Süchtig nach Trainingsspaß

Der Berg ruft, oder sollte ich besser sagen, dass die Hälfte der Vorbereitungszeit schon vorbei ist? In sechs Wochen, am 13. Juli, ist der Tag gekommen, auf den ich mich schon so sehr freue und für den ich trainiere. Meine Freunde fragen mich jetzt schon: „Und, was machst du danach? Machst du weiter oder hörst du auf?"

Von > | 8. Juni 2014 | Aus: SZENE

Patrick Plasberg | Patrick Plasberg, Triabolos-Rookie 2014, Blogger, beim Lauftraining im Park

Patrick Plasberg, Triabolos-Rookie 2014, Blogger, beim Lauftraining im Park

Foto >Stephanie Voß

Die meisten verstehen nicht, dass ich schon jetzt abhängig vom „Sport machen“ geworden bin und schütteln nur ungläubig den Kopf, wenn ich von meinem Trainingspensum erzähle. Zumindest der trainingsfreie Montag hat sich mittlerweile etabliert, auch wenn es mir noch immer schwer fällt. Dass Sport abhängig machen kann, hätte ich vor ein paar Wochen nie geglaubt. Aber es ist so, zumindest bei mir. Gerade gestern habe ich mich mit einigen Mitstreitern unterhalten, und wenn meine Mitstreiter sagen „ich muss heute noch zum Training“, denke ich „ich darf heute noch zum Training“. Ich bin so froh, dass ich diese Einstellung zum Sport gefunden habe. Ich denke, dass das das Wichtigste an der ganzen Sache ist: Spaß und Freude am Sport zu haben.

Diese Einstellung sollte man nie verlieren, egal wie ehrgeizig man ist. Egal, wie ich am 13. Juli abschneide, diese Erkenntnis werde ich mitnehmen und weiter verfolgen. Mach das, woran du Spaß hast! Und wenn der Trainingserfolg noch on top, quasi als Sahnehäubchen obendrauf, dazu kommt, weißt du, dass du alles richtig gemacht hast. Dieser Trainingserfolg war bei mir diese Woche gleich zweifach zu sehen, zum einem am Mittwoch und zum anderen am Samstag. Zu meiner großen Überraschung haben beide Erfolge mit dem Laufen zu tun und das, wo ich doch vor dem Rookie-Programm so wenig gelaufen bin. Am Mittwoch bin ich das erste Mal einen Schnitt von 5:05 min/km gelaufen und das auf knapp zehn Kilometern. Ich kann euch gar nicht sagen, wie baff ich war, als ich nach dem Lauf auf meine Uhr geguckt habe. Ok, ich war auch ganz schon platt und fertig. Aber egal, 5:05 ist schon mal eine Ansage.

Da wir eigentlich wesentlich langsamer laufen sollten und unsere Trainer nicht wirklich glücklich mit dieser Leistung waren, habe ich mir als Ausgleich einen weiteren freien Tag verordnet. Unsere Coaches möchten mit uns am Mittwoch an der Grundlage arbeiten und wir sollen im GA1-Bereich laufen, aber irgendwie hat das nicht geklappt. Anscheinend bin ich nicht der Einzige, der motiviert ist.

Am Samstag sind wir nach dem Schwimmtraining zu Zweit ein weiteres Mal um die Alster gelaufen. Diesmal lautete unsere Ansage wirklich „ganz gemütlich und ganz entspannt“ zu laufen. Wir wollten uns unterhalten und die Beine sollten sich beim Laufen gut anfühlen. Als wir nach 39 Minuten die Alster umrundet haben, habe ich ein zweites Mal in dieser Woche meiner Uhr nicht glauben wollen. Obwohl wir bewusst langsam gelaufen sind, haben wir die 40 Minuten Marke beiläufig unterboten. Und das ist echt cool, wir sind entspannt gelaufen, mein Puls war nicht allzu hoch und wir haben uns angeregt unterhalten. Das Training schlägt an und ich bin einfach nur glücklich.

Könnt ihr euch an eure erste Koppeleinheit erinnern? Wie habt ihr euch gefüllt? Wir durften am Sonntag im Anschluss an unsere Zwei-Stunden-Ausfahrt das erste Mal koppeln. Fahrrad abstellen, Schuhe wechseln und knapp einen Kilometer laufen. Ich bin das Thema viel zu schnell angegangen und hab gepustet wie am Mittwochabend. Ich hätte nicht gedacht, dass das so anstrengend ist, und ich möchte am 13. Juli ganze zehn Kilometer laufen …

Manchmal sind nicht anscheinend nicht nur die Erfolge wichtig, sondern auch die Rückschläge. Es geht nicht immer alles einfach und man muss auch mal was für seinen persönlichen Erfolg tun. Zum Glück hab ich in zwei Wochen Urlaub und etwas mehr Zeit zum trainieren. Ich weiß schon jetzt was auf meinem Trainingsprogramm stehen wird. Wisst ihr es auch?

Und was mach ich jetzt nach dem 13. Juli? Ich bin drauf und dran mich für einen weiteren Triathlon anzumelden. Aber ich traue mich noch nicht. Ich möchte erst den einen absolvieren und dann entscheiden. Aber was hat eine Freundin passend dazu gesagt: „Patrick, entweder der Triathlon verläuft enttäuschend, dann musst du noch einen zweiten machen und es nochmal probieren oder aber der Triathlon läuft hervorragend und dann bleibst du eh dabei“. So hab ich die Sache noch nicht gesehen, aber die Logik finde ich einleuchtend. Ich werde mir die nächsten Tage die Aussage durch den Kopf gehen lassen und wer weiß, vielleicht habe ich bald eine Entscheidung getroffen.

In diesem Sinne, habt Spaß beim Sport, bleibt gesund, und ich freu mich auf eure Kommentare,

Euer Rookie Patrick