Andreas Raelert: "Ich bin sehr zuversichtlich"

Der Topfavorit für den Sieg beim Ironman 70.3 Mallorca trägt den Namen Raelert. Wie immer, seitdem es das Rennen in Alcudia gibt. Vor seinem Start am Samstag gibt sich Andreas Raelert als Sieger des Debütrennens von 2011 höflich und zurückhaltend, aber sehr zuversichtlich.

Von > | 10. Mai 2013 | Aus: SZENE

Andreas Raelert | Andreas Raelert will zum dritten Mal den Namen Raelert in die Siegerliste des Ironman 70.3 Mallorca eintragen

Andreas Raelert will zum dritten Mal den Namen Raelert in die Siegerliste des Ironman 70.3 Mallorca eintragen

Foto >Michael Rauschendorfer

Andreas Raelert ist der gefragte Mann vor dem Ironman 70.3 Mallorca. Gemeinsam mit dem prominenten Halbironman-Debütanten Daniel Unger sitzt der 36-Jährige vor der Presse, die sich am Tag vor dem mallorquinischen Frühsommerrennen ein Bild von den beiden Mitfavoriten machen möchte. Andreas Raelert wirkt ein bisschen müde, aber anders als die meisten der insgesamt 3.300 Teilnehmer hat der Rostocker auch eine extrem lange Anreise hinter sich. Mehr als fünf Wochen waren die Raelert-Brüder in Boulder im Höhentrainingslager, und nun gewöhnen sie sich seit Mitte der Woche ein in Alcudia. Während die Touristen in der Mittagshitze am Strand immer wieder Sonnencreme nachlegen, blickt Andreas Raelert ein paar Meter abseits der Promenade am Hafen von Alcudia einen Tag voraus: Falls alles nach Wunsch verläuft, könnte er hier 24 Stunden später zum zweiten Mal nach 2011 als Sieger des Ironman 70.3 ins Ziel laufen – und damit nach seinem ersten Saisonsieg beim Ironman 70.3 New Orleans einen weiteren Grundstein auf dem Weg zum Ironman Austria Ende Juni legen.

Andreas Raelert, wie fühlt es sich an, direkt aus der Höhe von Boulder in Colorado in den mallorquinischen Frühsommer nach Alcudia zu kommen? Jetlag?

Ob sich der Jetlag auswirkt, werden wir vielleicht am Wettkampftag sehen. Aber diese lange Reise direkt aus Boulder hierher soll keine Entschuldigung sein. Ich fühle mich eigentlich ganz gut, bin meines Erachtens auch sehr gut vorbereitet. Der Renneinstieg in New Orleans hat sehr gut geklappt – von daher gehe ich mit sehr viel Zuversicht an das Rennen.

Der Ironman 70.3 in New Orleans war eine erste wichtige Standortbestimmung. Sie haben im Sprintduell mit dem Kanadier Trevor Wurtele gewonnen und konnten danach im Training noch ein bisschen nachjustieren für Mallorca. Auf welche Stärken können Sie sich jetzt besonders verlassen?

Ich glaube, dass ich rundum schon ein sehr hohes Niveau zum jetzigen Zeitpunkt der Saison habe. Es stimmt mich wirklich sehr zuversichtlich, wenn man einmal auf die Daten schaut, die man in der Vorbereitung schon absolviert hat. Nichtsdestotrotz ist aber das Rennen auf Mallorca eine ganz andere Hausnummer als New Orleans, ich bin hier mit 60 anderen Profi-Athleten am Start. Und wenn man sich die Startliste anschaut im Vergleich zu den letzten Jahren, dann ist es schon eine extreme Steigerung. Es wird mit Sicherheit ein unheimlich spannendes und ausgeglichenes Rennen werden.

Die Startliste wirkt so, als gäbe es gleich zum Saisonstart eine kleine Europameisterschaft?

Ich glaube, dass es Teil der extrem positiven Entwicklung dieses Rennens ist. Man hat hier nicht ohne Grund 3.300 Starter. Das Rennen hat sich etabliert, und es ist auch bei den Profis durchgesickert, dass dieses Rennen eine wichtige Standortbestimmung so früh in der Saison ist. Einen schwierigen Wettkampf mit einer Besetzung auf hohem Niveau zu haben, ist für alle Profis unheimlich wichtig.

Der Wettkampf dürfte von Anfang an sehr schnell werden ...

Startliste und Rennverlauf sind immer zwei Paar Schuhe. Aber ich glaube, es wird wirklich von Beginn an ein schnelles Rennen geben. Es wird aber auch bis zum Ende spannend bleiben, denn das Feld ist einfach sehr ausgeglichen.

Sie sind froh, dass Sie nach dem langen Trainingslager in Boulder hier mit dabei sind?

Absolut. Für mich persönlich ist es sehr wichtig, dass es ein hochkarätiges Starterfeld gibt, dann hat man ein unmittelbares Feedback durch das Rennen. Wenn man das Rennen gewinnen sollte oder auf dem Podium finisht, dann ist es gut fürs Selbstvertrauen. Und wenn es nicht reichen sollte, dann kann man immer noch rechtzeitig Lehren ziehen, warum es so ausgegangen ist – und man hat noch ausreichend Zeit, an sich zu arbeiten.