Böcherer, Bittner und Beranek in der Wachau

Nach seinen Siegen auf Fuerteventura und beim Triathlon in Buschhütten peilt Andreas Böcherer in Österreich die Titelverteidigung an. Der Leipziger Per Bittner will seinem Landsmann aber einen Strich durch die Rechnung machen. Auch Anja Beranek versucht ihren Vorjahressieg zu wiederholen.

Von > | 19. Mai 2016 | Aus: SZENE

Andreas Böcherer | Andreas Böcherer

Andreas Böcherer

Foto >Marco Müller

Es könnte sein Jahr werden: Andreas Böcherer präsentiert sich bei seinen frühen Saisonstarts in bestechender Form. Gegen den gebürtigen Freiburger scheint derzeit kein Kraut gewachsen. Lediglich bei seinem „Ausflug“ auf die Sprintdistanz mit Windschattenfreigabe beim Walliseller Triathlon musste er sich zum Saisoneinstieg mit einem siebten Platz begnügen. Mit dem Wechsel auf die gewohnten längeren und draftingfreien Strecken konnte Böcherer aber schnell unter Beweis stellen, dass er fit ist. Beim Challenge-Rennen auf Fuerteventura siegte der 33-Jährige vor dem Briten Will Clarke und Landsmann Timo Bracht. In Buschhütten dominierte er das Feld und kam mit einem deutlichen Vorsprung von gut zwei Minuten als Sieger ins Ziel. Nun plant Böcherer beim Ironman 70.3 St. Pölten den nächsten Streich. Schon im vergangenen Jahr setzte er sich hier knapp vor Nils Frommhold durch und geht deshalb nicht nur als Top-Favorit, sondern auch als Titelverteidiger ins Rennen.

Auch der Leipziger Per Bittner hat Ambitionen auf eine vordere Platzierung. Der 31-Jährige konnte sich in dieser Saison bei den Challenge-Rennen in Melbourne und Rimini bereits zweimal die Silbermedaille sichern. Und auch für Bittner ist St. Pölten kein Neuland: 2014 landete er auf dem 13. Rang. Mit der nötigen Streckenkenntnis und guter Form soll dieses Jahr eine deutlich bessere Platzierung herausspringen. Die Deutschen Stephan Trettin, Christian Brader, Christian Hörper, Markus Hörmann, Sebastian Guhr, Paul Schuster, Matthias Knossalla und Jens Frommhold ergänzen das deutsche Elitestartfeld der Männer.

Vanhoenacker und Aernouts fordern Böcherer

Das Kräftemessen um den Sieg wird sich aber nicht nur auf die beiden deutschen Favoriten beschränken. Der belgische Routinier Marino Vanhoenacker ist mit von der Partie, ebenso sein Landsmann Bart Aernouts, der das Rennen bereits 2013 gewinnen konnte. Auch Ruedi Wild aus der Schweiz, Massimo Cigana (ITA) und der Slovene David Plese haben eine vordere Platzierung im Visier. Ebenfalls nicht zu unterschätzen sind die Österreicher Thomas Steger und Paul Reitmayr, die bei ihrem Heimrennen groß auftrumpfen wollen.

Spannender Dreikampf im Frauenfeld

Im Elitefeld der Frauen wird die Bambergerin Anja Beranek versuchen, ihren Vorjahreserfolg zu wiederholen. Im vergangenen Jahr rettete die 31-Jährige ihren auf der profilierten Radstrecke erarbeiteten Vorsprung knapp vor Olympiasiegerin Nicola Spirig ins Ziel. Wie auch Andreas Böcherer startete Beranek gut in die Saison: Beim Saisonauftakt in Brasilien offenbarte Beranek keine Schwächen und landete in Palmas über die 70.3-Distanz auf dem zweiten Platz. Beim Challenge-Rennen auf Fuerteventura, wo sie sich auch auf die Saison vorbereitet hatte, gewann Beranek.

Die Konkurrenz im Kampf um den Sieg ist in Österreich allerdings gewaltig: Laura Philipp will an ihre starke Leistung vom Sieg beim Ironman 70.3 Mallorca anknüpfen. Schon 2015 landete die 29-Jährige in St. Pölten auf dem dritten Rang. Yvonne van Vlerken verpasste das Podium dagegen im vergangenen Jahr - dafür will sich die Niederländerin in diesem Jahr revanchieren. Sie gewann das Rennen bereits im Jahr 2010, in diesem Jahr triumphierte sie schon bei der Challenge Wanaka und der Challenge Rimini. Auch Susie Cheetham (GBR), Elisabeth Gruber, Michaela Herlbauer, Sylvia Gehnböck (alle AUT) und Celine Schärer (SUI) rechnen sich in St. Pölten Chancen auf Top-Platzierungen aus. Komplettiert wird das Elitefeld der Frauen aus deutscher Sicht durch Annett Finger, Katharina Grohmann und Imke Oelerich.