Dreimal AUS, dreimal Emma: Snowsill, Moffatt, Jackson

Frank Wechsel / spomedis

Dreimal AUS, dreimal Emma: Snowsill, Moffatt, Jackson
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World Triathlon Series Hamburg Nächstes Aussie-Triple an der Alster?

Kurzstrecke | 18. Juli 2012
Zwei Siege und ein Emma-Triple: Spätestens im vergangenen Jahr haben die Australier das WM-Rennen in Hamburg für sich entdeckt. In diesem Jahr könnten die Damen aus Down-Under noch deutlicher dominieren. Wenn ihnen nicht ausgerechnet eine deutsche Wahl-Australierin einen Strich durch die Rechnung macht.
Für den Norddeutschen ist in Australien eigentlich immer Sommer. Und für den Australier ist in Norddeutschland eigentlich immer Winter. So scheint die Beziehung zwischen australischen Triathletinnen und dem WM-Serienrennen in Hamburg schon im Vorhinein zum Scheitern verurteilt. Eigentlich.

Australische Deern

Denn allen klimatischen Umgewöhnungen zum Trotz haben sich im vergangenen Jahr gleich drei Damen aus Down Under als echte Hamburger Deern entpuppt: Auf den Plätzen eins bis drei liefen da die Emmas Moffatt, Jackson und Snowsill ins Ziel. Der jeweils größte Saisonerfolg für jede der drei Australierinnen, die diesen Triumph in diesem Jahr gern wiederholen würden - und gleich noch etwas Verstärkung mitgebracht haben. Schietbüddel, wie der Hamburger vielleicht sagen würde.
Neben den 27-jährigen Felicity Sheedy-Ryan und Erin Densham, die nach ihrem Comeback das Frühjahr dominiert und sich anstelle von Olympiasiegerin Emma Sonwsill einen der drei Startplätze für die Spiele in London gesichert hatte, sind es die 21 Jahre junge Ashleigh Gentle und die noch ein Jahr jüngere Natalie van Coevorden, die das sieben Frauen starke australische Team am Wochenende komplettieren. Damit gehen genauso viele Australierinnen ins Rennen wie die DTU Sportlerinnen in ihr Heimrennen entsendet. Nur haben die Aussie-Damen wesentlich bessere Erfolgsaussichten - was eben auch daran liegt, dass das Rennen in Hamburg stattfindet. Und dass es zwei Wochen vor dem Olympia-Triathlon terminiert ist.

Die Schwimmspezialistinnen fehlen

Denn fast schon traditionell meiden die Briten um Helen Jenkins und Vicky Holland das Rennen in der Hansestadt, auch Laura Bennett (USA), Jessica Harrison (FRA) und Andrea Hewitt (NZL) haben der WM-Station Hamburg in diesem Jahr, in dem das Rennen zum ersten Mal über die Sprintdistanz ausgetragen wird, einen Korb gegeben - alles starke Schwimmerinnen, die nun nicht dafür sorgen können, dass das Tempo in der Auftaktdisziplin so hoch gestaltet wird wie in manch anderem Rennen, außerdem fehlt die starke Radfahrerin Nicola Spirig (SUI). Was den Australierinnen schon im vergangenen Jahr entgegenkam - und auch in diesem wieder entgegenkommen dürfte. Sie wiederum sind schließlich traditionell extrem gute Läuferinnen, haben dafür aber häufig Probleme beim Schwimmen und gelegentlich auch auf dem Rad. Besonders die Nachwuchsathletinnen Felicity Sheedy-Ryan und Ashleigh Gentle, deren enorme Laufstärke in der WM-Serie bisher selten zum Tragen kam, weil die Konkurrentinnen sie vorher bereits abgehängt hatten, dürften nun ihre Chance wittern. Aber auch die Emmas Moffatt, Snowsill und die ebenfalls noch junge Jackson hatten in der Vergangenheit gelegentlich ihre Probleme in der Auftaktdisziplin. Einzig Erin Densham präsentierte sich in ihren allerdings wenigen Rennen seit ihrem Comeback als stabile Schwimmerin. Sechs starke Australierinnen, die bei einer Laufentscheidung alle das Zeug für eine Podestplatzierung hätten - nur eine, van Coevorden, kann da noch nicht mithalten.

Anne Haugs großer Wurf?

Man könnte sogar sagen: Sieben Australierinnen, die das Zeug zu einer Platzierung auf dem Podest haben. Denn eine Deutsche, die läuferisch ebenfalls zur absoluten Weltklasse gehört, hat den Winter ebenfalls in Australien verbracht - und könnte auch davon profitieren, sollte beim Schwimmen gebummelt werden: Für Anne Haug bietet das Rennen kurz vor den Olympischen Spielen noch einmal die Chance, im Schwimmen etwas zu probieren und herauszufinden, ob das Training der vergangenen Wochen angeschlagen hat. Sollte es ihr gelingen, mit der Spitze auf die Laufstrecke zu wechseln, ist eine Podestplatzierung kein Ding der Unmöglichkeit - vorausgesetzt, dass nicht beispielsweise Emma Snowsill, die sich, anders als Haug, Moffat und Co., nicht auf die Olympischen Spiele vorbereitet, wesentlich frischer ins Rennen geht. Aber auch die Irin Aileen Morrisson, die erfahrene Spanierin Ainhoa Murua und Sarah Groff (USA) sind gute Läuferinnen - und die junge Niederländerin Rachel Klamer beherrscht neben dem schnellen Laufen sogar noch das extrem schnelle Schwimmen.
Auch die anderen beiden deutschen Olympionikinnen Svenja Bazlen und Anja Dittmer werden in Hamburg an den Start gehen - und tun das nicht chancenlos. Gemeinsam mit Anja Knapp und Kathrin Müller, beide gute Schwimmerinnen, könnte Bazlen auf dem Rad vielleicht sogar eine Attacke wagen. Ricarda Lisk und Sarah Fladung komplettieren das deutsche Aufgebot, für den Schweizer Triathlonverband wird als einzige Melanie Annaheim am Sonntag um kurz nach 16 Uhr in die Alster springen. tri-mag.de wird aktuell von dem Triathlon-Spektakel am Rathausmarkt berichten.