Die Youngster lauern: Kann Steffen Justus in Witten seinen Sprinttitel von Grimma verteidigen?

Jens Richter / spomedis

Steffen Justus beim Triathlon in Buschhütten
Bilder 1/1

DM Sprint Witten Youngster wollen Justus und Bazlen ärgern

Kurzstrecke | 14. August 2012
Nach nur einem Jahr Pause ist der Ruhrtaltriathlon zurück im Rennkalender der Deutschen Triathlon Union. Zur Feier haben die Wittener Organisatoren fast die komplette Kurzdistanz-Elite geladen, denn es geht um die Deutschen Meistertitel im Sprint. Zehn Tage nach seinem Olympiadebüt in London trifft Steffen Justus am Sonntag unter anderem auf Maik Petzold und Jonathan Zipf.
Nach drei Jahren in der Wittener Innenstadt war das Rennen mit dem spektakulären Start im mobilen Schwimmbecken im vergangenen Jahr ausgefallen. Nun haben die Organisatoren des Triathlon Team TG Witten um Abteilungsleiter Thomas Fehrs den Termin gleich um vier Wochen nach vorn und den Schwimmstart vom Saalbau ans Königliche Schleusenwärterhaus an der Ruhr verlegt. Eine erfolgreiche Maßnahme. Denn die Deutsche Triathlon Union honorierte das und vergab die nationalen Titelkämpfe im Sprinttriathlon in die Heimatstadt des mehrfachen Bundesliga-Mannschaftsmeisters.

Erfahrung gegen jugendlichen Ehrgeiz

Nur vier Tage nach ihrer Rückkehr aus London werden gleich drei der sechs deutschen Olympiastarter im Kampf um den Titel mitmischen. Titelverteidiger Steffen Justus, 16. des olympischen Triathlons am 7. August, fährt sicher nicht nur ins Ruhrgebiet, um ein Bad in der Menge zu nehmen und Autogramme zu schreiben. Der 30-Jährige will seinen Titel aus dem vergangenen Jahr verteidigen. Damals hatte er sich knapp gegen Jonathan Zipf und Gregor Buchholz durchgesetzt. Als zweiter Olympionike hat Maik Petzold für das Meisterschaftsrennen gemeldet. Der Bautzener haderte nach dem 31. Platz in London zwar am meisten mit seiner Leistung, doch auch er wird nach der zweitägigen Heimreise mit der MS Deutschland den nötigen Fokus und die Konzentration finden, um in Witten vorn dabei zu sein. Gejagt werden die beiden erfahrenen Kaderathleten am Sonntag (Start 13.00 Uhr) gleich von 46 hochmotivierten Konkurrenten. Neben dem schon erwähnten Zipf werden auch der aktuelle Deutsche Meister auf der Kurzdistanz, Franz Löschke, Vizemeister Christian Prochnow, der frühere U23-Weltmeister Gregor Buchholz, Junioren-Europameister Justus Nieschlag und Nils Frommhold, der Sieger des Frankfurt City Triathlons, ins Rennen gehen.
Wie gewohnt geht es für die deutsche Elite über exakt die halbe Kurzdistanz. Geschwommen wird dieses Mal in der Ruhr. Nach einem Wasserstart aus dem Schleusenbecken folgen die Athleten einem Dreieckskurs, der nach 750 Metern wieder im Schleusenbecken endet. Wie in den meisten nationalen und internationalen Eliterennen ist das Windschattenfahren auch in Witten freigegeben. Entschieden wird der Kampf um den Titel auf den 20 nahezu flachen Radkilometern (ca. 100 Höhenmeter) aber sicher nicht. Stattdessen werden auf den finalen fünf Laufkilometern - einem Zwei-Kilometer-Prolog gefolgt von drei Runden á einem Kilometer - wieder Sprintqualitäten gefragt sein.

Bazlen auf Titeljagd

Auch im Rennen der Frauen, wo die Zuschauer die dritte deutsche Olympionikin feiern dürfen. 2011 passte die Deutsche Meisterschaft noch nicht in ihren Plan, dieses Mal nimmt Svenja Bazlen die Herausforderung der nationalen Konkurrenz an. Vielleicht ist die Enttäuschung über den 32. Platz von London noch nicht ganz verflogen - motiviert dürfte die 28-jährige Freiburgerin am Sonntag (Start 11.45 Uhr) aber dennoch sein, denn ein nationaler Titel fehlt ihr bisher noch. Von den 19 Herausfordererinnen dürften Titelverteidigerin Rebecca Robisch, Junioren-Europameisterin Hanna Philippin sowie Sarah Fladung, Anja Knapp und Theresa Baumgärtel die heißesten Anwärterinnen auf eine der drei Medaillen.

Aktuelle Ausgaben