierenden Runden zunächst nur langsam: Etwas mehr als zehn Sekunden betrug ihr Vorsprung nach der ersten Runde auf eine 22 Mann große Verfolgergruppe um Mola und Gómez, in der sich allerdings keiner der beiden Spanier um das Tempo bemüht machte. Nur zehn weitere Sekunden dahinter wiederum führte Gregor Buchholz eine weitere, kleinere Verfolgergruppe mit Richard Murray und Joao Pereira (POR) an - und schloss gemeinsam mit diesen beiden starken Läufern binnen der zweiten Radrunde zur großen Verfolgergruppe auf, in der nun alle Favoriten mit Ausnahme der Gebrüder Brownlee fuhren.

Gregor Buchholz gewinnt den Sprint um das Podest

Die nämlich blieben konsequent auf dem Gaspedal und lösten sich nach zwei gefahrenen Runden immer deutlicher: Bis auf 60 Sekunden bauten sie ihren Vorsprung auf die Verfolger letztlich aus und konnten den Sieg auf der Laufstrecke so unter sich ausmachen. Und anders als bei den Commonwealth Games wollte Jonathan Brownlee seinem Bruder Alistair diesmal Gegenwehr bieten: Er wechselte schneller als sein älterer Bruder auf die Laufstrecke, auf der Alistair erst einmal 500 Meter brauchte, um die rund dreisekündige Lücke zu seinem Bruder wieder zu schließen. Und der war es auch, der in der Folge immer wieder das Tempo hoch hielt und verschärfte - und der sich in einer Linkskurve, rund 500 Meter vor dem Ziel, entscheidend löste: Nach einem kurzen Antritt seines Bruders resignierte Alistair, vergewisserte sich mit einem Schulterblick seines sicheren zweiten Platzes und überließ den Sieg ohne weitere Gegenwehr seinem Bruder, der in der Gesamtwertung vor dem Finale so bis auf 282 Punkte an Javier Gómez heranrückt. Der Galizier gab das Rennen nach einer Laufrunde abgeschlagen auf.

Hinter den Brownlees aber entwickelte sich ein verbissener Kampf bis auf den letzten Meter: Zunächst war es eine Dreiergruppe aus Anthony Pujades (FRA), Richard Murray und Gregor Buchholz, die den dritten Platz unter sich auszumachen schien - dann aber stieß nach drei Kilometern mit einem schnellen Zwischenspurt der Portugiese Pereira und anschließend auch Mario Mola noch zu dieser Gruppe, in der nun fünf Athleten um den letzten verbliebenen Podestplatz liefen. Trotzdem behielt Buchholz die Nerven. "Ich habe mich den ganzen Tag über sehr stark gefühlt", erklärte der Deutsche später, "beim Laufen habe ich einfach Richard Murray arbeiten lassen und versucht, hinter ihm ein paar Körner zu sparen", meinte er. "Ich wusste um meine Sprintfähigkeit." Und dieses Wissen und das gute Gefühl täuschten nicht: Kurz, nachdem der Portugiese Pereira in der letzten Kurve in einen steilen Anstieg zum Ziel hinein den Sprint eröffnete, konterte der Deutsche, schob sich an seinen Konkurrenten vorbei und stürmte zum ersten Mal in seinem Leben auf das Podest eines WM-Rennens, was Buchholz in der Gesamtwertung nun auf den guten neunten Rang spülte. Der zweite Deutsche, Franz Löschke, verlor beim Schwimmen etwas mehr Zeit als sein Teamkollege und lief aus einer Verfolgergruppe heraus auf den 38. Platz.

ITU World Triathlon Stockholm

  1. August 2014, Stockholm (Schweden)

Name

Nation

Gesamt

750 m Swim

20 km Bike

5 km Run

1

Jonathan Brownlee

GBR

57:31

9:08

32:14

14:23

2

Alistair Brownlee

GBR

57:37

9:03

32:15

14:26

3

Gregor Buchholz

GER

58:27

9:29

32:45

14:21

4

Mario Mola

ESP

58:28

9:16

33:01

14:19

5

Richard Murray

RSA

58:28

9:40

32:38

14:23

6

Joao Pereira

POR

58:30

9:27

32:52

14:23

7

Anthony Pujades

FRA

58:35

9:10

33:04

14:30

8

Vincent Luis

FRA

58:43

9:14

33:05

14:34

9

Pierre Le Corre

FRA

58:45

9:10

33:04

14:40

10

Alessandro Fabian

ITA

58:59

9:09

33:03

14:55

38

Franz Löschke

GER

1:00:27

9:45

33:47

15:06

Swipe me