Deutsches Trio auf ungewohntem Terrain St. Anthony's: Frodeno, Haug und Bazlen dabei

Kurzstrecke | 25. April 2013
Beim St. Anthony's Triathlon im Rahmen der 5i50-Serie wagen sich gleich drei Deutsche auf ungewohntes Terrain: Svenja Bazlen probiert sich wieder auf der Kurzdistanz, Anne Haug und Jan Frodeno im Non-Drafting-Triathlon. Und das gegen hochkarätige Konkurrenz.
Dass sie sich so schnell wiedersehen, hätten vor der Saison wohl auch Svenja Bazlen und Anne Haug nicht geglaubt. Während Anne Haug sich nach den Olympischen Spielen im vergangenen August entschieden hat, noch mindestens vier Jahre im ITU-Triathlon weiterzumachen, hat ihre DTU-Teamkollegin von den Olympischen Spielen, Svenja Bazlen, den Sprung in den Non-Drafting-Triathlon gewagt, nachdem sie zuvor beim Grand Final im Herbst noch Anne Haug zur Vizeweltmeiserschaft verhalf. Beim St. Anthony's Triathlon, einem traditionsreichen Rennen, das mittlerweile unter dem Label der WTC-eigenen 5i50-Serie steht, treffen die ehemaligen Teamkolleginnen in St. Petersburg (Florida) am Sonntag schon wieder aufeinander.

ITU-Athleten, Ehemalige und Langdistanzler

Für Bazlen ist das Rennen wohl vor allem ein Aufgalopp für den Ironman 70.3 in St George am kommenden Wochenende, für den die Deutsche ebenfalls gemeldet hat - und eine willkommene Gelegenheit, ihr Punktekonto für einen Start beim Hy-Vee-Triathlon Anfang September aufzufüllen. Die punktbesten 25 Männer und Frauen aus dem entsprechenden Ranking qualifizieren sich für die US-Meisterschaften, die zwar nicht mehr mit so hohen Preisgeldern aufwarten wie in der Vergangenheit, aber noch immer hochdotiert sind. Schon etwa 1.300 Punkte hatten für die Qualifkation im vergangenen Jahr gereicht, bis zu 1.500 gibt es am Wochenende in St. Petersburg zu holen. Doch geschenkt gibt es sie nicht.
Denn die Konkurrenz, die in Florida auf Bazlen wartet, hat es in sich. Mit Felicity Abram, Emma Moffatt (beide AUS), Nicky Samuels, Andrea Hewitt (beide NZL), Jessica Harrison (FRA) Jodie Stimpson (GBR) und Barbara Riveros Diaz (CHI) haben sich eine Woche nach dem WM-Serienrennen in San Diego gleich sieben der weltbesten Kurzdistanz-Athleten für das ungewohnte Non-Drafting-Rennen gemeldet, außerdem die guten Radfahrerinnen Radka Vodickova (CZE) und Laura Bennett (USA), ITU-Weltmeisterin Lisa Norden (SWE), Helle Frederiksen (DEN) und die Langdistanz-Spezialisten Kelly Williamson (USA), Mirinda Carfrae (AUS), Margaret Shapiro (USA) und Joanna Lawn (NZL). Und, natürlich: Anne Haug.

Haug müde, aber ohne Druck

Die Deutsche fühlte sich nach zwei WM-Rennen binnen zwei Wochen zwar schon in San Diego etwas müde - die Gelegenheit, ihr Zeitfahrequipment zu testen, will sich die ITU-Weltranglistenerste trotzdem nicht entgehen lassen. "Was das Material angeht, habe ich das Beste vom Besten gestellt bekommen, auch wenn ich bei meinem ersten Test am Montag ehrlich gesagt geschockt war, wie wackelig sich das anfühlt. Ich kann mir noch gar nicht vorstellen, damit schnell zu fahren", erzählt Haug wenige Tage vor dem Rennen gegenüber tri-mag.de. Auch körperlich werde die Süddeutsche wohl nicht in Bestverfassung an der Startlinie stehen, weshalb sie - auch angesichts der starken Konkurrenz - zunächst einmal "kleine Brötchen backen" wolle. "Wir sind nach dem Rennen in San Diego sofort weiter zum Höhentraining nach Sedona geflogen, so richtig rausnehmen werden wir hier im Training nicht", erzählt Haug. "Am Dienstag standen schon wieder 1.000er auf der Bahn an. Die Müdigkeit spüre ich immer noch deutlich", meint sie. Doch es sei auch nicht das Ziel, das 5i50-Rennen mit frischen Beinen zu bestreiten. "Ziel ist für mich, nach dem guten Serienstart meine WM-Medaille zu verteidigen und topfit in Hamburg am Start zu stehen. Ich würde mich auch gerne für Hy-Vee qualifizieren, aber nicht um jeden Preis", sagt sie. Viel mehr freue sie sich, endlich mal wieder ein Rennen ohne Druck und Erwartungshaltungen von außen bestreiten zu können - "auch wenn ich im Vorfeld schon gedacht habe, dass mir das Format liegen sollte", meint sie. "Im Grunde ist das ja nicht so viel anders als meine ITU-Rennen im vergangenen Jahr."

Frodeno gegen Starykowicz, O'Donnell und Ospaly

Auch Jan Frodeno hat in den ersten beiden WM-Serienrennen dieses Jahres - wenn zum Teil auch ungeplant - vor allem auf dem Rad für Aufsehen gesorgt. Verstecken muss sich der Olympiasieger, der in San Diego beim Laufen noch wegen Schnittverletzungen am Fuß ausgestiegen war, bei dem Non-Drafting-Rennen also keineswegs - selbst wenn die Konkurrenz es für ihn auch nach der Rennabsage von Sebastian Kienle noch in sich hat. Schwimmspezialist Tommy Zaferes (USA), Laurent Vidal (FRA), Ivan und Denis Vasiliev (RUS) und Sven Riederer (SUI) wollen es Frodeno gleich tun und eine Woche nach dem zweiten WM-Serienrennen auch in der 5i50-Serie in Erscheinung treten. Außerdem trifft der Olympiasieger von 2008 in Florida auf den Non-Drafting-Kurzdistanzspezialisten Josh Amberger (AUS), seine ehemaligen ITU-Kollegen Greg Bennett (USA), Will Clarke, Tim Don (beide GBR), Langdistanz-Athlet Timothy O'Donnell, den Radspezialisten Andrew Starykowicz (beide USA) und Titelverteidiger Filip Ospaly (CZE). Auch Stuart Hayes (GBR), Ben Collins, TJ Tollakson (beide USA) und Ruedi Wild (SUI) dürften beim St. Anthony's Triathlon eine Rolle spielen. "Es ist heiß, es ist windig - also alles genau, wie ich es mag", zeigt sich Frodeno vor dem Start trotzdem optimistisch. "Ich freue mich darauf, einmal eine andere Möglichkeit in diesem Sport kennenzulernen."