Angriff auf die spanischen Platzhirsche

Die türkischen Tourismusexperten haben Triathleten und andere Ausdauersportler als neue Zielgruppe ausgemacht. Die Region Antalya lockt mit topmodernen Anlagen und Events wie dem Ironman 70.3 und macht damit den etablierten Platzhirschen in Spanien Konkurrenz.

Von > | 24. Oktober 2015 | Aus: SZENE

Gloria | Impressionen aus der Gloria Sports Arena in Belek.

Impressionen aus der Gloria Sports Arena in Belek.

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Wenn Triathleten ins Trainingslager starten, zieht es sie fast immer auf die spanischen Inseln. Mallorca, Teneriffa, Lanzarote und Fuerteventura sind die beliebtesten Ziele. Vielleicht noch das spanische Festland oder Italien. Die Türkei haben bisher nur wenige auf dem Radar, wenn es um die Saisonplanung geht. Dabei lockt die Urlaubsregion Antalya mit topmodernen Anlagen.

Gloria | Beste Bedingungen: Die beiden Outdoor-Pools lassen keine Wünsche offen.

Beste Bedingungen: Die beiden Outdoor-Pools lassen keine Wünsche offen.

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Eine von ihnen ist die im Januar 2015 eröffnete Gloria Sports Arena in Belek, wo an diesem Wochenende der erste türkische Ironman 70.3 stattfindet. Ob Basketball, Leichtathletik, Tennis oder Hockey, für mehr als 50 Sportarten gibt es hier geeignete Plätze und Equipment. Für Triathleten besonders interessant: die beiden 50-Meter-Pools (10 Bahnen draußen, 5 Bahnen drinnen), das 25-Meter-Outdoorbecken und die 400-Meter-Tartanbahn. "Die Anlage ist spitze. Hier gibt es alles was man braucht", sagen Christian Hörper aus Oldenburg und der Däne Bekim Christensen, die am Sonntag mit den Profis starten werden. Ein längeres Trainingslager können sich hier beide gut vorstellen.

Gloria | Triathlet Christian Hörper bereitet sich sechs Tage lang im Gloria auf das Rennen vor.

Triathlet Christian Hörper bereitet sich sechs Tage lang im Gloria auf das Rennen vor.

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Große Zimmer und Kältekammer

Die beheizten Schwimmbecken und die Laufbahn werden ergänzt durch Räume für Krafttraining und Physio. Sogar eine Kältekammer gibt es. Drei Minuten bei -110 Grad soll die Regeneration fördern und Muskelkater verhindern. Außerhalb des Geländes bietet sich ein schattiger Pinienwald für Trailläufe an, das Meer kann für Open-Water-Einheiten genutzt werden.

Die 100 Zimmer in der Gloria Sports Arena sind geräumig, die Verpflegung lässt von vitaminreich bis herzhaft keine Wünsche offen. Drei weitere Gloria-Hotels mit zusammen über 1.000 Zimmern befinden sich nur wenige Minuten entfernt. Ein kostenloser Shuttle bringt die Athleten zum Training und wieder zurück.

Gloria | Am 25. Oktober findet hier der erste türkische Ironman 70.3 statt.

Am 25. Oktober findet hier der erste türkische Ironman 70.3 statt.

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Wermutstropfen Radfahren

Die Sport-Facilities und die Unterkünfte brauchen den Vergleich mit Spanien nicht scheuen, die Bedingungen sind top. Einzig das Training auf dem Rad könnte für Triathleten zum Problem werden. Viele Straßen in und um Belek haben einen wenig bikerfreundlichen Belag und Schlaglöcher. Bei Auto-, Bus- und Lastwagenfahrer kann (noch) nicht mit der gleichen Rücksichtnahme gerechnet werden, wie es häufig in anderen Ländern der Fall ist. Das haben auch die Triathlon-Profis Hörper und Christensen erlebt: "Da wird gehupt, gebremst und überall überholt", berichten sie. Ironman warnte in der Athletenbroschüre wegen des "gefährlichen Verkehrs" sogar davor, auf der Originalstrecke zu trainieren. In der Gloria Sports Arena kann alternativ auf Indoorcycles an der Rad-Fitness gearbeitet werden.

Trotz dieses Mankos schickt sich Belek an, zur ernsthaften Konkurrenz für La Santa, Playitas, T3 & Co. zu werden. Die Türkei hat die Sportler als zahlungskräftige Kunden für sich entdeckt: Jetzt entscheiden die Athleten.