Bockel, Carfrae, Bracht: Challenge lockt Topstars nach Roth

Mit einem der stärksten Starterfelder seiner Geschichte will die Challenge Roth im Juli ihren 30. Geburtstag feiern. Neben den Vorjahressiegern Caroline Steffen und Dirk Bockel sind Mirinda Carfrae, Rachel Joyce, Yvonne van Vlerken, Pete Jacobs, Eneko Llanos und Timo Bracht geladen. Vom Kuchen kosten wollen auch Anja Beranek, Julia Gajer, Nils Frommhold und James Cunnama.

Von > | 16. April 2014 | Aus: SZENE

Timo Bracht | Timo Bracht

Timo Bracht

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Von einem "Bombenfeld" sprach Titelverteidiger Dirk Bockel nachdem Kathrin Walchshöfer auf der Pressekonferenz in Roth die Liste seiner Konkurrenten verlesen hatte. "Ich habe schon kurz geschluckt als ich die Namen gehört habe", gab der Wahl-Luxemburger zu. Vor wem er sich am meisten fürchtet, wollte der Sieger des Ironman Melbourne aber nicht verraten. Vielmehr fühle er sich als Vorjahressieger in der Pflicht. Das Topfeld sporne ihn nur noch mehr an, vielleicht seine Zeit noch ein bisschen zu verbessern. Und das Feld, von dem Bockel und Walchshöfer sprachen, dürfte auf der Langdistanz in diesem Jahr zu den hochklassigsten überhaupt gehören. Anja Beranek, die am 20. Juli wie Bockel vor einer Mammutaufgabe steht, taufte den Klassiker kurzerhand "fränkisches Kona". Auch Bockel rutschte das Wort Weltmeisterschaft heraus.

Wer zündet die Bombe?

Bockel trifft in Roth auf vier der Top-12 des Ironman Hawaii 2013, darunter der Überraschungszweite Luke McKenzie aus Australien. Außerdem haben sich der Hawaiivierte James Cunnama (RSA) und der Roth erfahrene Spanier Eneko Llanos angekündigt. Auch Timo Bracht wird einen neuen Anlauf nehmen, um das Rennen in Franken endlich zu gewinnen. Gleiches gilt für Pete Jacobs (AUS), den Ironmanweltmeister von 2012. Seine Rothpremiere will Nils Frommhold am 30. Geburtstag des Challenge-Flaggschiffs feiern. Mehr als nur eine Nebenrolle wollen die Deutschen Per Bittner, Markus Fachbach, Joseph Spindler und Swen Sundberg spielen. Unruhig schlafen, werde er trotz des Weltklassefeldes nicht, beruhigte Bockel später noch Moderator Tobias Ködel. Die Bombe könne ja auch zweimal platzen. Dafür wolle er "seriös" arbeiten, so der 37-Jährige. Gesagt, getan. Direkt im Anschluss an die Pressekonferenz machte er sich mit dem Rad auf die Strecke.

Carfraes zur Europapremiere

Sogar noch eine Spur hochklassiger ist das Profifeld der Frauen. Möglicherweise mit Hilfe von Landsfrau Rebekah Keat ist es der Challenge gelungen, die aktuelle Ironmanweltmeisterin Mirinda Carfrae nach Roth zu holen. Eine besondere Ehre für die Franken: Denn die Australierin wird zum ersten Mal überhaupt für ein Langdistanzrennen nach Europa kommen. Für den Porzellanlöwen, den die Siegerin jedes Jahr im Ziel erhält, wird Carfrae aber ihre ganze Klasse zeigen müssen. Gleich vier weitere Top-Ten-Athletinnen des Ironman Hawaii 2013 sollen am 20. Juli am Start stehen. Allen voran Titelverteidigerin Caroline Steffen aus der Schweiz. Wie man in Roth gewinnt, wissen auch Rachel Joyce (GBR) und die Niederländerin Yvonne van Vlerken, die nach einem Bruch des Schlüsselbeins derzeit nur eingeschränkt trainieren kann. Für Lokalcolorit wollen die Fürtherin Anja Beranek sowie Daniela Sämmler und Julia Gajer vom Team Erdinger Alkoholfrei sorgen. Vorn mitmischen könnten zudem die Dänin Michelle Vesterby und Rebekah Keat, die in Roth fast schon zu Hause ist. Beranek freut sich auf ein "spannendes Fest" mit ein "bisschen Heimvorteil". Die starke Kokurrenz sporne sie an, so die Siegerin des Ironman Switzerland, die vor sieben Jahren an gleicher Stelle ihr Langdistanzdebüt feierte. "Ich fühle mich jetzt reif für diesen Sport und erwarte sehr viel für den Sommer", so Beranek weiter.

Mit Gottes Hilfe

Für einen weiteren emotionalen Höhepunkt soll die US-Amerikanerin Sister Madonna Buder bei der Geburtstagsfeier in Roth sorgen. Die 83-Jährige will am 20. Juli einen neuen Langdistanzweltrekord in ihrer Altersklasse aufstellen. Aktuell laboriert die alte Dame allerdings noch an den Folgen einen Radsturzes von vor drei Wochen. Doch die Veranstalter geben die Hoffnung nicht auf. "So Gott will, wird es klappen", sagte Kathrin Walchshöfer.