Bracht siegt, Frommhold Zweiter

Die Jubiläumsausgabe der Challenge Roth entwickelte sich vom Pulkrennen zum spannenden Zweikampf um den Sieg zwischen Timo Bracht und Nils Frommhold. Mit dem besseren Ende für Bracht.

Von > | 20. Juli 2014 | Aus: Szene

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Timo Bracht erfüllt sich den Traum vom Sieg bei der Challenge Roth 2014

Foto > Carola Felchner / spomedis

Timo Bracht hat es geschafft: Er ist Sieger der Challenge Roth 2014. Sein Ziel, für das er sogar auf einen Start in Kona verzichtete, ist erreicht. In einem fulminanten Marathon. Denn bis kurz vor Rennende schien es der Tag des Nils Frommhold zu werden. Vergangenes Jahr musste der Sieger des diesjährigen Ironman Südafrika seinen Start bei der Challenge Roth verletzungsbedingt absagen, stand als Zuschauer am Streckenrand. Dieses Jahr bekam er vom Rennen beziehungsweise von den anderen Athleten deutlich weniger mit: Zwei der drei Disziplinen beendete er in Führung liegend. Beim Schwimmen führte er das Feld an, eine Gruppe von etwa einem Dutzend Athleten im Schlepptau, darunter Vorjahressieger Dirk Bockel aus Luxemburg, der angekündigt hatte, das Rennen auf seine Art, „von vorn weg“, machen zu wollen. Auch andere Favoriten und Podiumskandidaten wie Pete Jacobs, Timo Bracht und James Cunnama konnten den Anschluss halten.

„Führung wechsle dich“ auf dem Rad

Entsprechend dicht aufeinander sprinteten sie in die und aus der ersten Wechselzone. Ein Pulk von elf Athleten, der sich erst nach rund 140 Radkilometern entwirren sollte. Bis dahin: zähes Ringen um die Führung. Mal ist Altmeister Andreas Niedrig („Vom Junkie zum Ironman“) ganz vorn, mal Ex-Ironman-Weltmeister Pete Jacobs oder der Frankfurtsieger von 2013, Eneko Llanos, dann wieder Dirk Bockel. Eine Lücke zwischen sich und die Verfolger zu legen, die groß genug wäre, um ungeschlossen zu bleiben, gelingt keinem. Bis Nils Frommhold nach 120 Kilometern auch in der zweiten Disziplin die Spitzenposition für sich beanspruchte und dort nicht nur blieb, sondern seinen Vorsprung auf knapp fünf Minuten auf Timo Bracht, Dirk Bockel, Markus Fachbach, Sylvain Sudrie und James Cunnama ausbaute. Pete Jacobs hatte wohl zu hoch gepokert und zu diesem Zeitpunkt schon sieben Minuten auf die Spitze verloren. Auch Luke McKenzie, der seine Radstärke auf Hawaii 2013 eindrucksvoll unter Beweis gestellt hatte, konnte seinen Schwimmrückstand nicht aufholen. Im Gegenteil, er vergrößerte sich im Laufe seiner Paradedisziplin auf sieben Minuten. Frommhold dagegen schien die freie Sicht nach vorn zu beflügeln, nach 4:15:16 Stunden sprang er mit der achtschnellsten je in Roth gefahrenen Radzeit von seinem Arbeitsgerät und sprintete kraftvoll auf die Marathonstrecke.

Bracht holt auf, Jacobs bricht ein

Würde der Vorsprung reichen? Immerhin hatte sich mit Timo Bracht ein starker Läufer in Schlagdistanz positioniert. Und dass er beißen kann, hatte er vergangenes Jahr bewiesen, als er nach einem Raddefekt und minutenlangem Warten auf den Materialwagen im Marathon noch auf Platz drei vorpreschte. Dieses Jahr sollte Roth sein Saisonhöhepunkt werden, dementsprechend hoch war Brachts Motivation vor dem Start: „Ich bin topfit und werde alles geben.“ Eine Motivation, die er über das Rennen halten konnte. Er setzte alles daran, seinen Rückstand aufzuholen – mit Erfolg. Es gelang ihm, sich von Dirk Bockel abzusetzen, nach 17 Kilometern hatte er sich in der Hitze Roths bis auf 3:20 Minuten an Nils Frommhold herangearbeitet. Pete Jacobs schien es dagegen immer schlechter zu gehen, im Marathon wurde er gar von Mirinda Carfrae und Rachel Joyce überholt. Aus der Traum von Sieg und Podium, während weiter vorn ein Kampf um Platz zwei entbrannte zwischen Timo Bracht und Nils Frommhold. Nach 28 Laufkilometern trennten die beiden nur noch 1:17 Minuten, nach 31 Kilometern war Bracht mit großen Schritten an Frommhold vorbei. „Ein Sieg hier hat viel mit Willen zu tun“, hatte Bracht im Vorfeld gesagt. Dass er einen sehr starken hat, stellte er erneut eindrucksvoll unter Beweis. Während hinten Dirk Bockel, James Cunnama und Markus Fachbach, dem Australier Joe Gambles und Eneko Llanos die Entscheidung um Platz drei überlassen mussten, ließ Timo Bracht keinen Zweifel daran, dass er nicht ohne den Sieg nach Hause fahren würde. Mit einem Vorsprung von 4:39 Minuten vor Nils Frommhold lief er im tobenden Stadion ein. Ziel erreicht. Traum erfüllt.

Challenge Roth 2014 | Männer

  1. Juli 2014, Roth (GER)

Name Nation Gesamt 3,8 km Swim 180 km Bike 42,195 km Run

Timo Bracht

GER

7:56:00

0:48:58

4:19:59

2:44:32

Nils Frommhold

GER

8:00:39

0:48:39

4:15:16

2:54:03

Eneko Llanos

ESP

8:09:29

0:49:02

4:19:54

2:57:35

Joe Gambles

AUS

8:10:10

0:48:47

4:23:05

2:55:36

James Cunnama

RSA

8:11:44

0:49:03

4:20:16

2:59:49

Dirk Bockel

LUX

8:22:41

0:48:44

4:20:07

3:11:20

Michael Rünz

GER

8:23:44

0:52:17

4:35:57

2:52:20

Andrej Vistica

CRO

8:28:26

0:53:05

4:34:58

2:57:03

Roeland Smits

NED

8:29:20

0:52:47

4:36:46

2:56:50

Luke McKenzie

AUS

8:37:33

0:52:36

4:18:25

3:23:39

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