3. Abu Dhabi International Triathlon: Rasmus Henning (rechts) siegt vor Faris Al-Sultan

Frank Wechsel / spomedis

3. Abu Dhabi International Triathlon: Rasmus Henning (rechts) siegt vor Faris Al-Sultan
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Defensivtaktik entscheidet Abu Dhabi: Rasmus Henning siegt vor Faris Al-Sultan

Langstrecke | 3. März 2012
Auch bei den Märchen aus Tausendundeiner Nacht gibt es nicht immer ein Happy End: Publikumsliebling Faris Al-Sultan konnte sich seinen Traum vom Sieg in Abu Dhabi nicht erfüllen. Am Ende hatte Rasmus Henning den längeren Atem.
Ein Sieg beim Abu Dhabi International Triathlon wäre das I-Tüpfelchen auf der Karriere des Faris Al-Sultan gewesen. Der Münchner mit den persischen Wurzeln ist der bekannteste Triathlet im Mittleren Osten. Er hat mit der britischen Veranstaltungsorganisation IMG den Abu Dhabi International Triathlon vor drei Jahren iniitiert, sein Name ist mit dem Abu Dhabi Triathlon Team untrennbar verbunden. Doch der Lokalmatador, wie man ihn hier durchaus nennen darf, scheiterte knapp.

Duo übernimmt die Initiative

Beim Schwimmen gab zunächst Clayton Fettell den Ton an. Auch ein Navigationsfehler zum Ende der ersten Runde konnte den Australier nicht vom Etappensieg abhalten. Der Geheimfavorit - unter anderem hatte der spätere Sieger Rasmus Henning auf einen Erfolg Fettells gesetzt - bekam bald Begleitung: Zusammen mit seinem Landsmann Paul Ambrose erreichte er zum ersten Mal die Formel-1-Strecke auf Yas Island, einem Vergnügungszentrum 35 Kilometer östlich von Abu Dhabi.

Al-Sultan schließt auf, Starykowicz im Pech

Doch auch das Duo sollte nicht lang allein bleiben: Aus dem guten Dutzend Verfolgern, die weder Wind noch Kampfrichter trennen konnten oder wollten, setzten sich der Münchner Faris Al-Sultan und der Amerikaner Andrew Starykowicz ab. Letzterer sorgte für ein schmerzhaftes Kuriosum: Beim Zusammenprall mit einer Helferin an einer Verpflegungsstation stürtzte Starykowicz und brach sich das Schlüsselbein. Trotzdem setzte er seine Fahrt fort und erreichte sogar als Erster die zweite Wechselzone - um dann jedoch nach wenigen Laufschritten das Rennen mit schmerzverzerrtem Gesicht aufzugeben.

Al-Sultans Angriff

Die schnellsten Laufschritte hatte nach dem zweiten Wechsel Al-Sultan: Der Publikumsliebling konnte sich schnell von seinen beiden verbliebenen Mitstreitern absetzen. Doch auch im großen Verfolgerfeld, das noch immer geschlossen die zweite Wechselzone erreichte, ging nach dem Wechsel die Post ab: Das spanisch-dänische Duo Eneko Llanos und Rasmus Henning übernahm die Initiative, Dirk Bockel folgte mit wenigen Metern Abstand.

Der längere Atem des Dänen

Rasmus Henning ließ sich von seinen Helfern am Streckenrand lückenlos über den schwindenden Vorsprung von Al-Sultan informieren - und merkte plötzlich, dass aus dem Formtest mehr herauszuholen sein könnte als nur Erfahrung. Schritt für Schritt holte der Däne auf, nach 18 von 20 Kilometern hatte er Al-Sultan erreicht. Nur kurz dauerte der Schlagabtausch des frischen Dänen mit dem erschöpften Münchner - dann zog Henning auf und davon. Bei der Premiere 2010 hatte er den dritten Platz belegt, im Vorjahr war er schon nach dem Schwimmen mit Krämpfen ausgestiegen - nun reichte es zum Sieg, dem ersten großen Triumph nach dem Erfolg bei der Challenge Roth 2010.

"Den Hals umdrehen"

Während Henning mit der heißen Wüstensonne um die Wette strahlte, machte Faris Al-Sultan keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. Der Rennverlauf war gegen ihn, beim Verlassen des Zielbereichs war sein Fluch, er würde heute Abend noch einigen den Hals umdrehen, unüberhörbar. Gemeint waren damit sicher die Kampfrichter, die dem bunten Treiben der Verfolgergruppe tatenlos zusahen - und die Mitstreiter, die dieses am Ende gnadenlos ausnutzten. Auf dem dritten Platz lief der Spanier Eneko Llanos ins Ziel und auch für Andreas Böcherer verlief der Saisonauftakt auf Platz vier erfolgreich.
3. Abu Dhabi International Triathlon: Männer
Abu Dhabi (VAE), 3. März 2012
PlatzNameGesamt3 km Swim200 km Bike20 km Run
1Rasmus Henning (DEN)6:21:440:36:314:34:101:06:13
2Faris Al-Sultan (GER)6:22:110:36:404:30:341:10:31
3Eneko Llanos (ESP)6:22:440:36:424:34:321:07:09
4Andreas Böcherer (GER)6:24:380:36:404:34:241:08:57
5Frederik van Lierde (BEL)6:25:120:36:394:34:581:09:32
6Dirk Bockel (LUX)6:27:110:36:334:34:591:11:38
7Luke Bell (AUS)6:28:160:36:414:34:561:12:23
8Paul Ambrose (AUS)6:31:150:36:394:29:181:20:24
9Fraser Cartmell (GBR)6:31:530:36:384:34:521:16:19
10Clayton Fettell (AUS)6:32:210:35:394:35:431:16:37
15Niclas Bock (GER)6:54:040:37:144:52:121:19:44
Maik TwelsiekDNF
Johann AckermanDNF
Jo SpindlerDNF
Swen SundbergDNS

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