Bittner und Twelsiek testen den Klassiker

Das Langdistanz-Rennen im neuseeländischen Wanaka ist das zweitälteste im Kalender der Challenge-Serie - nach der Challenge Roth. Beim zehnten Jubiläum stellen zwei Deutsche den Seriensieger Dylan McNeice auf die Probe.

Von > | 18. Februar 2016 | Aus: Szene

Maik Twelsiek Dimond 2015 - 03

Beim Ironman 70.3 Oceanside fuhr er auf einem solchen Rad der Konkurrenz um Jan Frodeno und Lionel Sanders davon.

Foto > Felix Rüdiger / letsmakeaplan.de

Im Jahr 2007 hat das Rennen in Wanaka erstmals unter Challenge-Label stattgefunden und war somit das erst zweite Langdistanzrennen der Challenge-Serie nach dem Wettkampf in Roth. Mittlerweile sind zwar viele weitere Wettkämpfe dazugekommen, doch bis heute ist die Challenge Wanaka eines der spektakulärsten Rennen im Triathlonkalender: Nicht nur, weil es das erste große Langdistanzrennen des Kalenderjahres ist, sorgt die Challenge Wanaka regelmäßig für Aufsehen. Insgesamt rund 1.700 Höhenmeter, verteilt auf zwei 90-Kilometer-Radrunden, machen das Rennen auch zu einem der anspruchsvolleren - nicht zuletzt, weil anschließend ein Marathon folgt, der zu drei Vierteln der Distanz über Kies und Schotter verläuft und den Athleten somit alles abverlangt.

Radspezialisten wittern ihre Chance

Wer eine schnelle Zeit erzielen möchte, der sollte sich also ein anderes Rennen suchen. In Neuseeland sind andere Qualitäten als die Schnelligkeit gefragt - Robustheit und Kampfgeist zum Beispiel. Wer beides hat, der kann aber auch großen Gefallen an diesem speziellen Rennen. Die Kiwis Gina Crawford und Dylan McNeice gehören zu diesen Athleten, die sich in und um Wanaka auf der Südinsel Neuseelands ausgesprochen wohl fühlen. Crawford gewann sechs der bisher neun Austragungen dieses Rennens und hält den Streckenrekord von 9:24:31 Stunden - Dylan McNeice hat seinerseits die letzten drei Rennen gewonnen und den Streckenrekord dabei auf 8:36:50 Stunden verbessert. Beide wollen in diesem Jahr wieder antreten, um ihren Titel zu verteidigen. Doch für beide wird das ein noch härteres Stück Arbeit werden, als es das durch den schwierigen Kurs an ohnehin schon ist.

Denn McNeice wurde schon bei seinem Sieg mit Streckenrekord im vergangenen Jahr nichts geschenkt: Mit drei Minuten Vorsprung gewann er damals vor seinem neuseeländischen Landsmann Dougal Allan - nachdem der allerdings einen 17-minütigen Rückstand aus dem Schwimmen auf den 180 Radkilometern egalisiert hatte. Hat Allan in den vergangenen zwölf Monaten in der Auftaktdisziplin zulegen können, wird er McNeice in diesem Jahr wohl noch stärker ins Schwitzen bringen als vor Jahresfrist. Auch der Brite Joe Skipper, einer der stärksten Radfahrer auf der Langdistanz, hat sich für den Wettkampf in Wanaka angemeldet - und zählt dort ebenso zu den Favoriten wie auch der in den USA lebende Deutsche Maik Twelsiek, dem das Rennen ähnlich gut in sein sportliches Profil passt wie dem Briten Skipper: Der Lemgoer fuhr beim Ironman Hawaii 2015 den schnellsten Radsplit, auch wenn am Ende für ihn nur der 22. Rang stand. Auch Graham O'Grady (NZL) und Matthew Russel (CAN) gelten als Mitfavoriten in Neuseeland. Aus Deutschland geht neben Twelsiek der Darmstädter Sean Donnelly ins Rennen - wie auch der Leipziger Per Bittner, der sich in den vergangenen Wochen über mehrere australische Mitteldistanz-Rennen für den Wettkampf in Neuseeland in Form zu bringen versuchte.

Van Vlerken allein unter Kiwis

Etwas weniger, aber nicht minder starken Konkurrentinnen muss sich die 35-Jährige Gina Crawford in diesem Jahr erwehren. Allen voran der Niederländerin Yvonne van Vlerken ist zuzutrauen, der Neuseeländerin bei deren Heimrennen den Titel wieder abzujagen. Aber auch Anna Cleaver und Julia Grant (beide NZL) sind heiße Anwärterinnen auf einen Sieg in Wanaka. Ein halbes Heimspiel ist der Wettkampf zudem für die einzige gemeldete deutsche Profiathletin: Simone Maier lebt seit 2007 in Neuseeland, wo sie seitdem neben dem Sport als Rettungsschwimmerin arbeitet.