Ab 2015 "Rolling Start" beim Ironman Switzerland

Mit einem innovativen Startprozedere will Ironman sein Rennen am Zürichsee aufwerten. Statt eines Massenstarts werden ab 2015 kleine Gruppen in Sekundenabständen auf die Reise geschickt. Damit sollen nicht nur die unnötigen Keilereien im Wasser, sondern auch das leidige Draftingproblem eingedämmt werden.

Von > | 11. Dezember 2014 | Aus: Szene

02 Ironman Switzerland 2014

... des Zürichsees in dessen Fluten ...

Foto > Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Mit dem "Swim-Smart-Programm" hatte Ironman-CEO Andrew Messick schon im Sommer 2013 auf die steigende Zahl von Unfällen beim Schwimmen reagiert und - auch gegen Widerstände aus dem konservativen Athletenlager - bei den Ironmanrennen in Lake Placid, Lake Tahoe und Coeur d'Alene den sogenannten "Rolling Start" eingeführt. Auch beim Ironman Malaysia und in Kalmar (SWE) wurden in diesem Zuge die traditionellen Massenstarts abgeschafft. Selbst am Wörthersee wurden die Agegrouper in diesem Jahr erstmals in zwei Wellen auf die Strecke geschickt. In Zürich will man 2015 noch einen Schritt weitergehen.

Viele Gruppen, weniger Sorgen

Man habe feststellen müssen, dass sich die Draftingproblematik in den vergangenen Jahren durch die steigenden Athletenzahlen und die höhere Leistungsdichte verschärft hat, so Ironman-Switzerland-Sprecher Manuel Orth. Mit dem neuen und bisher einmaligen Startprozedere soll dieser Entwicklung entgegen gewirkt werden. Die Idee: Nach dem Start der Profiathleten nehmen Gruppen von 10-15 Athleten im Abstand von einigen Sekunden das Rennen auf. Die mutmaßlich schnellsten Schwimmer zuerst, die langsamen am Ende. Maßgebend für die Zusammensetzung der Startgruppen sind die von den Athleten geschätzten voraussichtlichen Schwimmzeiten. Bei den mehr als 2.600 Athleten, die 2014 in Zürich am Start waren, käme man je nach genauer Gruppenstärke theoretisch auf mehr als 170 kleine Gruppen. Aufgrund des Aufbaus an der Landiwiese werde das aber einwandfrei funktionieren, ist sich Orth sicher.

33 Rennen

33 Rennen, die ein Triathlet gefinisht haben muss: Auch der Ironman Switzerland gehört dazu.

Foto > Frank Wechsel / spomedis

Befürchtungen, man wolle durch die Startreform Kapazitäten für weitere Athleten schaffen, räumte Orth gegenüber tri-mag.de aus: "An der Anzahl der Startplätze wird sich nichts ändern." Neben Sicherheitsaspekten und einem Durchbruch beim Dauerbrennerthema Drafting erhoffen sich die Schweizer Organisatoren zudem schnellere Schwimmzeiten sowie ein allgemein angenehmeres Schwimmerlebnis, weil jeder Sportler entsprechend seinen eigenen Fähigkeiten schwimmen kann.

Die 19. Auflage des Traditionsrennens am Zürichsee steigt am 19. Juli 2015. In diesem Jahr gingen die Titel an Daniela Ryf und Boris Stein, die beide den ersten Ironmansieg ihrer Karriere feierten - und drei Monate später auch beim Ironman Hawaii für Furore sorgten.