Britischer Doppelschlag, Konschak und Göhner Dritte

Zwei Podestplätze für Deutschland: Michael Göhner holte beim Ironman Wales dank starker Laufleistung den dritten Platz. Auch Katja Konschak schaffte bei typisch walisischem Herbstwetter in Pembrokeshire den Sprung aufs Podium. Die Titel beim letzten europäischen Ironman der Saison blieben auf der Insel.

Von > | 9. September 2013 | Aus: SZENE

70.3 Berlin Frauen 19 | Freud und Leid: Konschak rennt zu Platz zwei ...

Freud und Leid: Konschak rennt zu Platz zwei ...

Foto >Nis Sienknecht / spomedis

Dass er beim Schwimmen fünf Minuten auf die Besten kassierte, dürfte Michael Göhner gar nicht geschmeckt haben. Von Beginn an legten die Briten Scott Neyedli und Harry Wiltshire und Marek Jaskolka aus Polen, in der Carmarthen Bay an der walisischen Südküste ein hartes Schwimmtempo vor. Nach etwa 47 Minuten stieg das Trio mit wenigen Sekunden Abstand aus dem Wasser. Nicht viel besser als Göhner erging es im Wasser einem weiteren Deutschen. Markus Thomschke büßte in der Auftaktdisziplin etwa vier Minuten auf die Spitze ein.

Göhner: Gut auf dem Rad, besser zu Fuß

Neyedli, der neben dem Triathlon Vollzeit als Ingenieur arbeitet, übernahm danach das Kommando und machte auf der fordernden Radstrecke mächtig Druck. Göhner, zweifellos ein starker Radfahrer, hatte dem Briten nur wenig entgegen zu setzen. Für den Reutlinger reichte es zwar zur drittschnellsten Radzeit - Jaskolka fuhr nur unwesentlich schneller -, doch Neyedli schien an diesem Tag in einer anderen Liga unterwegs zu sein. "Ich hatte das beste Gefühl der Welt und es war sicherlich das schwerste Rennen meiner Karriere", sagte der Schotte später. Erst vor einem Monat war er beim Ironman UK Vierter wurde. Dass er sowohl die Rad- als auch die Laufkarte spielen kann, wurde in Wales deutlich: Während er in Bolton noch mit der zweitschnellsten Laufzeit überzeugte, entschied er das Rennen in Wales beim Radfahren. Göhner verlor auf dem schweren Kurs mit mehr als 2.000 Höhenmetern weitere fünf Minuten - damit wuchs Neyedlis Vorsprung bis zum zweiten Wechsel auf komfortable zehn Minuten an. Hatte er überzogen? Hatte er nicht. Obwohl Göhner den schnellsten Marathon lief, konnte er den früheren Teamkollegen von Normann Stadler (Commerzbank Team) nicht mehr einholen. Der ließ beim Laufen zwar eine halbe Minute liegen - aber nicht den Sieg. Neun Minuten Vorsprung brachte er am Ende mit auf die Zielgerade. Jaskolka wurde Zweiter, gefolgt von Göhner, der auch die Lücke zum Polen nicht mehr schließen konnte. Eine Minute fehlten ihm nach den 226 Kilometern zum zweiten Platz. Thomschke komplettierte als Vierter das gute deutsche Ergebnis.

Saisonstart geglückt

Trotz des großen Abstands auf den Sieger dürfte Göhner, für den die Saison 2014 mit diesem Rennen begonnen hat, zufrieden sein. Während sich bei anderen Profiathleten das Highlight, die Ironman-WM in Hawaii nähert und sich wieder andere schon in der Off-Season befinden, konnte Göhner bereits die ersten Punkte fürs Kona-Pro-Ranking einfahren. Nach seinem Aus beim Ironman Frankfurt war sein Traum vom Ironman Hawaii in diesem Jahr geplatzt.

Ironman Wales | Männer

  1. September 2013

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Scott Neyedli

GBR

9:09:10

47:13

5:11:26

3:02:35

2

Marek Jaskolka

POL

9:18:16

47:05

5:16:02

3:07:22

3

Michael Göhner

GER

9:19:01

52:07

5:16:10

3:02:05

4

Markus Thomschke

GER

9:23:57

51:11

5:17:29

3:06:47

5

Harry Wiltshire

GBR

9:29:08

47:01

5:19:02

3:15:54

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Anderes Geschlecht, gleiches Bild

Als hätten sich die Profis untereinander abgesprochen: Nachdem bei den Männern ein Brite an der Spitze allein das Rennen machte und zwei Deutsche die Ränge drei und vier belegten, brachte das Frauenrennen ein identisches Bild. Mit einer überragenden Leistung in allen drei Disziplinen und beeindruckenden 27 Minuten Vorsprung schwamm, radelte und lief Lucy Gossage, die Duathlon-Europameisterin von 2012 und 2013, ihren Kontrahentinnen uneinholbar davon. "Das war das beste Rennen, das ich je gemacht habe", sagte die 33-jährige Siegerin im Anschluss. Katja Konschak und Julia Gajer konnten die Britin nicht stoppen. Lediglich beim Marathon legte Konschak, die amtierende deutsche Vizemeisterin auf der Langdistanz, die Tagesbestzeit hin und sicherte sich so noch den dritten Rang. Wie Göhner legte die Apothekerin damit den Grundstein für eine erfolgreiche Hawaii-Qualifikation. Zehn Minuten hinter ihr holte Gajer durchgefroren vom nasskalten Wetter den vierten Platz.

Ironman Wales | Frauen

  1. September 2013

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Lucy Gossage

GBR

9:51:21

56:59

5:31:36

3:15:02

2

Regula Rohrbach

SUI

10:18:00

56:01

5:36:54

3:35:44

3

Katja Konschak

GER

10:24:05

51:09

6:02:30

3:12:39

4

Julia Gajer

GER

10:35:56

52:05

6:16:41

3:18:25

5

Joanna Carritt

GBR

10:45:40

59:07

6:07:13

3:28:55

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