"Top-Team" Frodeno, Justus und Petzold dabei

Kurzstrecke | 20. Januar 2011
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat Jan Frodeno, Steffen Justus und Maik Petzold in sein "Olympia-Top-Team 2012" berufen. Den drei deutschen Spitzenathleten winken finanzielle Vorteile - die Qualifikation für die Spiele 2012 haben sie aber noch nicht sicher.
Sieben Monate bevor die deutschen Triathleten ihr erstes Qualifikationsrennen für die Olympischen Spiele 2012 in London bestreiten, hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bekannt gegeben, welche Sportler in diesem Jahr zum "DOSB-Olympia-Top-Team 2012" gehören. In die Auswahl der 152 aussichtsreichsten Anwärter auf Medaillen haben es dabei gleich drei Triathleten geschafft: Neben Olympiasieger Jan Frodeno und Vizeweltmeister Steffen Justus gehört für den DOSB auch der Weltmeisterschafts-Dritte des Jahres 2009, Maik Petzold, zu den Medaillenfavoriten.

Finanziell lukrativ

Dabei ist Petzold der einzige nominierte Triathlet, der es nicht in den "Asics-DTU-Elite-Kader" des Nationalteams geschafft hat. "Doch weil ich mich nach meiner Verletzung so stark zurückgekämpft habe, hat sich der DOSB entschieden, mich in die Auswahl aufzunehmen", erklärte Petzold gegenüber tri-mag.de. Der 32-Jährige haderte im vergangenen Jahr lange mit einem Knochenödem, gab erst beim WM-Serien-Rennen in Hamburg Mitte Juli seinen Saisoneinstand und schaffte es in Kitzbühel (Platz fünf) und beim WM-Finale in Budapest (Platz sieben) bereits wieder in die Top Ten.
Profitieren werden Petzold und seine Kollegen vor allem in finanzieller Hinsicht. "Die Athleten im Top-Team sollen die besten, individuell zugeschnittenen Bedingungen haben, um sich optimal auf die Sommerspiele vorbereiten zu können und unseren Platz unter den besten Sportnationen der Welt zu verteidigen", erklärt DOSB-Präsident Thomas Bach. Daher erhalten die nominierten Athleten ein zusätzliches Fixgehalt pro Monat sowie projektgebundene Zuschüsse. "Wenn ich nun zum Beispiel in ein Trainingslager fahre oder mir ein Radergometer kaufen will, das ich mir sonst nicht leisten würde, kann es sein, dass der DOSB mir unter die Arme greift", erklärt Petzold. Das brächte einige angenehme Vorteile mit sich, "die ich im Kampf um die Olympiaqualifikation und die Medaillen auch nutzen möchte".

Solidarisch mit der "Osaka-Rule"

Neben den Namen der Top-Team-Mitglieder veröffentlichte der DOSB aber auch die Nominierungsgrundsätze für die Olympischen Spiele 2012 - und zeigte sich solidarisch mit der in einigen Ländern umstrittenen "Osaka-Rule" des IOC. Demnach dürfen Athleten, die seit den Spielen 2008 eine Dopingsperre von sechs oder mehr Monaten verbüßt haben, nicht mehr an den Olympischen Spielen teilnehmen. Außerdem müssen alle Betreuer, die der DOSB nominiert, eine Ehren- und Verpflichtungserklärung unterzeichnen. Zusätzlich will der DOSB alle Betreuer hinsichtlich ihrer möglichen Funktion bei oder Zusammenarbeit mit dem Staatssicherheitsdienst (Stasi) der DDR überprüfen.