WM-Serie Gomez zermürbt die Brownlees

Kurzstrecke | 25. Juli 2010
Die Sensation ist perfekt: Im fünften Rennen der WM-Serie hat der Spanier Javier Gomez den britischen Überflieger Alistair Brownlee geknackt. Jan Frodeno baute mit Platz drei in London seine Führung in der Serie aus.
Frustriert hatte sich Alistair Brownlee wenige Tage vor seinem Heimrennen im renommierten Daily Telegraph zu Wort gemeldet. Selbst wenn er von nun an alle Rennen gewinne, könne er wohl seinen WM-Titel nicht verteidigen.Denn in die Gesamtwertung der Dextro Energy World Championship Series dürfen nur drei europäische Rennen eingebracht werden, die einzigen Stationen in Übersee aber, den Auftakt in Sydney und den folgenden Durchgang in Seoul, musste der Brite verletzungsbedingt auslassen. Seine schärfsten Konkurrenten dagegen werden aus diesen Rennen ansehnliche Punktzahlen mit zum Finale am 12. September in Budapest bringen. Eine Menge Wut also bei Brownlee, die er heute in seinem Heimrennen in London in Leistung umsetzen wollte.

Sturz in der Spitzengruppe

Und genau so legte der 22-jährige Brite auch los: Schon nach der ersten Wendeboje des 1.500-Meter-Schwimmauftakts setzte er sich an die Spitze und machte, gemeinsam mit dem Deutschen Maik Petzold, das Tempo. Als Erster wechselte Alistair Brownlee auch aufs Rad, dicht gefolgt von Petzold und seinem jüngeren Bruder Jonathan. Aber auch Jan Frodeno, Javier Gomez und Brad Kahlefeldt hatten den Sprung in die erste, mehr als 30 Athleten zählende Radgruppe geschafft, in der es ungewöhnlich hektisch zuging.
Am Ende der ersten von acht Radrunden dann ein Sturz: In vierter, fünfter Position ging bei der Fahrt über den blauen Teppich plötzlich der Belgier Croes zu Boden und riss den Schweizer Riederer, den Briten Oliver Freemann und den US-Amerikaner Ben Collins mit. Javier Gomez konnte gerade noch ausweichen und eine Wiederholung seines letztjährigen Unglücks - Gomez war damals in London ebenfalls gestürzt - vermeiden. Jan Frodeno befand sich zu diesem Zeitpunkt an der Spitze des Feldes und war dem Sturz so aus dem Wege gegangen.

Brownlee unzufrieden

In der Zwischenzeit hatten sich auch der Kanadier Simon Whitfield, der Australier Courtney Atkinson und der Deutsche Christian Prochnow nach vorn gearbeitet. Vermutlich war auch das für Brownlee ein Grund, sich über das niedrige Tempo im Feld zu beschweren. Heftig gestikulierend forderte der Brite seine Mitstreiter auf, doch endlich mal etwas fürs Tempo zu tun, und sich in der Führungsarbeit abzuwechseln - und tatsächlich erhöhte man im Feld nun das Tempo. Deutlich zog sich das Feld nun in die Länge, und vorn im Wind arbeitete der Brite selbst kräftig mit. Es schien, als wolle Alistair Brownlee bei seinem Heimrennen nichts dem Zufall überlassen. Ständige Attacken, häufig unter Beteiligung von Jonathan Brownlee, dem jüngeren Bruder des Weltmeisters, prägten nun das immer unrythmischer werdende Rennen. Doch ohne Erfolg, denn nach gut der Hälfte der Distanz gelang es der Gruppe um den Deutschen Steffen Justus und Brownlees Landsmann Tim Don der Anschluss. Das Hauptfeld zählte nun rund 55 Athleten.