Triathlon Bundesliga am Schliersee Justus, Vasiliev, Vidal: Wer holt den Sieg beim Alpen-Klassiker?

Kurzstrecke | 19. Juni 2013
Die Sieger der vergangenen vier Jahre kämpfen am Samstag um die prestigeträchtige Krone des Alpen-Triathlons am Schliersee. Gleich drei davon in den Farben des EJOT Teams Buschhütten, dem großen Favoriten der Triathlon Bundesliga. Anne Haug nutzt den Klassiker im Alpenvorland für einen spontanen Formcheck.
Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren werden die Teams am Wochenende auf eine deutlich verkürzte Strecke geschickt. Statt der klassischen Kurzdistanz geht es nach einem Kilometer im Schliersee auf 29 schwere Radkilometer. Zum Abschluss steht noch eine 7-Kilometer- Laufrunde um den Spitzingsee auf dem Programm. Ein Zugeständnis, das Orga-Chef Andreas Fischer den Stars gemacht hat, um trotz des engen internationalen Terminkalenders ein möglichst hochkarätiges Feld an den Start zu bringen.

Vier Sieger und ein Deutscher Meister

Der Plan ist aufgegangen: Denn vor allem bei den Männern lässt das Starterfeld kaum Wünsche offen. Hierzu trägt hauptsächlich das EJOT Team Buschhütten, das dominierende Team der vergangenen Jahre, bei. Der Vizeweltmeister von 2010, Steffen Justus, der frühere U23-Weltmeister und Schliersee-Sieger von 2011, William Clarke (GBR), und der dreimalige Deutsche Duathlonmeister Patrick Lange sind nur drei der fünf Topathleten, die für die Siegerländer ins Rennen gehen werden. Mehr als ein Mitläufer dürfte auch der frischgebackene Kurzdistanz-Europameister Ivan Vasiliev (RUS) sein. Der kommt nicht nur mit dem Rückenwind des EM-Titels, sondern auch mit guter Streckenkenntnis ins Alpenvorland. 2009 war er schon einmal der Schnellste beim wahrscheinlich schwersten Kurzdistanzrennen in Deutschland. Ob der Russe alles zeigen wird, muss man abwarten. In zweieinhalb Wochen steigt in Kitzbühel die nächste Etappe der World Triathlon Series. Als derzeit Fünfter will Vasiliev dort die Podestplätze angreifen. Die hat auch Vorjahressieger Laurent Vidal noch im Visier. Der Franzose komplettiert das übermächtige Quintett des amtierenden Deutschen Mannschaftsmeisters.

Trio mit Fragezeichen

Nach großen personellen Problemen und einem enttäuschenden 13. Rang des Stadtwerke Teams Witten beim Bundesligaauftakt wird der erfahrene Christian Prochnow die Mannschaft aus dem Ruhrgebiet anführen. Für die Wittener dürfte es vor allem um Widergutmachung gehen. An Prochnows Seite will  Thomas Springer endlich wieder sportliche Schlagzeilen machen. So wie vor vier Jahren, als sich der Hallenser am Schliersee völlig überraschend zum Deutschen Meister krönte. Mit aufsteigender Formkurve und der Motivation des Team-EM-Titels von Alanya reist Sebastian Rank an. Auch er geht wieder im Trikot der Wittener an den Start.
Triathlon Potsdam, zuletzt gefährlichster Herausforderer von Serienmeister Buschhütten, muss nach Platz zwei im Siegerland am Schliersee auf Zugpferd und Topathlet Franz Löschke verzichten. Dennoch werden die Brandenburger ihre gute Ausgangsposition nicht kampflos aufgeben. Auch wenn das für Löschkes Teamkollegen um Christian Otto, und Kilian Fladung eine knifflige Aufgabe werden dürfte.
Die Überraschungsmannschaft der Saison kommt aus dem Saarland. Mit einem Durchschnittsalter von 21 Jahren lief das Team Bromelain POS Saar beim Auftakt sensationell auf den dritten Platz. Auch ohne Olympiasieger Jan Frodeno, der in Düsseldorf das Trikot der Saarländer überstreifen wird, wollen die Youngster gern ein weiteres Mal Podiumsluft schnuppern. Nach der Leistung in Buschhütten gehört das Quintett zweifellos zu den Podestanwärtern.

Klettern für Kitzbühel: Anne Haug am Start

Bei den Frauen dürfte Gaststarterin Anne Haug den Bundesligastarterinnen die Show stehlen. Die Vizeweltmeisterin nutzt die kurze Pause in der World Triathlon Series für einen spontanen Abstecher an die österreichische Grenze und testet zwei Wochen vor dem WM-Rennen in Kitzbühel ihre aktuelle Form. Spätestens am legendären Aufstieg zum Spitzingsattel wird die derzeit beste deutsche Kurzdistanzathletin der Konkurrenz wohl davon fahren. Im Ligageschehen dürften erneut der Krefelder Kanu Klub, das Stadtwerke Team Witten und, ähnlich wie bei den Männern, das EJOT Team Buschhütten um die Podestplätze streiten.
Doch nicht nur die Elite schlägt am Wochenende in Bayern ihre Zelte auf. Auch hunderte Agegrouper werden sich auf die, im Gegensatz zu den Profis, unveränderte Strecke (1,5-40-10 Kilometer) vom Schliersee über den Spitzingsattel bis an den gleichnamigen See machen und um gute Ergebnisse kämpfen. Liebhaber von Kaiserschmarrn könnten leichte Vorteile haben. Denn danach wird es schon beim zweiten Wechsel im Zielbereich duften.