Albert feiert Premierensieg, Brown behält weiße Weste

Marko Albert und - trotz einer Reifenpanne - Meredith Kessler haben den Ironman New Zealand gewonnen. Nicht minder beeindruckte aber Kiwi Cameron Brown: Zum 16. Mal in Folge landete er in Taupo auf dem Podest.

Von > | 1. März 2014 | Aus: SZENE

Challenge Roth 2012 - Männer - 19 | Cameron Brown

Cameron Brown

Foto >Frank Wechsel / spomedis

16 - nicht viele seiner Profi-Kollegen starten in ihren Karrieren überhaupt in so vielen Langdistanz-Triathlonrennen, Cameron Brown hat alleine schon so viele Podestplatzierungen gesammelt. Und zwar nicht etwa insgesamt, nein: Sondern alleine bei seinem Heimrennen, dem Ironman New Zealand in Taupo - in Folge. Seit 16 Jahren haben es die Konkurrenten nicht geschafft, den mittlerweile 41-Jährigen beim ältesten Qualifikations-Ironman für die Weltmeisterschaften auf Hawaii vom Podest zu stoßen, 10 dieser 16 Rennen konnte Brown zwischen 2001 und 2011 sogar gewinnen. Zu einem Sieg hat es für Brown in diesem Jahr zwar nicht ganz gereicht - die beeindruckende Serie des Triathlon-Routiniers aber hat weiterhin Bestand.

Docherty steigt aus, Bozzone fällt ab

Dabei musste Brown sich in Taupo zunächst einmal mit der Verfolgerrolle begnügen: Rund zwei Minuten verlor auf den 3,8 Auftaktkilometern auf die schnellsten Schwimmer um Marko Albert (EST) und Philip Graves (GBR), die nach dem ersten Wechsel gemeinsam unter anderem mit Vorjahressieger Bevan Docherty und Terenzo Bozzone (beide NZL) eine sieben Mann große Spitzengruppe eröffneten. Die allerdings funktionierte nicht so gut wie die Gruppe der schnellsten Verfolger dahinter: Cameron Brown, Tim van Berkel und Guy Crawford (beide AUS) schlossen nach rund 80 Kilometern zu den sieben Männern an der Spitze auf - und provozierten damit eine Attacke des Esten Marko Albert, der ein bekanntermaßen schneller Radfahrer, aber zumindest kein herausragender Läufer ist: Zwei Minuten Vorsprung erarbeitete er sich binnen seiner ersten 40 Fluchtkilometer, bevor sich auch die neun Mann große Verfolgergruppe etwas auseinanderzog. Mit fast sechs Minuten Vorsprung auf Romain Guillaume (FRA) und Philip Graves startete Albert so schließlich auf den abschließenden Marathon, etwa 30 Sekunden später folgten die weiteren Verfolger um Cameron Brown.

Und der weiß mit all seiner Erfahrung, wie er einen Marathonlauf im Ironman zu absolvieren hat - anders vielleicht als seine Landsleute Bevan Docherty und Terenzo Bozzone, die die Verfolgung Alberts auf den ersten Kilometer noch gemeinsam mit Brown aufnahmen. Titelverteidiger Docherty aber musste das Rennen etwas später vorzeitig mit Magenproblemen aufgeben - und auch Bozzone konnte an seinem 29. Geburtstag nicht mit seinem fast 13 Jahre älteren Konkurrenten Schritt halten. Nach der Halbmarathonmarke löste sich Brown von Bozzone, brummte ihm binnen der folgenden sieben Kilometern zwei Minuten auf - an Marko Albert kam er aber trotzdem nicht mehr heran: Auch der teilte sich seine Kräfte auf dem Marathon gut ein und gewann so letztlich mit vier Minuten Vorsprung vor Brown den ersten Ironman seiner Karriere. Nach Ain-Alar Juhanson ist Albert damit bereits der zweite Sieger des Ironman New Zealand aus dem 1,4 Millionen Einwohner kleinen Estland. Allerdings war das Rennen bei Juhansons Sieg im Jahr 2006 witterungsbedingt als Duathlon ausgetragen worden.

Ironman New Zealand | Männer

  1. März 2014, Taupo (NZL)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,2 km Run

1

Marko Albert

EST

8:17:33

46:10

4:36:42

2:50:05

2

Cameron Brown

NZL

8:21:55

48:25

4:40:39

2:47:45

3

Terenzo Bozzone

NZL

8:28:56

46:16

4:43:12

2:54:55

4

Tim van Berkel

AUS

8:29:53

48:00

4:41:28

2:55:44

5

Tom Lowe

GBR

8:31:56

54:52

4:41:08

2:50:20

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Identisches Podium wie im Vorjahr

Noch deutlich dominanter als Albert bei den Männern präsentierte sich Meredith Kessler bei den Frauen - und das von den ersten Metern an. Denn beim Schwimmen ließ die US-Amerikanerin sogar die meisten Männer hinter sich und startete so mit einem bereits mehrminütigen Vorsprung auf die 180 Kilometer lange Radstrecke. Und machte dort keine Anstalten, etwas von diesem Polster hergeben zu wollen - im Gegenteil. Kessler vergrößerte ihren Vorsprung auf die schnellste Verfolgerin Gina Crawford (NZL) sogar noch, obwohl sie zwischenzeitlich rund zwei Minuten wegen eines Reifendefekts verlor. Mit über sieben Minuten Vorsprung ließ die US-Amerikanerin auch auf den letzten 42 Laufkilometern nichts mehr anbrennen und sicherte sich souverän den dritten Sieg bei dem Ironmanrennen in Neuseeland in Folge - und das, wie schon im Vorjahr, vor der auf der Laufstrecke exakt gleich schnellen Gina Crawford und deren Landsfrau Candice Hammond. Mareen Hufe, die in Neuseeland einen weiteren Schritt in Richtung Ironman-Weltmeisterschaften auf Hawaii schaffen wollte, verlor speziell im Schwimmen und auf der Laufstrecke viel Zeit auf Kessler und beendete das Rennen mit 46 Minuten Rückstand auf die Siegerin auf dem neunten Rang.

Ironman New Zealand | Frauen

  1. März 2014, Taupo (NZL)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,2 km Run

1

Meredith Kessler

USA

9:08:46

46:47

5:08:30

3:08:06

2

Gina Crawford

NZL

9:15:53

51:20

5:10:05

3:08:06

3

Candice Hammond

NZL

9:30:04

59:25

5:15:01

3:10:44

4

Bree Wee

USA

9:39:15

53:46

5:23:46

3:14:34

5

Michelle Bremer

NZL

9:45:34

59:12

5:21:58

3:18:27

9

Mareen Hufe

GER

9:55:30

59:28

5:16:51

3:32:32

16

Celia Kuch

GER

10:19:40

1:03:39

5:32:38

3:36:59

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