Babyglück und Zukunftspläne Olympiasiegerin Spirig macht Triathlon-Pause

Kurzstrecke | 31. Oktober 2012
Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig erwartet ihr erstes Kind. Das gab die 30-jährige Schweizerin auf einer Pressekonferenz bekannt. Neben der Babypause wird sie in den kommenden zwei Jahren auch eine Auszeit vom Triathlon nehmen. Das Ziel: Die Leichtathletik-EM 2014 in Zürich. Dass sie noch vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro zum Triathlon zurückkehren wird, ist offenbar auch schon beschlossene Sache.
Eigentlich könnte sich Nicola Spirig zurücklehnen. Sich ausruhen auf den Lorbeeren ihres Olympiasiegs von London. Ihn so richtig auskosten, den Ruhm zu Geld machen und mit Freund Reto Hug das Leben genießen. Doch die Schweizerin denkt gar nicht daran. Im Gegenteil: Die erste Welle des Ansturms hat sie gerade "überrollt", die Flut der Verpflichtungen nach dem größten Erfolg ihrer Karriere ist überstanden, da überrascht die 30-Jährige die Triathlonwelt gleich mit zwei Neuigkeiten. Einer ganz privaten und einer zu ihrer sportlichen Zukunft.

Nächste Ausfahrt: Letzigrund

Schon im Mai erwarte sie gemeinsam mit Lebenspartner Reto Hug ihr erstes Kind, erklärte Spirig auf einer Pressekonferenz in Zürich. Hug, selbst erfolgreicher Kurzdistanzprofi und Europameister von 1999, gab auf dem Pressetermin - beinahe nebenbei - seinen Rücktritt vom Triathlon bekannt. Mit dem Haus, das sich das Paar in der Nähe von Spirigs Geburtsort Winkel (bei Zürich) kaufen will, dem Nachwuchs und offenbar bevorstehenden Aufgaben im Schweizer Triathlonverband "Swiss Triathlon" dürfte dem 37-Jährigen in den kommenden Monaten und Jahren allerdings auch kaum langweilig werden. Langeweile - das ist auch nichts für Spirig. Schon im Herbst 2013 will die Juristin wieder Wettkämpfe bestreiten. Doch nicht im Triathlon - und das ist die zweite Überraschung, die sie knapp drei Monate nach dem packenden Finish in London bekanntgab. Spirig legt den Neoprenanzug und ihr Rad für zwei Jahre zur Seite. Ihr Ziel: die Leichathletik-EM im August 2014 im legendären Zürcher Letzigrund. Ihrem Heimatstadion.
Über welche Strecken sie dort starten will, lasse sie sich noch offen, so Spirig. Als Optionen stehen offenbar die 5.000- und 10.000-Meter-Strecke sowie der Marathon im Raum. Nach der Schwangerschaft werde sie zunächst ihre Schnelligkeit wieder aufbauen und schauen, wie sie die neuen Umfänge verdaue. Danach wolle sie entscheiden, auf welche Distanz sie setze. Dort will die Schweizerin dann auch nicht nur mitlaufen. "Eine Medaille ist nicht realistisch", sagt sie. "Aber allein mit der EM-Qualifikation gebe ich mich nicht zufrieden." Dass sie im nationalen Vergleich problemlos mithalten kann, zeigte Spirig, die ihre Wurzeln in der Leichathletik hat, im Sommer. Bei den Schweizer Meisterschaften holte sie den Titel und besiegte dabei in 16:14,33 Minuten unter anderem die ehemalige Olympiateilnehmerin Sabine Fischer.

Doppelstart in Rio?

Nach ihrem Abstecher zur Leichtathletik will Spirig zum Triathlon zurückkehren, um bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro nach der zweiten olympischen Medaille zu greifen. Sie ist davon überzeugt, dass sie vom Ausflug auf die Laufbahn profitieren und im Triathlon immer noch konkurrenzfähig sein wird. "Die Weltspitze wird in Rio nochmals eine halbe Minute schneller laufen, als in London", glaubt sie. Plant sie mit Trainer Brett Sutton gar einen Doppelstart am Zuckerhut? Geht es nach dem australischen Trainerfuchs ist auch das eine Option. Zurücklehnen? Nein, das ist nichts für Nicola Spirig. Sie sucht Herausforderungen. Und in den kommenden vier Jahren gibt es in ihrem Leben einige davon.