Andreas Raelert: "Die Quali für Kona wird kein Selbstläufer"

Im Wonnemonat Mai will Andreas Raelert den nächsten Anlauf zum ersehnten Hawaiisieg nehmen. Beim 70.3-Klassiker in St. George und dem Ironman Texas müssen Punkte her, um zum siebten Mal bei der Ironman World Championship starten zu dürfen. Denn der Rostocker träumt weiter vom großen Coup in Kona, wie er im Interview mit tri-mag.de verrät.

Von > | 27. März 2015 | Aus: SZENE

Andreas Raelert | Andreas Raelert in der letzten Woche vor dem Ironman Hawaii

Andreas Raelert in der letzten Woche vor dem Ironman Hawaii

Foto >Nis Sienknecht / spomedis

Es gibt sicher kaum einen deutschen Triathlonfan, der ihm den Titel nicht gönnen würde. Viermal stand Andreas Raelert in Kailua-Kona schon auf dem Podium. Einmal - 2010 - schrammte er nur um Haaresbreite am großen Sieg vorbei, scheiterte am etwas clevereren Chris McCormack. Doch seit dem zweiten Platz von 2012 wird der 38-Jährige von einem kleinen Fluch verfolgt. Im Oktober 2013 musste er mit einer verschleppten Muskelverletzung beim Radfahren aufgeben, im vergangenen Jahr rebellierte auf Big Island nach mühsamer Qualifikation der Magen. Doch Raelert kämpfte und finishte nach knapp elf Stunden. Auch deshalb drücken ihm so viele Fans die Daumen, dass es in den letzten drei Jahren seiner Profikarriere doch noch zum Ironman-WM-Titel reicht. Über den Weg dorthin haben wir mit ihm gesprochen.

Andreas Raelert, Sie starten Anfang Mai beim Ironman 70.3 St. George und zwei Wochen später beim Ironman Texas - und damit - zumindest was den Ironman angeht - so früh wie nie in Ihre Rennsaison. Warum?
Der Einstieg in die Wettkampfsaison ist insgesamt sogar etwas später als die vergangenen Jahre. Nur für meinen Start bei der Langdistanz habe ich ganz bewusst einen früheren Termin gewählt. Nach einer langen Vorbereitungsphase möchte ich mir mit den beiden Rennen eine gute Ausgangsposition für die direkte Hawaiiqualifikation legen. Wenn die Rennen optimal laufen, kann ich mich schon nach Texas auf Hawaii konzentrieren.

Ihre Erdinger-Teamkollegin Julia Gajer ist 2014 in Texas Zweite geworden. Welche Tipps hat sie Ihnen gegeben?
Julia hat vor allem von der Atmosphäre und dem landschaftlich reizvollen Begebenheiten geschwärmt, mir aber auch vom sehr heißen Klima dort erzählt. Ich rechne deshalb mit nicht ganz einfachen klimatischen Bedingungen - und natürlich einem hochkarätigen Starterfeld.

Angenommen die beiden US-Rennen laufen nich wie geplant. Gibt es eine Option B für den weiteren Saisonverlauf?
Das große Ziel ist und bleibt Hawaii. Falls ich weitere Qualifikationshürden nehmen muss,  werde ich dies erst nach den Amerikarennen entscheiden. Mit solchen Eventualitäten möchte ich mich im Vorfeld der ersten Saisonhälfte aber noch nicht auseinandersetzen.

Nach dem Streichergebnis in Kona gehen Sie ohne Punkte in die Quali für 2015. Wie schätzen Sie selbst Ihre Chancen ein, das Ticket für Oktober am Ende doch zu bekommen?
Wenn ich den Hawaiisieg als großen Traum verfolge, darf ich an der Qualifikation nicht scheitern. Mir ist bewusst, dass das kein leichtes Unterfangen sein wird und auch kein Selbstläufer.