Stimmen im Ziel "Tempojagd wie auf dem Formel-1-Kurs"

Kurzstrecke | 7. August 2012
Das Olympiarennen 2012 über 1.500 Meter Schwimmen im Hyde Park, 43 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer Laufen wird als denkwürdiges Ereignis in Erinnerung bleiben. Der Sieg von Alistair Brownlee war geprägt von einer Tempojagd vom Startschuss bis zum Zieleinlauf des 24 Jahre alten Briten nach 1:46:25 Stunden. Das sagten Javier Gomez, Bevan Docherty, Steffen Justus und Maik Petzold im Ziel.
Javier Gomez (Spanien, 2. in 1:46:36 Stunden)
"Meine Strategie war heute sehr einfach: Einfach immer an den Brownlees dranbleiben. Das Schwimmen war sehr gut, auf dem Rad war dann Stuart Hayes für die Brownlees sehr wichtig, und der Lauf war ziemlich schnell. Gerade die erste Runde beim Laufen, da haben sie versucht, richtig hart zu laufen. Meine Beine waren nach dem Radfahren nicht besonders frisch, aber ich wollte einfach nur dranbleiben. Auf den letzten drei Kilometern war das Rennen einfach zu schnell für mich. Noch so schnell zu laufen nach einem schnellen Schwimmen und einem so harten Radfahren, das macht mich sehr stolz. Beim Laufen ist es ja einfach so, dass der Schnellste gewinnt, das ist ganz simpel, da hilft auch keine Taktik. Da war Alistair einfach der Beste. Ich bin unheimlich froh mit der Medaille, ich bin mit Silber sehr glücklich. Wenn ich das Rennen noch mal machen müsste, würde ich es genauso wieder machen. Das britische Publikum war großartig, es hat natürlich die beiden Briten gepusht, aber es war sehr fair. Auch für mich war es wie ein Heimrennen. Dass so viele Leute zu einem Triathlonrennen kommen, ist super für unseren Sport. Jeder hat geschrien, so etwas hat es in unserem Sport noch nie gegeben."
Olympia-Triathlon Männer 2012
Javier Gomez: "Ich bin mit Silber sehr glücklich."
©Frank Wechsel / spomedis
Bevan Docherty (Neuseeland, 12. in 1:48:35 Stunden)
"Der Sport entwickelt sich einfach immer weiter, die Jungs werden immer schneller. Ich hätte gerne meinen Medaillensatz komplettiert, aber das war heute wie auf einem Formel-1-Rennkurs. Ich schaue jetzt mehr auf die Langstrecke. Ich freue mich über die Resultate der Vergangenheit und freue mich auf die Zukunft. Ich hoffe, dass ich irgendwann einmal in Kona gewinne."
Maik Petzold (Deutschland, 31. in 1:50:23 Stunden)
"Das Radfahren war extrem, alles war extrem. Ich wollte alles auf eine Karte setzen, ich habe gedacht, je schneller wir das Loch zufahren, umso besser. Ich bin beim Wechsel zum Radfahren nur leider bei einem anderen ins das Hinterrad getreten und habe mir dabei den großen Zehnagel aufgerissen, dadurch konnte ich beim Laufen keinen Schritt richtig ziehen. Ich wollte das Ding einfach nur noch zu Ende laufen. Es war schade, dass wir Steffen vorn in der Gruppe nicht mit dabei hatten, er ist ja hinten aus der Gruppe am besten gelaufen. Vor Alistairs Show kann man nur den Hut ziehen, Jans sechster Platz ist ein versöhnliches Ergebnis. Wir haben im Team immer eine Faustregel: Einer macht ein Superrennen, einer geht durch, und einer kackt ab – das war ich heute."
Olympia-Triathlon Männer 2012
Maik Petzold: "Einer kackt immer ab."
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Steffen Justus (Deutschland, 16. in 1:49:12 Stunden)
"Es war ja zu erwarten, dass das Schwimmen abartig schnell wird. Bis zur ersten Boje war ich auch noch dran, aber dann hat ein, zwei Positionen vor mir einer reißen lassen. Auf dem Rückweg zum Schwimmausstieg habe ich dann gesehen, wie brutal groß das Loch war: 1:15 Minuten Abstand beim Schwimmen, das ist einfach extrem viel. Ich habe es auf dem Rad versucht, aber wir haben in der letzten Runde sogar noch ein paar Sekunden verloren. Wenn du dann mit 1:30 Minuten Rückstand losläufst, ist das ewig weit weg. Für mich war es heute von A bis Z ein brutales Rennen. Meine Leistung war okay, aber wenn du vorn bist, läuft es sich einfach leichter. Die Stimmung war unfassbar, da sagst du schon 'wow', wenn die Briten beim Einlaufen ihrer Athleten schon so laut schreien. Das Rennen ist ein einmaliges Erlebnis gewesen. So etwas hat man nur ein Mal im Leben – aber ich muss es erst mal sacken lassen."
Olympia-Triathlon Männer 2012
Steffen Justus: "Das muss ich erst mal sacken lassen."
©Frank Wechsel / spomedis