Pressekonferenz zum Hamburg-Auftakt "Voller Fokus auf Hamburg - zwei Tage lang"

Kurzstrecke | 19. Juli 2012
Ein Steffen Justus in "Bombenform", ein Jan Frodeno, der halbe Tage zählt, eine Svenja Bazlen, die vor Vorfreude fast platzt und ein "schwebender" Maik Petzold, der "so richtig einen raushauen" will: Zum Auftakt des Hamburg-Wochenendes haben sich einige Deutsche den Medienvertretern gestellt. Die Aussagen von der Pressekonferenz.
Es überhaupt nach Hamburg zu schaffen ist schon die erste Hürde. Anne Haug und Anja Dittmer konnten sie nicht nehmen - zumindest nicht rechtzeitig zur Auftakt-Pressekonferenz am Donnerstag. Die anderen vier DTU-Olympioniken, Maik Petzold, Steffen Justus, Jan Frodeno und Svenja Bazlen, sowie die irische Olympia-Starterin und Hamburg-Dritte von 2010, Aileen Morrison, gaben den Medienvertretern zwei Tage vor dem Rennen aber Einblick in ihre Pläne und Gefühlswelten.
Aileen Morrison, Irland (Dritte in Hamburg 2010, aktuell Weltmeisterschafts-Vierte): "In Hamburg bin ich zum ersten Mal auf das Podium gelaufen - nicht nur, aber auch deshalb verbinde ich mit dieser Stadt großartige Erinnerungen und Gefühle. Es ist ein tolles Rennen, ein tolles Publikum, eine tolle Szenerie und es gibt hier tolle Läden. Vor allem gibt es tolle Läden! Mein Ziel war es vor dieser Saison, dieses Jahr konstant zu bleiben und in der WM-Serie eine Top-Ten-Platzierung zu erreichen. Nun stehe ich auf Platz vier - und wo ich doch gerade schon mal da bin... Die Top-Fünf will ich in der Serienwertung jetzt halten, in Hamburg vielleicht eine weitere Medaille holen. Das Wetter ist mir dabei fast egal: Als Athlet muss man mit allen Bedingungen zurechtkommen. Ich glaube, da ist Hamburg in vielerlei Hinsicht eine gute Generalprobe für London - was das Wetter, aber auch was den flachen Kurs angeht. Vor den Spielen selbst mache ich mich aber nicht verrückt, zumindest probiere ich das. Ich versuche ruhig zu bleiben und mir zu sagen, dass es einfach nur ein Tag von vielen ist."
Svenja Bazlen: "Der Termin dieses Rennens passt mir perfekt. Wir haben zuletzt intensiv trainiert - und jetzt, zwei Wochen vor Olympia, brenne ich darauf, zu sehen, wo ich nun tatsächlich im Moment stehe. Eine Top-Ten-Platzierung habe ich mir für Hamburg bereits vorgenommen. Und danach geht es dann direkt nach Kienbaum und in die letzte Phase der Olympiavorbereitung. Noch nie habe ich mich so auf ein Rennen gefreut wie auf die Olympischen Spiele. Diese Vorfreude ist ganz, ganz wichtig."
Jan Frodeno: "Seit dem Belastungstest Kitzbühel läuft meine Vorbereitung einfach einwandfrei. Mittlerweile haben wir die Vermutung, dass diese langwierige Pause vor allem aus einer Übertherapierung einer Achillessehnenentzündung resultierte. Der Physiotherapeut hat es da wohl einen Ticken zu gut gemeint, wodurch der Nerv gereizt wurde. Und wenn so ein Nerv einmal gereizt ist, dann gibt der so schnell keine Ruhe mehr. So bin ich in diesem Jahr vielleicht ein Zehntel der Kilometer gelaufen, die ich mir vorher gewünscht hätte, aber mittlerweile habe ich wieder zum Team zurückgefunden und trainiere viel gemeinsam mit Steffen Justus und Maik Petzold, was für mich sehr schön, aber natürlich auch verdammt hart ist. Gerade Steffen ist im Moment einfach in einer Bomben-Laufform. Den letzten Feinschliff holt sich dann natürlich jeder für sich. Für Hamburg heißt es nun erst einmal: Erholen. Gut, dass das Rennen am Samstag so spät stattfindet. Diesen halben Tag kann ich dafür noch richtig gut gebrauchen."
Steffen Justus: "Es stimmt schon, meine Form ist im Moment wirklich richtig gut. Am Samstag wollen wir dann doch einmal schauen, wie gut genau. Über meine vorherigen Ergebnisse, den Sieg in Sydney und den sechsten Platz in Kitzbühel, habe ich mich sehr gefreut - gar nicht so wegen der Platzierungen an sich, sondern weil sie das Resultat sehr guten Trainings sind. Auf Hamburg werde ich mich jetzt ganz fokussiert vorbereiten. Zwei Tage lang."
Maik Petzold: "Seit der geglückten Olympiaqualifikation in Madrid Ende Mai schwebe ich, das erleichtert mir natürlich vieles. Und es macht super viel Spaß, gemeinsam mit den anderen Jungs zu trainieren. Meine Zielzeiten im Training habe ich mit denen zuletzt immer deutlich unterboten - da ist jetzt nur die Frage, ob sich das am Samstag nicht vielleicht auch rächen könnte (lacht). Ich freue mich wahnsinnig darauf, mich hier in Hamburg dem deutschen Publikum zu präsentieren und hoffe, dass ich beim Laufen einmal so richtig einen raushauen kann. Einfach mal länger vorne mitrennen, womit ich sonst so meine Probleme habe. Das wäre wichtig für mich."