Keine Lust auf Lance Challenge Family lehnt möglichen Armstrong-Start ab

Langstrecke | 13. Februar 2013
Felix Walchshöfer möchte Lance Armstrong bei keinem seiner 16 weltweiten Events an der Startlinie sehen - selbst wenn dessen lebenslange Sperre reduziert würde. Das stellte der Challenge-Chef im Umfeld des Saisonauftakts in Wanaka klar. Zugleich räumte er ein, dass die Challenge Family einen eventuellen Rechtsstreit gegen den umstrittenen US-Amerikaner verlieren würde.
Lance Armstrong wird im internationalen Triathlon mehr und mehr zur "persona non grata". Nachdem sich zahlreiche Profiathleten, darunter Ironmanweltmeisterin Leanda Cave, deutlich gegen eine Rückkehr des gefallenen Ex-Radstars ausgesprochen hatten, wenden sich auch die ersten Veranstalter von Armstrong ab. "Wir möchten ihn bei uns nicht sehen", stellte Felix Walchshöfer am Rande der Challenge Wanaka gegenüber der neuseeländischen Zeitung "Otago Daily Times" klar. "Wir wollen einen sauberen und fairen Sport", so der Geschäftsführer der TeamChallenge GmbH weiter. "Es wäre gegen unsere Überzeugung, Armstrong bei einem unserer Rennen starten zu lassen, selbst wenn seine Sperre reduziert würde." Zugleich betonte Walchshöfer, dass ein Start Lance Armstrongs auch in der Vergangenheit nie zur Debatte gestanden habe. "Wir haben uns nie um ihn bemüht, weil für uns offensichtlich war, dass da etwas ziemlich falsch läuft", so Walchshöfer, der seit 2007 die Fäden der Challenge Family in den Händen hält.
Im Zusammenhang mit der Challenge Wanaka erklärten Walchshöfer und sein prominenter Markenbotschafter, der Australier Chris McCormack, unisono, dass sie Armstrong ohnehin nicht als wirklich starken Triathleten einschätzen. Seiner Meinung nach wäre er bei dem Rennen in Wanaka, das der Neuseeländer Dylan McNeice gewann, nicht einmal aufs Podium gekommen, ist Walchshöfer überzeugt. Er gestand gegenüber "Otago Daily Times" aber auch ein, dass Lance Armstrong in einer gerichtlichen Auseinandersetzung gegen die TeamChallenge GmbH, die besseren Karten haben könnte. "Würde er einen Start bei uns einklagen wollen, würde er wohl gewinnen", glaubt der 32-Jährige.

Pro und Kontra in der WTC

In der Chefetage der World Triathlon Corporation (WTC) scheint die Rückkehr Armstrongs dagegen zumindest eine Option zu sein. "Sollte die Sperre verringert oder aufgehoben werden, würden wir mit ihm umgehen, wie mit jedem anderen Athleten, der startberechtigt ist", sagte WTC-Geschäftsführer Andrew Messick dem neuseeländischen Onlineportal "stuff.co.nz". Gleichwohl werde er bei keinem Ironmanrennen starten, solange die US-Antidoping-Agentur (USADA) oder die Welt-Antidoping-Agegntur (WADA) seine Sperre nicht reduziere oder aufhebe. Armstrongs Qualitäten als Triathlet seien unumstritten, erklärte Messick weiter. "Er hat Rennen gewonnen, wollte sich für den Ironman Hawaii qualifizieren und er glaubte daran, dort gewinnen zu können." Er, Messick, sei sich sicher, dass es viele Leute gebe, die sich darauf freuen, herauszufinden, ob Armstrong das tatsächlich kann. Bevan Docherty, der den US-Amerikaner 2012 beim Ironman 70.3 Panama wenige Kilometer vor dem Ziel noch abfangen konnte, gehört jedenfalls nicht dazu. "Ich denke, er sollte sich ein Loch graben, hineinkrabbeln und für immer verschwinden", so der Kiwi am Rande der Premiere des Ironman 70.3 Auckland.