Duell in San Diego: Javier Gómez gegen Olympiasieger Alistair Brownlee

Frank Wechsel / spomedis

Olympia-Triathlon Männer 2012
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WM-Serie in San Diego Gómez gegen Brownlee, DTU-Team optimistisch

Kurzstrecke | 18. April 2013
Nach dem Warmlaufen in Auckland will sich Javier Gómez in San Diego auf dem Weg zum WM-Titel den älteren der beiden Brownlee-Brüder vorknöpfen. Das DTU-Team um Jan Frodeno und Steffen Justus hofft auf mehr Fortune als bei dem mageren WM-Auftakt vor zwei Wochen.
Es hatte noch etwas von "World Triathlon Series light", als Javier Gómez vor zwei Wochen den Serien-Auftakt in Auckland gewann: Ein dünnes Startfeld von nur rund 30 Athleten, wenige wirkliche Favoriten auf den WM-Titel - nur Gómez' Landsmann Mario Mola konnte den Spanier in Neuseeland ernsthaft fordern. Das dürfte sich beim zweiten Serienrennen des Jahres ändern.

Brownlee: San Diego wider Willen

Denn zwar muss Vorjahressieger und Weltmeister Jonathan Brownlee den Wettkampf in San Diego wegen einer Fußverletzung, von der sich der Brite nicht schnell genug erholen konnte, absagen. Ansonsten fehlt aber keiner der Athleten, den man vor Saisonbeginn für eine mögliche Podestplatzierung auf der Rechnung haben konnte: Nicht nur Gómez, Mola und der Portugiese Silva sowie der Franzose Vidal, Dritte und Vierte in Auckland, sondern auch der in Neuseeland noch ausgestiegene Russe Alexander Bryukhankov und sein Landsmann Dmitry Polyanskiy haben die Reise von Auckland nach San Diego angetreten - und treffen dort auf die übrige Weltelite, die es mit dem Saisonstart nicht ganz so eilig hatte. Der Schweizer Sven Riederer, der allerdings krankheitsbedingt eine teilweise holprige Vorbereitung hinter sich hat, Molas Trainingskollege und Hamburg-Sieger Richard Murray (RSA) und den guten Läufer Fernando Alarza (ESP) zieht es ebenfalls nach Kalifornien. Und Alistair Brownlee.
Der Brite zeigte sich in Interviews zwar wenig begeistert über die Aussicht, sich nach seinem Sieg über die kürzere Distanz beim Abu Dhabi International Triathlon schon so früh auf Punktejagd machen zu müssen - doch will er dem stark in die Saison gestarteten Galizier Gómez in der "Wiege des Triathlons" Paroli bieten und den Titel in der Familie halten, bleibt dem älteren der beiden Brownlee-Brüder kaum etwas anderes übrig. Genau das sorgt im DTU-Team für gemischte Gefühle.

Fehlende Tagesform, kein Glück

War es in Auckland noch Jan Frodeno, der das Geschehen auf der Radstrecke dominierte, dürfte es schon in San Diego erneut Brownlee sein, der sich an die Seite von Javier Gómez und Frodeno gesellt und dem Rennen seinen Stempel mit aufdrückt - und damit auch dafür sorgt, dass Verfolgergruppen das Leben schwer haben werden. Vor allem Mola, Murray und Alarza, die zwar schnelle Läufer, aber noch keine konstanten Schwimmer sind, kommt das ungelegen, aber auch die anderen Deutschen sind noch ungewiss, was sie in San Diego, wo nicht vom Pontoon, sondern vom Sandstrand aus gestartet wird, erwartet.
Franz Löschke beispielsweise schaffte in Auckland zwar einen 13. Platz, mit dem der Potsdamer als einziger Deutscher "hochzufrieden" war und hielt dabei auch schon beim Schwimmen den Anschluss. "Doch zum einen war das in Auckland ohne Neoprenanzug, zum anderen war das Feld sehr klein", war Löschke gegenüber tri-mag.de eher vorsichtig. In San Diego stehen bereits 55 Athleten am Start - fast doppelt so viele wie noch vor zwei Wochen, die Situation beim Schwimmen wird somit eine gänzlich andere. "Andererseits haben wir das Rennen mit der härtesten Strecke nun hinter uns. Ab jetzt geht es aufwärts", so der U23-Weltmeister von 2009.

"Das Tempotraining lief schon viel besser"

Das ist auch notwendig, damit das DTU-Team, das den Wettkampf in Yokohama in drei Wochen geschlossen ausfallen lassen wird und sich stattdessen gezielt auf die Europarennen vorbereitet, nicht schon früh sämtliche Chancen in der Serienwertung verspielt. Vor allem Steffen Justus, der am Montag seinen 31. Geburtstag feierte, steht nach einem schwarzen Tag beim Auftaktrennen schon unter Zugzwang. Aber auch das zweite DTU-Geburtstagskind dieser Woche, Gregor Buchholz, (15. in Auckland) und vor allem Sebastian Rank als 28. hatten sich in Auckland mehr ausgerechnet. Die Zeichen dafür, dass es aufwärts geht, scheinen gut: "Das letzte Tempotraining vor San Diego lief schon viel besser als vor Auckland", twitterte Buchholz am Mittwoch, und auch Justus schrieb von "einem sehr viel besseren Gefühl in den Beinen". Frodeno dagegen berichtete schon nach seinem neunten Rang von "guten Beinen", die nach dem Platten und dem großen Kraftaufwand auf dem Rad dann eben nur bereits leer gewesen seien. Etwas mehr Glück könnte den Deutschen in den USA (Start Sonntag, 01:00 Uhr MESZ) bereits deutlich weiter nach vorn spülen.

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