Bock bloggt Bock am Ring: Rollentausch

Langstrecke | 26. Juni 2012
Eigentlich hatte ich mir mal wieder viel vorgenommen. Wie bei jedem Rennen, wenn ich an den Start gehe. Und bisher gab es für mich auch noch nie einen Grund einen Wettkampf abzusagen. Deswegen tat ich mich auch ziemlich schwer und schickte meine Mail an den Veranstalter des Green Hell Triathlon erst in der Nacht von Freitag auf Samstag ab.
Es war 00:12 Uhr als ich meine Startzusage zu einer -absage umformuliert hatte. An dieser Stelle ein „Dankeschön“ an meine Achillessehne für die Entzündung! Ich hab‘ Dich auch lieb, du Penner! Aber bevor ich zu Hause rumsitze und mir die Decke auf den Kopf fällt hatte ich zum gleichen Zeitpunkt entschieden, dass ich beim Green Hell Triathlon als Helfer dabei bin. Wann bietet sich sonst schon mal die Chance, die Rollen zu tauschen und einen Triathlon aus einer etwas anderen Sicht mitzuerleben? Spätestens am Wettkampfmorgen konnte ich auch einen ersten Vorteil ausmachen: das Frühstücksbuffet. Endlich! Endlich konnte ich mal alles essen, ohne darüber nachzudenken, ob es mir beim schwimmen wieder hoch kommt oder es mir während des Rennens schwer im Magen liegt. Ich hatte mich ja ohnehin längst mit meiner Rolle abgefunden und so freute ich mich einfach für alle, die sich auf den Weg zum Schwimmstart machten. Während ich zusammen mit den Verpflegungsbeauftragen damit beschäftigt war Möhren zu schälen, Melonen zu schneiden, Kuchenbleche von A nach B zu tragen und wieder zurück und was man sonst noch so braucht, um die hungrigen Triathleten-Mägen im Ziel zu verwöhnen.
Das war aber nur eine kleine Teilaufgabe zum warm werden. Denn ich hatte einen ziemlich coolen Auftrag bekommen: Ich durfte das Führungsfahrrad fahren und war auf diese Weise trotzdem dort, wo ich mich am wohlsten fühle, nämlich ganz vorne… Und dabei wurde einem erst mal die Kulisse deutlich, wo dieser hammerharte Triathlon ausgetragen wurde. Dort, wo sonst die Motorsportboliden oder verrückt gewordene Hobbyschrauber ihre Runden drehen, einen Triathlon stattfinden zu lassen ist wirklich klasse! Und die anspruchsvollen Strecken über die wirklich legendären Abschnitte des Formel-1-Kurses haben es in sich: Als seien knapp 2.900 Höhenmetern auf der Mitteldistanz nicht genug, tat der Wind sein übriges. „Brutal“, „Ist das immer so windig?“ oder „So eine Sch..., ich hasse Wind!“ sind Zitate, die meinen Eindruck nur noch verstärken.

Innerlich heulte der Schlosshund und tobte, dass ich nicht meinen Highspeed-Rekord in der „Fuchsröhre“ knacken konnte oder mir nicht die Zähne an der „hohen Acht“ ausgebissen habe. Aber ich weiß nun immerhin, dass ich dieses Rennen ganz dick in meinen Kalender für nächstes Jahr eintrage. Wer richtig heiß auf eine Strecke ist, die einem alles abverlangt, der kommt daran auch kaum vorbei.
Und ich weiß nun, wie es ist als Helfer im Einsatz zu sein. Ich glaube, die Erfahrung kann auf keinen Fall schaden und nun weiß ich noch mehr zu schätzen, was es bedeutet, den aktiven Athleten einen unvergesslichen Tag bescheren zu wollen.