Williamson knapp vor Gajer, Docherty dominiert

Julia Gajer ist beim Ironman Texas knapp an ihrem zweiten Langdistanztitel vorbeigeschrammt. Die 31-Jährige musste sich nach starkem Schwimmen und Radfahren erst beim Marathon der starken US-Amerikanerin Kelly Williamson geschlagen geben. Der Neuseeländer Bevan Docherty meldete mit einer überragenden Laufleistung und seinen zweiten Ironmansieg Ambitionen Richtung Hawaii an.

Von > | 19. Mai 2014 | Aus: SZENE

JRB_0454 | Ironman Texas

Ironman Texas

Foto >Jason R. Budd / FinisherPix.com

Auf den Tag genau sechs Monate nach ihrem Triumph beim Ironman Arizona glückte Julia Gajer in Texas ein weiteres starkes Rennen - und nur eine war an diesem Tag einen Tick besser. Etwas mehr als sechs Minuten fehlen der Deutschen im Ziel auf Kelly Williamson und damit zum Sieg. Wie die US-Amerikanerin entschied auch der zweifache Olympiamedaillengewinner Bevan Docherty das Rennen in den Laufschuhen für sich und muss spätestens jetzt auch zum Favoritenkreis für die Ironman-WM im Oktober auf Hawaii gezählt werden.

Williamson kontert Gajer-Angriff

Im Rennen der Frauen zog sich das Feld schon in der ersten Stunde weit auseinander. Nur Julia Gajer, Amber Ferreira und Bree Wee (beide USA) konnten im Wasser mit der späteren Siegerin Williamson mithalten. Danach übernahm Gajer das Kommando. Schon nach wenigen Radkilometern flog sie an Williamson vorbei und vergrößerte ihren Vorsprung auf die laufstarke US-Amerikanerin bis zum zweiten Wechsel auf fast zehn Minuten. Allein Gajers Teamkollegin Eva Wutti und Sarah Piampiano (USA) schlugen ein ähnliches Tempo an. Die Österreicherin gab das Rennen aber später auf. Ein Infekt hatte ihr die letzten Wochen ihrer Vorbereitung verhagelt. Die US-Amerikanerin kämpfte sich nach schwachem Schwimmen mit der schnellsten Radzeit des Tages bis auf Zwischenrang vier nach vorn - musste später aber dafür büßen und wurde bis auf den zehnten Platz durchgereicht. Ganz vorn wechselte Gajer vor Williamson und Ferreira, die im Doppelpack den zweiten Wechsel erreichten. Doch schon auf den ersten Kilometern wurde deutlich, dass nur Williamson die Beine hat, um dieses Rennen zu gewinnen. Bei Kilometer 13 lag sie nur noch fünfeinhalb Minuten hinter Gajer. Danach schmolz der Vorsprung der Deutschen mit jedem Kilometer um knapp 30 Sekunden. 16 Kilometer vor dem Ziel zog Williamson vorbei und zeigte auch danach keine Anzeichen von Schwäche. In 2:54:46 Stunden lief sie den mit Abstand schnellsten Marathon des Tages und am Ende mehr als sechs Minuten vor Julia Gajer ins Ziel, die eine Dreifachsieg der US-Amerikanerinnen verhindert. Denn Ferreira verteidigte ihren dritten Platz knapp gegen ihre Landsfrau Bree Wee, die Vierte wurde.

Kelly Williamson | Nach Platz zwei 2011 holt Kelly Williamson nun den Sieg beim Ironman Texas.

Nach Platz zwei 2011 holt Kelly Williamson nun den Sieg beim Ironman Texas.

Foto >Jason R. Budd / FinisherPix.com

Ironman Texas | Frauen

  1. Mai 2014, The Woodlands (USA)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Kelly Williamson

USA

8:54:42

51:49

5:03:51

2:54:46

2

Julia Gajer

GER

9:00:52

52:36

4:53:43

3:09:35

3

Amber Ferreira

USA

9:11:48

52:58

5:02:16

3:11:24

4

Bree Wee

USA

9:14:27

53:00

5:03:41

3:12:19

5

Tamara Kozulina

UKR

9:15:19

1:02:31

5:00:46

3:06:40

6

Jennie Hansen

USA

9:18:51

1:04:58

5:01:48

3:06:45

7

Jessica Meyers

USA

9:23:33

59:45

5:05:11

3:14:21

8

Jackie Arendt

USA

9:27:05

53:48

5:09:34

3:18:44

9

Cindy Lewis

CAN

9:29:53

59:47

5:07:59

3:16:38

10

Sarah Piampiano

USA

9:38:57

1:02:28

4:53:04

3:37:15

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Docherty clever, Rapp glücklos

Bei den Männern nutzte Bevan Docherty die ungewöhnlich günstigen Wetterbedingungen optimal. Im Wasser war nur Brandon Marsh schneller als der Neuseeländer, der danach zwar Jordan Rapp die Führungsarbeit überließ - sich aber immer in Schlagdistanz nach vorn halten konnte. Nach 180 Radkilometern hatte Rapp ein Polster von etwa dreieinhalb Minuten auf seine Verfolger herausgefahren. Das reichte aber bei Weitem nicht für einen weiteren Ironmantitel. Schon nach 16 Kilometern ging Docherty an ihm vorbei, später wurde Rapp auch noch von Matthew Russell und Justin Daerr abgefangen und verpasste das Podium letztlich um weniger als 30 Sekunden. Docherty lief das Rennen clever nach Hause und feierte in starken 8:09:37 Stunden den zweiten Ironmanerfolg nach seinem Heimsieg in Taupo vor etwas mehr als einem Jahr. Der Startplatz auf Hawaii dürfte ihm damit kaum mehr zu nehmen sein. Russell verteidigte seinen zweiten Platz gegen Daerr, der sich den letzten Podiumsplatz holte. In einem von US-Amerikanern dominierten Rennen schafften außer Docherty nur noch der Australier Chris McDonald und Balasz Csoke aus Ungarn den Sprung in die Top Ten.

Bevan Docherty | Ein überragender Lauf beschert Bevan Docherty seinen zweiten Ironmantitel.

Ein überragender Lauf beschert Bevan Docherty seinen zweiten Ironmantitel.

Foto >Jason R. Budd / FinisherPix.com

Ironman Texas | Männer

  1. Mai 2014, The Woodlands (USA)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Bevan Docherty

NZL

8:09:37

47:55

4:26:59

2:49:17

2

Matthew Russell

USA

8:14:53

55:18

4:21:28

2:52:44

3

Justin Daerr

USA

8:17:29

52:09

4:28:24

2:52:16

4

Jordan Rapp

USA

8:17:58

52:02

4:19:11

3:02:14

5

Chris McDonald

AUS

8:22:51

52:05

4:26:29

2:59:06

6

Matt Hanson

USA

8:25:51

53:43

4:46:16

2:41:38

7

Clay Emge

USA

8:28:52

53:52

4:36:51

2:52:22

8

Brandon Marsh

USA

8:31:38

46:38

4:28:26

3:10:52

9

Balasz Csoke

HUN

8:33:06

48:01

4:32:39

3:07:11

10

James Cheeson

USA

8:37:12

55:22

4:35:25

3:01:57

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