Geelong Triathlon Haug und McCormack stark

Kurzstrecke | 13. Februar 2012
Gegen die Sieger hatten Anne Haug und Chris McCormack beim Geelong Triathlon Festival keine Chance. Auf dem Weg Richtung London feierten sie aber einen wichtigen Teilerfolg. Im Rennen über die Mitteldistanz räumten die australischen Gastgeber alle Podiumsplätze ab.
Die kleine Hafenstadt an der Südküste Australiens war am Wochenende Gastgeber des traditionsreichen Geelong Multisport Festivals und dieses Mal vor allem im Hinblick auf die Olympischen Spiele in London ein spannendes Fleckchen. Und zwar gleich aus aus zwei Gründen: Zum einen nutzte die deutsche Kurzdistanz-Spezialistin Anne Haug den Sprint in ihrer derzeitigen Wahlheimat als nächsten wichtigen Formcheck. Zudem kam es zum ersten großen Schlagabtausch zwischen Chris McCormack, Brendan Sexton und Courtney Atkinson, dem Trio, das sich derzeit die größten Hoffnungen auf einen Olympiastartplatz im Team Australia machen darf.

Moffatt stark, Hoffnung für Haug

Anne Haug traf in ihrem Rennen unter anderem auf die zweifache Weltmeisterin und Olympia-Dritte von Peking, Emma Moffatt. Für die Australierin war es nach sechs Monaten das erste Rennen auf ihrem Weg nach London und sie zeigte sich besonders auf dem Rad schon in überragender Form. Gemeinsam mit der Neuseeländerin Teresa Adams entstieg sie nach 10:25 Minuten dem Pazifik. Auf dem Rad einteilte das Duo bei windigem Wetter der Konkurrenz um eine weitere Minute. Die ehemalige Duathlonspezialistin Haug büßte in der Auftaktdisziplin wie in der Vorwoche in Kinloch (NZL) mehr als eine halbe Minute auf die Besten ein. Mit einem soliden Radpart und der zweitbesten Laufzeit des Tages sprintete die 29-Jährige hinter Moffatt aber noch auf den zweiten Rang nach vorn. Dritte wurde die Britin Liz Blatchford. Haug darf sich nach dieser Leistung nun wieder berechtigte Hoffnungen auf einen der voraussichtlich zwei verbliebenen Plätze für das deutsche Olympia-Aufgebot in London machen.

McCormack bleibt im Spiel

Etwas spannender verlief das Männerrennen. Nachdem eine große Gruppe geschlossen vom Rad gestiegen war, fiel hier die Entscheidung um den Sieg erst auf der Laufstrecke. In einem knappen Endspurt gewann der Franzose Laurent Vidal das Duell gegen William Clarke - neben den Brownlee-Brüdern einer der großen britischen Hoffnungsträger für London. Überraschend punkten konnte Chris McCormack beim ersten Showdown um die letzten beiden verbliebenen Olympiatickets für das australische Männerteam. Er enteilte seinem Konkurrenten Courtney Atkinson auf der Laufstrecke und beendete das Rennen auf dem siebten Rang. Youngster Brendan Sexton kam erst gar nicht ins Ziel. Wen der australische Verband an der Seite von Brad Kahlefeldt nach London schickt, bleibt damit weiter offen. Fest steht: McCormack ist weiter im Rennen - vor allem weil seine Konkurrenten von olympischer Form noch weit entfernt sind.

Mitteldistanz: Fettell schlägt Jacobs

Dominiert von hochkarätigen australischen Profis waren die Startlisten der beiden Mitteldistanzrennen. Und so war das Podium wenig überraschend am Ende auch fest in der Hand der Gastgeber. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern spielten die Sieger in einer eigenen Liga.
Clayton Fettell , eine der größten Nachwuchshoffnungen in Down Under, gewann nach 3:35:58 Stunden in überragender Manier vor seinen Landsleuten Leon Griffin und Tim Berkel. Der Hawaii-Zweite Pete Jacobs erwischte keinen guten Tag. Nach mechanischen Problemen an seinem Rad und daraus resultierenden Schwierigkeiten beim Laufen musste er sich mit Platz sechs begnügen.

Granger heiß auf Melbourne

Auch Belinda Granger, die noch immer erfolgreichste australische Langdistanzathletin, drückte ihrem Rennen von Beginn an ihren Stempel auf und gewann mit fast vier Minuten Vorsprung auf Lokalmatadorin Suzanne Blackborrow und Rebecca Hoschke (AUS). Nach dem starken Auftritt in Geelong gehört Granger nun auch bei der Premiere des Ironman Melbourne zum Kreis der Favoriten. „Ich kann es kaum erwarten. Das wird das beste Rennen, das Australien je erlebt hat“, freute sich die 41-Jährige kurz nach dem Zieleinlauf schon auf ihr nächstes Highlight. In Melbourne trifft sie am 25. März auf das Beste, was die internationale Langdistanz derzeit zu bieten hat. Unter anderem dabei: Mirinda Carfrae, Leanda Cave und Caroline Steffen.