Erster Olympiasieger Simon Whitfield beendet seine Triathlonkarriere

Kurzstrecke | 23. Oktober 2013
Triathlon-Olympiasieger Simon Whitfield beendet nach 16 Jahren Leistungssport seine aktive Karriere. 14 Monate nach seinem Sturz beim olympischen Triathlon in London hat der Kanadier endgültig einen Schlussstrich unter seine überragende Laufbahn gezogen. Der 38-Jährige gewann neben Gold in Sydney, 2008 in Peking Olympiasilber.
Als einer von wenigen Profis - darunter die Neubrandenburgerin Anja Dittmer - war Whitfield bei allen vier Olympischen Spielen seit der Triathlonpremiere 2000 in Sydney dabei. Dort krönte er sich zum ersten Triathlon-Olympiasieger und ging damit auch in die Geschichte dieses Sports ein. Acht Jahre später unterlag er erst im Zielsprint dem Deutschen Jan Frodeno und sicherte sich die Silbermedaille. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge dürfte der Kanadier, der in seiner Karriere 14 Weltcupsiege und acht TopTen-Ergebnisse bei Weltmeisterschaften feierte, an seine vierten Olympischen Spiele im August 2012 in London zurückdenken.
Simon Whitfield auf der Laufstrecke der Olympischen Spiele 2000 in Sydney.
©ITU / triathlon.org
Als erster Triathlet überhaupt durfte er bei der Eröffnungsfeier die Fahne seines Heimatlands ins Stadion tragen. Das Rennen selbst endete tragisch. Whitfield versteuerte sich auf der Radstrecke, stürzte, krachte in ein Begrenzungsgitter und musste schließlich mit einer klaffenden Wunde am Fuß aufgeben. Wehmütig ist er dennoch nicht. "Ich habe immer davon geträumt, mein Land bei Olympischen Spielen vertreten zu dürfen", schreibt er in den Abschiedsworten auf seiner Website. "Dass ich das Ahornblatt vier Mal tragen durfte, zwei Medaillen gewinnen konnte und die Fahne tragen durfte, ist unvorstellbar", so Whitfield weiter.

Wehmut und neue Herausforderungen

Mehr als vier Jahre nach seinem letzten großen Sieg stellt Whitfield nun sein Rad in den Keller und hängt die Laufschuhe an den berühmten Nagel. In einem packenden Sprintfinale hatte er 2009 Brad Kahlefeldt (AUS) und Jan Frodeno bei höchstdotierten Triathlonrennen der Welt in Des Moines (USA) um einen Wimpernschlag bezwungen.
Triathlongeschichte: Simon Whitfield wird am 17. September 2000 in Sydney erster Olympiasieger.
©ITU / triathlon.org
Obwohl er zu den wenigen Triathleten gehören dürfte, die in ihrer Karriere finanziell vorsorgen konnten, wird sich Whitfield in seiner Heimat Victoria noch nicht zur Ruhe setzen. Er steigt bei der Fantan Group, einer erfolgreichen Eventagentur, ein - und freut sich auf die neuen Herausforderungen. Etwas Wehmut kommt dann aber doch noch auf. "Ich gehe mit großartigen Erinnerungen, Erfahrungen und Freundschaften, die ich für immer bei mir tragen werden", so Whitfield.
Well done und alles Gute, Simon!
Simon Whitfield schlägt Brad Kahlefeldt und Jan Frodeno im Herzschlagfinale von Des Moines
2009 schlägt Simon Whitfield Brad Kahlefeldt (AUS) und Jan Frodeno im Herzschlagfinale von Des Moines.
©Delly Carr / triathlon.org