Schneller Spanier: Javier Gómez führt das Feld durch Hamburg

Frank Wechsel / spomedis

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World Triathlon Series Hamburg Männerrennen: Nichts ist unmöglich

Kurzstrecke | 18. Juli 2012
Wenn die WM-Serie durch Hamburg tourt, ist alles möglich. Weil die britischen Brownlee-Brüder den Wettkampf wieder einmal auslassen, ist der Rennausgang völlig offen. Auch Deutsche haben Chancen.
Nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach London ist es für sie alle: Wenn am Samstagnachmittag (18:26 Uhr, live in der ARD) die Triathleten zum WM-Serienrennen in die Alster springen, sind die Voraussetzungen für alle echten Sieganwärter die gleichen - und das sind viele. Etwa ein Dutzend Athleten darf sich am Samstag Chancen ausrechnen, nach dem Sprintrennen in Hamburg auf die oberste Stufe des Siegerpodests am Hamburger Rathausmarkt zu klettern. Fast alle schauen aber in erster Linie auf das Olympia-Rennen in London rund zwei Wochen später - was vor allem den Deutschen, die 2012 nicht zu den Spielen fahren dürfen, Chancen eröffnet.

Petzold setzt auf den Heimvorteil

Russland, Spanien, Südafrika, die Schweiz, Großbritannien, Australien, Frankreich, die Vereinigten Staaten von Amerika und nicht zuletzt auch Deutschland - kaum ein Land, das in Hamburg nicht mindestens einen Sportler am Start hätte, der zumindest Podestchancen hat. In Abwesenheit der dominanten Brüder Alistair und Jonathan Brownlee hat beispielsweise der Brite William Clarke, Zweiter des T3-Triathlons in Düsseldorf und Zweiter auch im Vorjahr in Hamburg, gute Aussichten auf das Podium. Auch der Australier Brad Kahlefeldt, Hamburg-Sieger des Vorjahres, wird sich selbst in Hamburg beweisen wollen, dass er nach einer Krankheitspause und kurz vor den Olympischen Spielen wieder auf dem richtigen Weg ist.
Favorit ist, wenn die Brownlee-Brüder fehlen, aber naturgemäß zunächst einmal der Spanier Javier Gómez, der das Rennen in Hamburg zuletzt im Jahr 2010 gewinnen konnte. Doch ihm sind eine Hand voll Sportler dicht auf den Fersen: Sowohl die Russen Alexander Bryukhankov und Dmitry Polyanskiy, als auch Richard Murray (RSA) und Sven Riederer (SUI) sind gute Allrounder und könnten dem Spanier auch läuferisch gefährlich werden - zumal die kürzere, nur fünf Kilometer lange Strecke für fast alle Athleten auf diesem Niveau auch eine kleine Unbekannte ist. Beispielsweise für Maik Petzold, der bei seinem letzten Sprintrennen in Lausanne 2011 nur 17. wurde - der Hamburg aber als sein "Lieblingsrennen" bezeichnet, noch keine Auflage des Wettkampfs verpasst hat und darauf brennt, dem heimischen Publikum etwas zu bieten.

Zipf, Mola und Verzbicas lauern

Der wahrscheinlich aussichichtsreichste Starter aus deutscher Sicht ist aber der Jenaer Steffen Justus. Nach seinem WM-Sieg in Sydney und dem sechsten Platz in Kitzbühel, den er trotz eines Infekts und unmittelbar nach einem intensiven Höhentrainingslager einlief, darf er sich seiner herausragenden Form schon wenige Wochen vor den Olympischen Spielen sicher sein. Nicht so gut lief es in Kitzbühel für den jungen Franzosen Vincent Luis, der auf der Laufstrecke weit zurückfiel und vor den Olympischen Spielen gern noch etwas Selbstvertrauen tanken würde.
Doch damit nicht genug: Auch die Nachwuchsathleten Jonathan Zipf, Mario Mola (ESP) und Lukas Verzbicas (USA) könnten läuferisch ganz vorn mitmischen - wenn sie beim Schwimmen den Anschluss nicht verpassen oder ihn auf dem Rad wiederherstellen können. Vor allem die Russen werden aber wohl dafür sorgen wollen, dass das Tempo in der Auftaktdisziplin hoch ist. Für Olympiasieger Jan Frodeno wird das Rennen dagegen wohl noch viel mehr als für die meisten anderen Olympioniken eine reine Trainingseinheit sein: Nach der langen verletzungsbedingten Laufpause kann er es sich wohl nicht leisten, für das Hamburger Rennen die Intensitäten im Training herunterzufahren. Der Deutsche Meister Franz Löschke, bis vor zwei Wochen von einem Infekt geplagt, und Christian Prochnow ergänzen das starke deutsche Team. Auch der Norddeutsche Sebastian Rank, dessen Formkurve nach der langen Krankheitspause um das Olympiaqualifikationsrennen in Madrid Ende Mai allmählich wieder nach oben zeigt, wird nach Rang vier im Vorjahr erneut in Hamburg starten.
tri-mag.de berichtet am Wochenende aktuell in Wort und Bild vom Serien-Event an der Alster.

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