Altmeister mit neuen Plänen Simon Whitfield wechselt auf die Langdistanz

Kurzstrecke | 12. November 2012
Drei Monate nach seinem tragischen Sturz bei den Olympischen Spielen in London hat der Kanadier Simon Whitfield angekündigt, den ITU-Zirkus zu verlassen. Ab der kommenden Saison will sich der Olympiasieger von Sydney auf längeren Distanzen ausprobieren. Ob er danach wieder auf die Kurzdistanz zurückkehrt, ließ der kanadische Verband in einer Erklärung offen.
Gold in Sydney, Silber in Peking, dazu insgesamt 14 Weltcupsiege. Simon Whitfield muss in der Kurzdistanzszene niemandem mehr etwas beweisen. Auch sich selbst nicht. Der spektakuläre Sprintsieg gegen Brad Kahlefeldt und Jan Frodeno vor drei Jahren beim Weltcup in Des Moines könnte sein letzter auf der olympischen Distanz gewesen sein. 1995 war er als 20-jähriger Junior bei den Weltmeisterschaften in Cancun (Mexiko) zum ersten Mal in der ITU-Szene aufgetaucht. Danach gehörte der mittlerweile 37-Jährige mehr als ein Jahrzehnt zu den besten und vor allem konstantesten Kurzdistanzathleten der Welt. Dieser Ära hat er nun selbst ein Ende gesetzt. Per Mail informierte Whitfield den Präsidenten von Triathlon Canada, Alan Trivett, der die Entscheidung des populärsten Triathleten des Landes akzeptierte. "Simon hat Großes für unseren Sport getan", erklärte der und lobte danach besonders die Pionierarbeit des dreimaligen Olympiateilnehmers. "Er hat die nächste olympische Generation darin bestärkt, dass auch sie das Zeug zum Siegen hat", so Trivett. Zudem habe er dafür gesorgt, dass der Triathlonfunke aufs ganze Land und in alle Altersklassen übergesprungen sei. Die größte Auszeichnung für seine sportlichen Erfolge bekam Whitfield im Sommer. Als erster Triathlet durfte er bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in London die Flagge seines Landes ins Stadion tragen.
Whitfields vorläufiger Abschied von der Kurzdistanz ist aber auch ein kleiner Neuanfang. "Ich freue mich auf die Rennen über die Langdistanz", twitterte Whitfield bereits vor einigen Tagen. Wo er im kommenden Jahr an den Start gehen wird und, ob er wie sein früherer Kurzdistanzkontrahent Ivan Raña auch in Richtung Kona schielt, wollte er noch nicht verraten. Bereits im Oktober hatte Whitfields langjähriger Weggefährte, der Neuseeländer Bevan Docherty, angekündigt, in der kommenden Saison in die Ironmanserie einsteigen zu wollen. Der 35-Jährige, der wie der Kanadier zwei olympische Medaillen holte, will schon im März beim Ironman Neuseeland in Taupo an den Start gehen.