Moffatt siegt, Deutsche enttäuschen

Im hanseatischen Regen hat die Australierin Emma Moffatt den besten Grip bewiesen und das WM-Serienrennen in Hamburg gewonnen. Als einzige Deutsche lief Anja Dittmer unter die besten Zehn.

von | 25. Juli 2009 | Aus: Szene

Emma Moffatt

Emma Moffatt

Foto > Delly Carr / triathlon.org

Die Hafenstadt Hamburg wurde bei der diesjährigen Auflage ihres Citytriathlons allen Vorurteilen gerecht: Der Regen spielte eine Hauptrolle im fünften Rennen der Dextro Energy Triathlon ITU World Championship Series. Pünktlich zum Start öffnete der Himmel über der Hansestadt seine Schleusen und gestaltete vor allem die zweite Disziplin zu einer Zitterpartie im doppelten Wortsinn, denn 47 Teilnehmerinnen des Damenrennens mussten sich nicht nur extrem konzentrieren, um nicht in einen der zahlreichen Stürze verwickelt zu werden, sondern verloren in ihren knappen Triathlonanzügen auch eine Menge Energie.

Ausreißer-Trio profitiert von Schlitterpartie

Schon auf den ersten Kilometern der Radstrecke griff Petrus in die Entscheidung in der Hamburger Innenstadt ein: Die beim Schwimmen enteilte Amerikanerin Hayley Peirsol stürzte in einer Kurve und wurde von der Verfolgergruppe geschluckt. Aus der rissen wenig später die WM-Führende Emma Moffatt (Australien), die Schweizerin Daniela Ryf und die Schwedin Lisa Nordén aus, um die Entscheidung unter sich auszumachen. Denn im großen Feld bestimmte der Respekt vor den glatten Kurven die Taktik, so dass das Ausreißertrio leichtes Spiel hatte.

Bis zur zweiten Wechselzone konnten Moffatt, Ryf und Nordén ihren Vorsprung auf eineinhalb Minuten ausbauen - schon jetzt stand fest, dass die Medaillen unter diesen drei Spitzenläuferinnen verteilt würden. Emma Moffatt sorgte bereits auf der ersten Runde für die Entscheidung und legte schnell einen Abstand zwischen sich und Nordén.

Im Ziel hatte die Australierin bei ihrem dritten Sieg in Folge fast eine Minute Vorsprung: Moffatt siegte in 1:56:12 Stunden vor Nordén (1:57:06 Stunden) und deren Trainingspartnerin Ryf (1:57:39 Stunden). "Das Radfahren war heute echt gruselig", gestand die Siegerin nach dem Rennen. "Aber so konnten wir auch ganz gut von der Gruppe wegkommen. Das Laufen war dann aber nicht so einfach, wie es vielleicht aussah." Moffatt führt die WM-Serie nun mit einem Vorsprung von mehr als 800 Punkten - mehr, als es für einen Tagessieg gibt - an, sieht sich aber noch nicht als Weltmeisterin. "An den Titel denke ich erst beim Finale an der Gold Coast."

Deutsche enttäuschen beim Heimrennen

Beste Deutsche wurde die zweifache Hamburg-Siegerin Anja Dittmer, die mit dem siebten Platz zum ersten Mal in dieser Saison unter den Top Ten landete. "Ich bin zufrieden, denn in Hamburg war ich noch nie schlechter als Siebte", sagte die Neubrandenburgerin kleinlaut bei der Pressekonferenz und gab damit der gedrückten Stimmung im deutschen Damenlager Ausdruck. Hinter Dittmer waren es zwei Außenseiterinnen, die für einen kleinen Silberstreif am Horizont sorgten: Kathrin Müller wurde Elfte, einen Platz später finishte Svenja Bazlen. Für die beste Deutsche des letzten Jahres, Ricarda Lisk, erfüllten sich die Hoffnungen auf eine Formsteigerung nach dem Lichtblick von Kitzbühel nicht: "Ich bin richtig enttäuscht", sagte die Waiblingerin nach ihrem 18. Platz. "Ich weiß noch nicht, was ich mit dieser Saison anfangen soll - vielleicht ist es besser, die Serie schon vor dem Ende abzuschließen und Energie für das nächste Jahr zu sammeln."

Dextro Energy Triathlon ITU World Championship Hamburg 2009

25. Juli 2009, Hamburg

1,5 km Swim 40 km Bike 10 km Run Gesamt

1

Emma Moffatt

AUS

17:33

1:03:01

34:28

1:56:12

2

Lisa Nordén

SWE

17:45

1:02:52

35:25

1:57:06

3

Daniela Ryf

SUI

18:17

1:02:26

35:55

1:57:39

4

Lauren Groves

CAN

18:20

1:03:50

34:37

1:57:58

5

Barbara Riveros Diaz

CHI

18:22

1:03:45

34:50

1:58:03

6

Sarah Haskins

USA

17:33

1:04:40

34:46

1:58:07

7

Anja Dittmer

GER

18:22

1:03:35

34:59

1:58:12

8

Melanie Annaheim

SUI

17:46

1:04:25

34:55

1:58:13

9

Irina Abysova

RUS

17:47

1:04:24

34:59

1:58:16

10

Kathy Tremblay

CAN

18:26

1:03:46

35:09

1:58:20

11

Kathrin Müller

GER

17:44

1:04:27

35:09

1:58:23

12

Svenja Bazlen

GER

18:20

1:03:42

35:10

1:58:24

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