Jan Frodeno vor Generalprobe in Düsseldorf

Beim T3 Triathlon in Düsseldorf testet Jan Frodeno vor seinem Saisonhöhepunkt beim WM-Rennen in Hamburg noch einmal seine Form. Für den Olympiasieger wird es zugleich der erste Bundesligastart seit fünf Jahren - gegen hochkarätige Konkurrenz.

Von > | 27. Juni 2013 | Aus: SZENE

Jan Frodeno | Jan Frodeno Hamburg 2012

Jan Frodeno Hamburg 2012

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Hinter ihm liegen Monate voller Pleiten, Pech und Pannen - doch wenn es wirklich darauf ankam, war Jan Frodeno auch in den letzten beiden Jahren zur Stelle. Nach monatelangen Verletzungsproblemen gelang dem Olympiasieger des Jahres 2008 im vergangenen Jahr doch noch der Sprung zu den Olympischen Spielen in London, wo der Saarbrückener trotz kurzer Vorbereitungszeit auf den starken sechsten Platz lief. Um sich einige Wochen später bei einem Crosslauf in der Vorbereitung auf das WM-Finale allerdings erneut zu verletzten und über mehrere Wochen auszufallen.

25,05 Kilometer für das Selbstvertrauen

Auch die Saison 2013 stand für Frodeno bislang nicht gerade unter einem guten Stern: Beim WM-Auftakt in Auckland wurde er durch einen Platten zurückgeworfen, musste deshalb auf dem Rad viel Kraft investieren und sich am Ende mit dem neunten Rang begnügen. Beim darauffolgenden Rennen in San Diego stieg Frodeno auf der Laufstrecke mit Schnittverletzungen am Fuß aus - und bei seinem dritten Serienstart in Madrid wohl wegen einer Pollenallergie, die dem 1,94-Meter-Hünen Kreislaufprobleme bescherte. Lediglich beim windschattenfreien St. Anthony's Triathlon Ende April blieb Frodeno bisher vom Pech verschont und gewann das Rennen nach starker Leistung vor allem auf der Radstrecke vor dem Neu-Europameister Ivan Vasiliev (RUS).

Eigentlich sollte Jan Frodeno seinen Vorrat an Missgeschicken für die nächsten Monate also mehr als nur aufgebraucht haben, zumindest aber für die nächsten 50,8 Wettkampfkilometer. Denn die führen den Olympiasieger durch Hamburg und Düsseldorf, und das sind für ihn ganz besondere Rennen. Das Sprintrennen in Hamburg ist das erklärte Saisonziel Frodenos, der an der Alster noch einmal ganz vorne angreifen möchte. Das nötige Selbstvertrauen dafür kann er sich am Sonntag beim T3-Triathlon in Düsseldorf über 750 Meter Schwimmen, 19,5 Kilometer auf dem Rad und 4,8 Laufkilometer holen - bei seinem ersten Start in der Triathlon-Bundesliga seit fünf Jahren.

Buchholz, Zipf und Rank fordern Frodeno

Im Jahr 2008 stand Frodeno in der Liga zuletzt für das Hansgrohe Team am Start, in dieser Saison steigt er beim dritten Ligarennen des Jahres gemeinsam mit vielen talentierten Nachwuchssportlern im Bromelain POS Team Saar erstmals wieder in den Ring. In der Teamwertung wird diese Mannschaft, deren zweitältester gemeldeter Starter Jonathan Marx erst 23 Jahre alt, also fast neun Jahre jünger als Mannschaftskapitän Frodeno ist, um den Tagessieg wohl nicht mitkämpfen können - dafür ist das Frodeno in der Einzelwertung sehr wohl zuzutrauen. Auch wenn das Startfeld international stark besetzt ist: Zwar fehlt Vorjahressieger Mario Mola am Düsseldorfer Medienhafen, dafür schickt das favorisierte Team vom TV Buschhütten in Jonathan Zipf den Sieger des Jahres 2011 ins Rennen - und mit Gregor Buchholz, Laurent Vidal (FRA) und Europameister Ivan Vasiliev auch noch drei weitere Athleten aus der World Triathlon Series. Ergänzt wird das Team außerdem vom Briten Will Clarke, der sich in dieser Saison zwar auf längere Triathlon-Distanzen umorientiert, beim Rennen am Schliersee am vergangenen Wochenende aber trotzdem starker Zweiter wurde.

Doch auch die anderen Mannschaften geben sich beim Sprintrennen in Düsseldorf nicht kampflos geschlagen: So stellen die Potsdamer mit Christian Otto einen der stärksten Schwimmer auf nationaler Ebene - und das Stadtwerke-Team aus Witten mit Sebastian Rank, Tony Moulai (FRA) und dem ehemaligen Potsdamer und amtierenden Deutschen Meister auf dieser Distanz, Christian Prochnow, drei Athleten, die auch läuferisch um eine Spitzenposition mitkämpfen können. Insgesamt gehen 80 Männer bei den Bundesligarennen in Düsseldorf an den Start: Alle 16 Erstliga-Teams stellen jeweils fünf Athleten, von denen jeweils die besten vier in die Teamwertung zählen.

Stimpson auf Kurs Titelverteidigung

Deutlich weniger Teams, nämlich nur zehn, kämpfen in der ersten Liga der Frauen um Punkte - und mit vier Athletinnen (drei gewertete) gehen dort auch weniger Sportlerinnen pro Team ins Rennen. Eine Stunde nach den Männern, um 13:30 Uhr, werden sich am Sonntag in Düsseldorf insgesamt 40 Damen auf die 25,05 Wettkampfkilometer begeben. Und ähnlich wie bei den Männern ist die Favoritenrolle zumindest in der Teamwertung klar vergeben: Am Buschhüttener Team um Vorjahressiegerin Jodie Stimpson (GBR), Rebecca Robisch, Mateja Simic (SLO) und Theresa Baumgärtel dürfte kaum ein Weg vorbeiführen. Was nicht heißt, dass die Konkurrenten ihr Glück nicht versuchen werden: So geht für das Stadtwerke Team Witten eine ebenfalls stark einzuschätzende Mannschaft aus Carina Brechters, Juliane Straub, Charlotte Bauer und Kathrin Müller ins Rennen - Bauer soll allerdings bereits tags zuvor auch beim Europacup-Sprint in Holten (Niederlande) starten. In den Kampf um das Einzel-Podest könnten außerdem auch Irina Abysova (RUS) vom Krefelder Kanu Klub und Sarissa de Vries (NED) vom AVU Team Witten eingreifen.

Noch einmal eine Stunde nach den Frauen, also ab 14:30 Uhr, werden in Düsseldorf außerdem die Agegrouper auf der Olympischen Distanz ins Rennen geschickt. Dabei geht es dann auch um die Deutschen Meistertitel in den Altersklassen. tri-mag.de ist am Sonntag vor Ort und berichtet zeitnah vom Medienhafen.