Warm-up für Frankfurt: Holt sich Andreas Böcherer am Sonntag seinen zweiten Sieg beim Citytriathlon Heilbronn?

Michael Rauschendorfer

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Citytriathlon Heilbronn Bazlen und Böcherer bitten zum Formtest

Langstrecke | 20. Juni 2013
Dreimal war der Citytriathlon Heilbronn zuletzt die Bühne für das Duell zwischen Andreas Böcherer und Sebastian Kienle. In diesem Jahr muss Kienle verletzungsbedingt passen. Für Böcherer die Chance, nach Siegen mit dem Ironman-70.3-Weltmeister gleichzuziehen. Doch mindestens vier seiner Profikollegen wollen das verhindern. Bei den Frauen bekommt es Julia Gajer am Sonntag mit der hochmotivierten Svenja Bazlen zu tun.
Die Distanz finde ich klasse. Sie passt perfekt für alle, die sich auf Roth oder Frankfurt vorbereiten wollen“, erklärt Sebastian Kienle seine Passion für den Triathlon Heilbronn. Dass er, der die verkürzte Mitteldistanz aus 2 Kilometern Schwimmen. 70 Kilometern Radfahren und 15 Laufkilometern bereits zweimal gewonnen hat, diesmal nicht am Start stehen kann, hat gesundheitliche Gründe – eine bakterielle Infektion machte ihm einen dicken Strich durch seine Trainings- und Wettkampfpläne. Langweilig dürfte das Rennen rund um die Weinstadt im Norden Baden-Württembergs trotzdem nicht werden.

Zweiter Sieg für Böcherer?

Nachdem Andreas Böcherer sich im vergangenen Jahr Sebastian Kienle geschlagen geben musste, wird er diesmal vermutlich nichts unversucht lassen, um sich ganz oben aufs Treppchen zu katapultieren. 2011 ist ihm dies bereits gelungen und mit einem hart erkämpften zweiten Platz in der Kälteschlacht beim Ironman 70.3 in St. Pölten Ende Mai und einem dritten Rang beim Ironman 70.3 Oceanside (USA) hat der Freiburger bewiesen, dass er in sehr konkurrenzfähiger Form ist. Ein Beweis, den Filip Ospaly sich selbst in dieser Saison noch schuldig ist. Nach einem elften Platz in St. Pölten, einem Rennen, das er zuvor dreimal für sich entschieden hatte, gelingt es dem Tschechen vielleicht am Neckar, den Knoten zu lösen und zu jener bestechenden Form aufzulaufen, die ihm 2012 eine beeindruckende Siegesserie über die Mitteldistanz bescherte. Sein Debüt in Heilbronn wird Jan Raphael vom Powerhorse Triathlon Team geben. Der Hannoveraner könnte auf den etwas kürzeren Strecken seine große Kurzdistanzerfahrung ausspielen. Dass er noch immer Tempo machen kann, zeigte er am vergangenen Wochenende mit einem flotten Lauf und einem zweiten Platz auf der olympischen Distanz des Ingolstadt Triathlons.

Dreikampf im Dreikampf

Mindestens zwei weitere Athleten dürften ebenfalls Chancen auf eine der vorderen Platzierungen haben: Ronnie Schildknecht, Vorjahresdritter und fünffacher Sieger des Ironman Switzerland, sowie sein Landsmann, Jungprofi Jan van Berkel. „Ronnie ist super fit und wird sich sicher einen harten Dreikampf mit Andi (Böcherer) und Jan van Berkel liefern“, orakelt auch Sebastian Kienle. Es sei denn es zieht noch einer an dem Trio vorbei, dem der Rennkurs mit schnellem Schwimmen, anspruchsvollem Rad- und hartem Laufabschnitt großartig liegen dürfte: Faris Al-Sultan. Der Triathlon-Recke hatte kürzlich zwar noch mit Rückenproblemen zu kämpfen. Vom eindrucksvollen Sieg beim Ironman Lanzarote im Mai hat ihn das aber nicht abgehalten. Wer auch immer am Sonntag als Erster über den Zielstrich rennt – er wird es mit großer Wahrscheinlichkeit nach einem Rennen tun, das bis zum letzten Laufschritt spannend war.

Klassen-Treffen

Bei den Frauen geht Julia Gajer, die amtierende Deutsche Meisterin auf der Mitteldistanz, als Favoritin an den Start. Ein Titel, den sich die Ditzingerin bei ihrem zweiten Platz im Kraichgau vor zwei Wochen erkämpft hatte. Und auch nach Heilbronn kommt sie nicht etwa nur, um sich die Beine zu vertreten, bevor im Juli bei der Challenge Roth ihr Saisonhöhepunkt ansteht: „Heilbronn ist der letzte Formtest. Da will ich natürlich zeigen, was ich drauf habe“, kündigt die 30-Jährige an. Auch Svenja Bazlen wird ihre Klasse zeigen wollen. Die Olympiateilnehmerin von London ist erst zum Saisonbeginn von der olympischen auf die längeren Distanzen gewechselt und schaffte es bei den Ironman-70.3-Rennen in San Juan (Puerto Rico) und St. George (Texas, USA) bereits zweimal auf Platz zwei – bei Male mit einer sehr offensiven Renntaktik. „Ich sehe Svenja ganz vorn“, ist Sebastian Kienle, der die Tübingerin aus gemeinsamen Trainingseinheiten sehr gut kennt, überzeugt. „Es wird schwer werden für die anderen Mädels da ran zu kommen.“  Zumindest versuchen werden das neben Gajer auch Vorjahressiegerin Eva Wutti (AUT) und die Zweitplatzierte von 2012, Daniela Sämmler.
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