Talentshow in Auckland DTU-Youngster im Kampf um WM-Medaillen

Kurzstrecke | 18. Oktober 2012
Selten zuvor waren Weltmeisterschafts-Rennen des Triathlon-Nachwuchses so hochkarätig besetzt wie in diesem Jahr. Auch der U23-Weltmeister von 2009, Franz Löschke, misst sich ein letztes Mal nur mit Gleichaltrigen - sieht sich aber selbst nicht in der Rolle des Favoriten.
Die einen haben ihr Talent auf der großen WM-Bühne schon eindrucksvoll bewiesen, andere haben es bei internationalen Einsätzen zumindest angedeutet, wieder andere sind noch völlig unbekannt - aber wenn es um Titel und Medaillen geht, plötzlich da. Wenn der Triathlon-Weltverband ITU in den Tagen des Grand Finals der World Triathlon Series zu den Junioren- und U23-Weltmeisterschaften ruft, sind Überraschungen vorprogrammiert.

"Top oder Flop"

"Ich sehe mich hier nicht als Favoriten", ist Franz Löschke, U23-Weltmeister von 2009, vor dem Start der U23-WM am Samstag (4:15 Uhr MESZ) vielleicht auch deshalb mit seinen Ambitionen vorsichtig. Gemeinsam unter anderem mit seinem Teamkollegen Gregor Buchholz, der im Eliterennen startet, hat er sich in den vergangenen Wochen in Auckland auf das Saisonfinale vorbereitet. "Wir mussten fast ausschließlich auf der Straße laufen, mit dem Rad immer erst 13 Kilometer durch die Stadt fahren, bevor wir einigermaßen ruhig trainieren konnten. Trotzdem haben wir unser Training fokussiert durchgezogen", sagt Löschke, der sein letztes U23-Jahr am liebsten "mit einem schönen Ergebnis abrunden" würde. Doch die Konkurrenz des 23-Jährigen hat es in sich: Der Spanier Fernando Alarza, Vierter des Serienrennens in Stockholm, Davide Uccellari (ITA), Aaron Royle (AUS) und die Schweizer Florin und Andrea Salvisberg haben, wie Löschke, allesamt bereits Erfahrungen in der WM-Serie gesammelt. Auch die Briten Matthew Sharp (U23-Weltmeister 2011) und Thomas Bishop (Dritter 2011), Igor Polyanskiy (RUS) und Anthony Pujades (FRA) konnten international bereits auf sich aufmerksam machen. "Dazu kommt bestimmt noch der eine oder andere Unbekannte", vermutet Löschke. "Je nach Renngestaltung kann es für mich top, aber auch flop werden", meint er. Entscheidend beeinflussen könnte den Rennverlauf der starke Radfahrer Joshua Amberger (AUS), der bei der 5150-Premiere im Sommer in Berlin Zweiter wurde.
Neben Löschke werden auch der Zweite der Junioren-WM des vergangenen Jahres, Justus Nieschlag, und der starke Schwimmer Stefan Zachäus, für den es noch um einen Platz im DTU-Kader 2013 geht, im U23-Rennen für Deutschland an den Start gehen. Im Rennen der Junioren (Start: Sonntag, 5.00 Uhr MESZ) muss sich der Essener Renning Elischer für die DTU dagegen als Einzelkämpfer gegen 66 Konkurrenten erwehren.

Schmale DTU-Aufgebote

Eine klassische Talentshow wird das Rennen der Juniorinnen, das am Sonntag (0:00 Uhr) beginnt. Die einzigen deutschen Starterinnen sind die 19-jährige Suse Werner, Sechste der  Junioren-EM von 2012, und die sogar erst 17-jährige  Sarah Wilm, die im selben Rennen überraschend die Bronzemedaille gewann. Für die beiden Teenager ist es in einem Feld von 49 Athletinnen ohne große internationale Erfahrungen erst der vierte Einsatz bei einem Einzelrennen auf ITU-Ebene. Überraschungen sind also nicht ausgeschlossen.
Dagegen tummeln sich, ähnlich wie bei den jungen Männern auch bei den Unter-23-jährigen Damen (Start: Freitag, 22:15 Uhr) einige Athletinnen, die international bereits Erfolge einfahren konnten. Topfavoritin auf den Titel ist die Niederländerin Maaike Caelers, die in den WM-Serienrennen in Yokohama und Stockholm jeweils auf das Podest lief. Aber auch Non Stanford (GBR) und Emmie Charayron (FRA) waren in der Eliteklasse schon erfolgreich. Sarissa de Vries (NED), Caroline Routier (ESP), Schwimmspezialistin Lucy Hall (GBR), die Schweizerin Celine Schärer, Rebecca Kingsford (NZL), Claudia Rivas (MEX), Natalie van Coevorden, Ashlee Bailie (beide AUS) und Mariya Shorets (RUS) sammelten immerhin schon Erfahrungen in gut besetzten ITU-Rennen. Für Hanna Philippin, die einzige DTU-Starterin, dürfte es in ihrem ersten U23-Jahr schwer werden, an das WM-Vorjahresergebnis anzuknüpfen. Denn im Regen von Peking sprintete Philippin in der Juniorinnen-Klasse zu Bronze.