Spirig verteidigt Titel

Nicola Spirig schwimmt weiter auf einer Erfolgswelle. Wenige Wochen nach ihrem Sieg beim WM-Rennen von Madrid verteidigte die Schweizerin im irischen Athlone ihren EM-Titel aus dem Vorjahr. Silber und Bronze gingen an Carole Peon (FRA) und Lisa Nordén (SWE).

von | 3. Juli 2010 | Aus: Szene

Ryf und Spirig

Nicola Spirig und Daniela Ryf nach einem Sieg von Ryf im Ziel

Foto > Delly Carr / triathlon.org

Das schweizer Triathlon-Damenteam bleibt nach den starken Auftritten in der Dextro Energy Triathlon ITU Word Championship Series auch in Europa weiter eine Macht. Ein Jahr nach ihrem Titelgewinn im niederländischen Holten war Nicola Spirig auch in Irland nicht zu schlagen und verteidigte die europäische Triathlonkrone.

Favoritinnen taktieren

Die Auftaktdiziplin dominierte allerdings zunächst Line Jensen. Mit fast einer halben Minute Vorsprung kletterte die Dänin aus dem Shannon River. Dahinter, etwas überraschend, Lokalmatadorin Aileen Morrison, die den Rest des nur 38-köpfigen Feldes zum ersten Wechsel führte. Während Spirig, wie die Deutschen Anja Knapp und Svenja Bazlen, auf den ersten Radmetern die wichtige erste Verfolgergruppe erwischte, strampelten Anja Dittmer und Rebecca Robisch zunächst hinterher. Schon in der dritten von acht Radrunden war der Fluchtversuch von Jensen zu Ende und eine 18 Athletinnen starke Gruppe rollte gemeinsam durch die Kleinstadt in Zentralirland. Kurz vor dem zweiten Wechsel formierten sich dann die vermeintlichen Favoriten. Sowohl Spirig als auch die EM-Vierte von 2009, Lisa Nordén aus Schweden und die Französin Carole Peon gingen möglichen Kollissionen und mit schnellen Wechseln als Führungsquartett auf die Laufstrecke. Überraschend stark auch Anja Knapp, die als Vierte auf die entscheidenden zehn Laufkilometer ging, diese Position aber nur wenige Hundert Meter verteidigen konnte. Für Dittmer und die anderen Deutschen waren die Medaillenchancen zu diesem Zeitpunkt schon dahin. 90 Sekunden Rückstand waren für die lauftstarke Neubrandenburgerin zu viel.

Spirig clever und spurtstark

Ganz vorn übernahm Peon auf den ersten Laufkilometern die Tempoarbeit. Der Kreis der Medaillenanwärterinnen schrumpfte daraufhin deutlich. Nur Spirig, Nordén und die Spanierin Ainhoa Murua ließen sich nicht von der 32-jährigen Französin abschütteln. Eingangs der dritten Runde schaltete Spirig, wie schon vor wenigen Wochen in Madrid, einen weiteren Gang nach oben und zerstörte damit die Titelträume von Murua und Nordén, die diese Tempoverschärfung nicht mehr mitgehen konnten. Wenige Minuten später entschied die Titelverteidigerin einmal mehr ein französisch-schweizerische Laufduell für sich. Nach Charayron in Madrid musste sich dieses Mal Carole Peon mit dem zweiten Platz hinter ihrer spurtstarken Konkurrentin  begnügen. Versöhnlich endete das Rennen für die in dieser Saison bisher glücklose Lisa Nordén. Die Schwedin rang Murua auf dem letzten Kilometer nieder und sicherte sich EM-Bronze.

Nach dem hoffnungsvollen Auftritt in Madrid dürfte sich im Lager des DTU-Teams dagegen erst einmal wieder Ernüchterung breit machen. Mannschaftlich geschlossen, aber nur auf den Plätzen 12, 13 und 14 endete das EM-Rennen für Anja Knapp, Anja Dittmer und Rebecca Robisch. Svenja Bazlen kam als 23. von 33 Finisherinnen ins Ziel.

Jan Sägert Athlone Triathlon European Championship

  1. Juli 2010, Athlone (Irland)

1,5 km Swim 40 km Bike 10 km Run Gesamt

1

Nicola Spirig

SUI

19:00

1:02:25

34:54

1:57:58

2

Carole Peon

FRA

18:53

1:02:32

35:06

1:58:10

3

Lisa Nordén

SWE

18:50

1:02:32

35:16

1:58:20

4

Ainhoa Murua

ESP

18:48

1:02:40

35:26

1:58:35

5

Aileen Morrison

IRL

18:38

1:02:43

35:43

1:58:52

6

Magali Di Marco

SUI

18:49

1:02:36

35:52

1:59:00

7

Alexandra Razarenova

RUS

18:52

1:02:35

35:55

1:59:03

8

Annamaria Mazzetti

ITA

18:51

1:02:35

35:55

1:59:06

9

Emmie Charayron

FRA

19:36

1:03:06

34:46

1:59:18

10

Hollie Avil

GBR

18:55

1:02:25

36:29

1:59:37

...

12

Anja Knapp

GER

18:44

1:02:40

36:47

1:59:52

13

Anja Dittmer

GER

19:33

1:03:06

35:31

1:59:55

14

Rebecca Robisch

GER

19:42

1:03:01

35:32

1:59:55

17

Melanie Annaheim

SUI

18:53

1:02:32

37:25

2:00:32

23

Svenja Bazlen

GER

18:45

1:03:56

37:01

2:01:29

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