Berasategui triumphiert in Wiesbaden

Virginia Berasategui aus Spanien heißt die erste Siegerin des Ironman Germany 70.3. Die 32-Jährige aus dem baskischen Bilbao setzte sich in Wiesbaden am Ende deutlich gegen die beiden Deutschen Wenke Kujala und Andrea Brede durch.

Von > | 19. August 2007 | Aus: SZENE

Virginia Berasategui | Virginia Berasategui siegt bei der Premiere des Ironman 70.3 in Wiesbaden

Virginia Berasategui siegt bei der Premiere des Ironman 70.3 in Wiesbaden

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Punkt acht Uhr gab Wiesbadens Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller am Schiersteiner Hafen den Startschuss zum ersten Ironman Germany 70.3. Zunächst gingen die gut 30 Profiathleten auf die 1,9 Kilometer lange Schwimmstrecke - darunter 13 Damen. Als schnellste Schwimmerin unter ihnen erwies sich erwartungsgemäß die Fürther Schwimmspezialistin Anja Ippach. Die 22-Jährige wurde nach 25:48 Minuten von vielen begeisterten Zuschauern in der ersten Wechselzone empfangen. Nur 80 Sekunden dahinter - etwas überraschend - Virginia Berasategui aus Spanien. Top-Favoritin Andrea Brede wechselte als Sechste - mit mehr als einer Minute Rückstand auf die 32-Jährige Baskin. Dazwischen noch die Britin Alice Hector, die Arzbacherin Jennifer Lehmler und  Katja Rabe aus Koblenz.

Furchtlose Spanierin

Schon nach wenigen Radkilometern war die Führung von Ippach jedoch dahin. Berasategui, die die Radstrecke nach eigener Aussage nur aus dem Internet kannte, ging den extrem schweren Parcours mit insgesamt 1.500 Höhenmetern forsch an. Schnell baute die Spanierin ihren Vorsprung aus. Am zweiten harten Anstieg bei Kilometer 30 hatte sie schon fast zwei Minuten auf Anja Ippach herausgefahren, die ihrerseits noch eine Minute Vorsprung auf Radspezialistin Wenke Kujala aus Hilpoltstein behaupten konnte. Die schien sich in den Bergen des Taunus pudelwohl zu fühlen und schloss schon wenig später zu Ippach auf. 20 Kilometer vor dem zweiten Wechsel erreichte die 31-Jährige sogar die führende Spanierin. Gemeinsam mit dem Kletterfloh aus Bilbao ging Kujala, die in 2:44 Stunden die Tagesbestzeit auf dem Rad hinlegte, in die 10-Prozent-Rampe namens "The Hammer". Andrea Brede hatte zu diesem Zeitpunkt schon fast sechs Minuten Rückstand auf das deutsch-spanische Duo - ihr Sieg wurde damit immer unwahrscheinlicher. In dieser Reihenfolge ging es dann auch zum zweiten Wechsel.

Nachdem das führende Trio die zweite Wechselzone verlassen hatte, sorgte dort ein Disput der Rotherin Imke Schiersch mit zwei Wettkampfrichtern für Aufregung. Die 36-Jährige riss sich nach einigen Augenblicken entnervt los, um doch noch auf die Halbmarathonstrecke zu gehen. Doch auch durch die Luftsprünge auf der Zielgeraden ließ sich die Rennleitung nach dem Wettkampf nicht erweichen und diqualifizierte Schiersch (im Ziel ursprünglich auf Platz vier) wegen ihrer verbalen Entgleisung. Stein des Anstoßes war eine Szene in der ersten Wechselzone. Dort war Schiersch schon mit Startnummer an ihrem Rad aufgetaucht und die Wettkampfrichter vermuteten, dass sie ihre Nummer bereits beim Schwimmen unter dem Neoprenanzug getragen hatte. Das ist seit ein paar Jahren nicht mehr erlaubt. Schiersch beteuerte nach dem Rennen, ihre Nummer erst im Wechselzelt angebracht zu haben.

Brede auf aussichtsloser Jagd

Auf der Laufstrecke warteten danach viele der nach Polizeischätzungen rund 20.000 Zuschauer auf die Aufholjagd von Andrea Brede. Die Goslarerin konnte auf den ersten vier Kilometer auch etwa eine Minute auf die kleine Spanierin gut machen. Zu mehr reichte es bei strahlendem Sonnenschein in der hessischen Landeshaupstadt dieses Mal aber nicht. "Ich bin mit meiner Leistung zufrieden, zumal ich erst vor zwei Wochen wieder richtig ins Training eingestiegen bin," so die Goslarerin nach dem Rennen. Berasategui zog derweil einsam ihre Kreise und lief einem am Ende sicheren Sieg entgegen, weil auch Wenke Kujala nichts mehr zuzusetzen hatte. So konnte sich die ehemalige Weltmeisterin auf der Langdistanz nach 4:44:29 Stunden auf der Zielgeraden als erste Gewinnerin des Ironman Germany 70.3 feiern lassen. "Es war ein tolles Rennen, und das ist einer der wichtigsten Siege meiner Karriere," freute sich die zierliche Spanierin im Ziel. Kujala, die ihr Glück kaum fassen konnte, sicherte sich sechs Wochen nach ihrem DNF in Frankfurt Platz zwei. Ironman-Vizeeuropameisterin Andrea Brede, die den schnellsten Halbmarathon des Tages lief, holte sich den dritten Podiumsplatz. Für die nach dem Schwimmen in Führung liegende Anja Ippach reichte es in der Endabrechnung nur zu Rang 15.

Ironman Germany 70.3

  1. August 2007, Wiesbaden

1,9 km Swim, 90 km Bike, 21,1 km Run

1

Virginia Berasategui

ESP

4:44:49

2

Wenke Kujala

GER

4:47:27

3

Andrea Brede

GER

4:48:54

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