Andreas Raelert gilt als heißer Sieganwärter beim Ironman 70.3 St. Pölten

Carola Felchner

Andreas Raelert gitl als heißer Sieganwärter beim Ironman 70.3 St. Pölten
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Ironman 70.3 St. Pölten Andreas Raelert im Pre-Race-Interview

Langstrecke | 19. Mai 2012
Andreas Raelert hält die Weltbestzeit auf der Langdistanz. Beim Ironman 70.3 in St. Pölten startet er in die Saison 2012. Ob er an die Erfolge des vergangenen Jahres anknüpfen kann? Wir haben mit ihm gesprochen.
Andreas Raelert, Sie mussten Ihren Start in Buschhütten wegen einer Verhärtung des Oberschenkelmuskels absagen. Sind Sie wieder fit?
Die Verletzung ist noch nicht ganz auskuriert, aber ich habe das Gefühl, dass ich das Risiko hier eingehen kann.
Woimmer Sie an den Start gehen, werden Sie als Favorit gehandelt. Auch hier in St. Pölten. Wie schätzen Sie sich selbst ein?
Es ist das erste Rennen nach einer siebenmonatigen Wettkampfpause, mein Saisoneinstieg. Da stellt sich die große Frage, ob es reicht. Ich habe keinen Vergleich, noch dazu lief das Training nicht optimal aufgrund der Verletzung. Ich habe aber trotzdem ein gutes Gefühl und bin natürlich hochmotiviert, auch aufgrund der Tatsache, dass Michael letzte Woche so ein tolles Rennen gemacht hat. Ich würde mich natürlich freuen, wenn ich daran anknüpfen könnte.
Der Sieg Ihres Bruders Michael beim Ironman 70.3 Mallorca war wichtig für sein Selbstbewusstsein. Welchen Stellenwert hat St. Pölten bei Ihnen?
Das Rennen ist eine sehr wichtige Standortbestimmung, auch aufgrund des guten Starterfeldes mit Faris Al-Sultan, Michael Göhner oder Filip Ospaly. Ich habe aktuell zwar Trainingsergebnisse, aber es war ein holpriger Start in diese Saison und ich weiß momentan überhaupt nicht wo ich stehe. Einige Dinge werden gut laufen, andere weniger gut, da muss man vielleicht noch dran arbeiten. Diese Erfahrungen nimmt man mit in die nächste Trainingsphase. Denn das nächste größere Ziel ist die Ironman Europameisterschaft in Frankfurt. Auch deshalb hat das Rennen hier einen enorm hohen Stellenwert für mich.
Was könnte denn nicht so gut laufen?
Wenn ich eine Vorahnung hätte, wäre Vieles einfacher. Ich glaube, dass ich sehr gut vorbereitet bin. Ich hoffe natürlich, dass ich um den Sieg mitkämpfen kann und wenn ich das schaffe, bin ich schon sehr zufrieden. Ob es für ganz vorne reicht… das wäre natürlich traumhaft, aber es gibt keine Garantie.
Kürzlich ließen Sie in einem Interview anklingen, dass Sie sich für die Olympischen Spiele 2016 in Rio einen Wechsel zurück auf die Kurzstrecke vorstellen könnten. Wie konkret sind diese Pläne?
Momentan denke ich nicht ernsthaft darüber nach, aber die Olympischen Spiele sind ein großes Highlight für mich. Nicht nur, weil ich selbst schon da gestartet bin, sondern weil es mir auch unglaubliche Freude macht, zuzuschauen und anzufeuern. Das große Ziel ist dieses Jahr natürlich die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii und ich hoffe, dass ich mir mit meinem Bruder zusammen diesen Traum in naher Zukunft erfüllen kann. Falls er sich verwirklicht, stellt sich die Frage: was kommt danach? Und ich glaube, im Triathlon ist man nie zu alt für neue Ziele. Wobei mir auch bewusst ist, dass man sich komplett neu einstellen muss, wenn man wie Chris Mccormack nochmal wechseln will. Ob es Sinn macht, ob die Möglichkeiten bestehen, sich mit der Weltelite nochmal auf der Olympischen Distanz zu messen, diese Frage stellt sich aktuell nicht. Meine volle Konzentration gilt erstmal der Ironman-Strecke.

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