Triathlon Buschhütten: Der Klassiker im Siegerland soll ab 2013 neuen Schwung in die Triathlon Bundesliga bringen.

Jens Richter

Triathlon Buschhütten
Bilder 1/1

Teamsprint statt Topstars Kienle letzter König von Buschhütten

Kurzstrecke | 22. November 2012
Am 12. Mai 2013 kommen zum 27. Mal einige der besten Triathleten der Welt zum deutschen Saisonauftakt in Buschhütten. Allerdings verlässt Chef-Organisator Rainer Jung dafür eingetretene Pfade und begibt sich auf neues Terrain. Denn den beliebten Klassiker mit Stars wie Sebastian Kienle, Timo Bracht oder den Raelert-Brüdern wird es nicht mehr geben. Stattdessen kämpfen in Zukunft die Teams der Triathlon-Bundesliga in einem neuen Rennformat um Siege und Aufmerksamkeit.
Es war die extrem spannende Mischung und der seltene Vergleich zwischen Kurzdistanz-Spezialisten und Langdistanz-Boliden, der den Buschhütten Triathlon zu dem gemacht hat, was er heute ist. Jetzt suchen Chef-Organisator Rainer Jung und seine Frau Sabine nach neuen Herausforderungen: „Wir wollen jedes Jahr Spannung, Action und abwechslungsreiche Wettkämpfe bieten“, so Jung gegenüber tri-mag.de. Doch: „Wenn Sebastian Kienle bei uns als unschlagbar gilt, wird es schwer das Interesse der Leute und Medien aufrecht zu erhalten“, versucht er den Schritt weg vom Klassiker mit den deutschen Stars zu erklären. Es sei ja nicht so, dass man nicht versucht hätte, Kienle mit starker Konkurrenz vom Thron zu schubsen und den Fans spannende Duelle zu liefern, so Jung. Allein genützt hat es nichts. „Unsere Strecken sind für ihn wie maßgeschneidert.“ Der Seriensieger und aktuelle 70.3-Weltmeister selbst bedauert die überraschende Entscheidung. „Ich finde es sehr schade, dass diese Tradition nun ein Ende findet. Buschhütten war Kult und für mich war der erste Sieg so etwas, wie der Beginn meiner Profi-Karriere“, so Kienle, der seit 2008 der König von Buschhütten ist - und es wohl auch immer bleiben wird.

Teamsprint statt Topstars

Ab 2013 soll die Triathlon-Bundesliga das neue Zugpferd für den Triathlon-Klassiker im Siegerland werden. „Man muss Dinge dann verändern, wenn sie richtig gut laufen“, ist Rainer Jung von seinem Schritt überzeugt. Die Idee: ein Teamsprint-Spektakel als Auftakt in die neue Bundesliga-Saison. Der soll am 12. Mai nicht nur viele Triathlonfans an die Strecke, sondern auch ins Internet locken. Denn dort wird das Rennen live übertragen. „In der Bundesliga besteht Handlungsbedarf. Wir müssen professioneller und zuschauerfreundlicher werden", sagt der Meistermacher des Ejot-Teams. Er wolle dabei eine Vorreiterrolle einnehmen und den anderen Veranstaltern als Vorbild dienen. Welche das, abgesehen vom T³ Triathlon in Düsseldorf, im kommenden Jahr sind, steht allerdings noch gar nicht fest.
Klar ist dagegen, dass bei der 27. Auflage des Buschhütten Triathlon mehr Platz für Agegrouper sein wird. "Wir können zwei zusätzliche Startgruppen einbauen", so Jung, der das immer hochklassige Rennen der Topstars wohl auch "geopfert" hat, um weiteren 150 Amateurathleten die Chance zu geben, bei seinem Rennen dabei zu sein. Das Interesse der Agegrouper scheint jedenfalls ungebrochen. Laut Jung waren 2012 binnen acht Minuten alle Startplätze vergriffen. Für das Rennen im nächsten Jahr soll die Anmeldung Mitte Dezember geöffnet werden. Und zweifellos werden auch dann nur wenige Minuten vergehen, bis der Dauerbrenner im Siegerland ausgebucht ist.