Des Moines Whitfield schlägt Frodeno

Kurzstrecke | 28. Juni 2009
Beim höchstdotierten Weltcup-Triathlon der Saison haben sich die Australierin Emma Moffatt und Simon Whitfield aus Kanada als Sieger jeweils 200.000 US-Dollar Preisgeld gesichert. Der Olympiasieger Jan Frodeno aus Saarbrücken unterlag erst im Zielsprint.
In einer der knappsten Entscheidungen in der Triathlon-Weltcupgeschichte hat sich Simon Whitfield, der Olympiasieger des Jahres 2000 und Silbermedaillengewinner von 2008, beim Hy-Vee ITU Triathlon im US-amerikanischen Des Moines durchgesetzt und damit so etwas wie eine Revanche für seine knappe Niederlage in Peking gefeiert. Dort war der Kanadier im Sprint dem späteren Sieger Jan Frodeno unterlegen, jetzt verwies er eben diesen und den Australier Brad Kahlefeldt auf die Plätze. "Da war - im sportlichen Sinne - noch eine Rechnung aus dem letzten Jahr offen. Ich wollte Jan schlagen nach dem Olympischen Spielen. Ich will immer die Rennen gewinnen, die den anderen Jungs auch wichtig sind."

Alles zusammen auf dem Rad

Beim Schwimmen konnte sich, anders als bei den ersten beiden Rennen der WM-Serie, diesmal niemand entscheidend absetzen und so bildeten die 62 Elite-Athleten auch auf dem Rad eine große Gruppe. Da die starken Radfahrer in diesem mit vielen schnellen Läufern besetzten Feld ihre Chance in der Flucht nach vorn suchen mussten, kam diese große Gruppe nie zu Ruhe. Immer wieder versuchten es einzelne Athleten und kleinere Zweckgemeinschaften mit Tempoverschärfungen und Attacken. Am Ende waren es der US-Amerikaner Matt Reed und Stuart Hayes aus Großbritannien, die es nach vielen gescheiterten Anläufen schafften und bis in die zweite Wechselzone einen Vorsprung von 60 Sekunden herausfahren konnten.

Fotofinish im Endspurt

Viel zu wenig gegen das höchstklassig besetzte Hauptfeld. Eine sechs Mann starke Gruppe aus Whitfield, Frodeno, Kahlefeldt, Jarrod Shoemaker (USA), dem Neuseeländer Kris Gemmell und Weltmeister Javier Gomez aus Spanien machte schnell Boden gut und schon bald war klar, dass die Entscheidung aus dieser Gruppe fallen würde. Alle sechs schienen sich dabei auf ihre Spurtstärke zu verlassen, denn bis 400 Meter vor dem Ziel zog keiner das Tempo entscheidend an. Als Whitfield sich vor der letzten Kurve taktisch geschickt an die Spitze geschoben hatte und den Spurt anzog, mussten als erstes Gemmell, Gomez und Shoemaker abreißen lassen. Whitfield, Kahlefeldt und Frodeno dagegen rannten Schulter an Schulter dem Ziel entgegen. 50 Meter vor dem Zielbanner noch sah es aus, als ob Whitfield geschlagen wäre, dann drehte der Familienvater noch einmal auf und hatte am Ende knapp die Nase vorn. Und war in Gedanken schon weit weg vom Sport: "Das erste, was ich tue, ist, meiner Tochter Pippa ein riesiges Spielzeughaus zu kaufen. Sie inspiriert mich wirklich, wenn sie im Vorgarten herumrennt."
Nach Auswertung des Fotofinish um Platz zwei wurde Kahlefeldt der Silberrang zugesprochen, Frodeno kam auf Platz drei. und zollte dem Sieger Respekt: "Ich habe mich stark gefühlt beim Laufen, aber Simon hatte heute den Extra-Kick. Wir haben ihn abgehängt, aber er kam zurück und wir konnten ihn heute nicht knacken."

Moffatt schlägt Snowsill erneut

Ganz anders der Rennverlauf bei den Damen. Nach dem Schwimmen bildete sich auf dem Rad eine achtköpfige Spitzengruppe unter anderem mit der Führenden der WM-Serie Emma Moffatt, Andrea Hewitt aus Neuseeland, der Weltmeisterin Helen Jenkins (GBR) und den US-Amerikanerinnen Sarah Haskins und Laura Bennett. Olympiasiegerin Emma Snowsill verpasste wie beim WM-Serien-Rennen in Madrid diese erste Gruppe, die auf dem technisch anspruchvollen Radkurs im US-Bundesstaat Iowa einen Vorsprung von 55 Sekunden herausfuhr.
Beim Laufen übernahm Moffatt sofort die Initiative und setzte sich schnell von Andrea Hewiit ab. Mit der schnellsten Laufzeit des Tages von 35:38 Minuten ließ sie keinen Zweifel an ihrer derzeitigen Dominanz aufkommen und gewann nach Madrid das zweite hochklassige Rennen innerhalb von sechs Tagen. Und 200.000 US-Dollar. "Ich habe versucht, mich nur aufs Laufen zu konzentrieren und nicht an das Geld zu denken. Ich weiß noch gar nicht, was ich damit anfangen werde."
Zweite wurde ihre Landsfrau Snowsill, die aus der zweiten Gruppe kommend alle anderen Konkurrentinnen überlief. Auf Platz drei kam die Kanadierin Lauren Groves. Anja Dittmer wurde 20., beste Schweizerin wurde Magali di Marco Messmer als Vierte.
Hy-Vee ITU Triathlon Elite Cup, Frauen
27. Juni 2009, Des Moines (USA)
1,5 km Swim40 km Bike10 km RunGesamt
1Emma MoffattAUS19:351:03:1635:381:59:45
2Emma SnowsillAUS20:091:03:4236:162:01:18
3Lauren GrovesCAN20:061:03:4636:222:01:31
4Magali Di marco MessmerSUI19:371:03:2337:322:01:48
5Liz BlatchfordGBR19:361:03:1737:502:02:04
6Andrea HewittNZL19:411:03:1638:182:02:26
7Lisa NordenSWE20:351:03:5636:472:02:37
8Daniela RyfSUI20:041:03:4537:532:02:59
9Sarah HaskinsUSA19:361:03:2039:082:03:26
10Helen JenkinsGBR19:451:03:1139:302:03:45
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20Anja DittmerGER20:291:04:5240:082:06:46
Hy-Vee ITU Triathlon Elite Cup, Männer
27. Juni 2009, Des Moines (USA)
1,5 km Swim40 km Bike10 km RunGesamt
1Simon WhitfieldCAN19:2358:1231:341:49:43
2Brad KahlefeldtAUS19:2758:0831:351:49:44
3Jan FrodenoGER19:2558:0931:381:49:44
4Kris GemmellNZL19:2658:0931:381:49:44
5Jarrod ShoemakerUSA19:3458:1031:321:49:47
6Javier GomezESP19:1658:2131:381:49:51
7Brent McMahonCAN19:2358:1531:531:50:07
8Tim DonGBR19:3657:2832:451:50:21
9Danylo SapunovUKR19:2757:3632:461:50:25
10Ryosuke YamamotoJPN19:4557:5532:171:50:32
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35Michael RaelertGER19:3258:0636:211:54:34