Die letzte "Blazeman"-Rolle ihrer Karriere: Chrissie Wellington bei der Ironman-WM im Oktober 2011.

Frank Wechsel / spomedis

Chrissie Wellington
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Time to say "Goodbye" Chrissie Wellington beendet das Kapitel Triathlon

Langstrecke | 4. Dezember 2012
Mit einer Rücktrittserklärung auf ihrer Website hat Chrissie Wellington alle Spekulationen um ihre sportliche Zukunft beendet. Nur fünf Jahre nach ihrem Debüt zieht die britische Ausnahmeathletin einen Schlussstrich unter ihre beispiellose, vollendete Karriere. Sie geht mit einer weißen Weste und hinterlässt einen Rekord für die Ewigkeit.
Fast zwölf Monate hat sich Chrissie Wellington Zeit für ihre Entscheidung genommen. Ein Jahr, in dem sie über viele Sachen nachgedacht, viel Erlebtes reflektiert habe, schreibt die Britin auf ihrer Website. Ihre Zeit als Ironmanprofi nennt sie "eine der wichtigsten Erfahrungen" ihres Lebens. Sie habe mehr erreicht, als sie sich jemals erträumt habe und werde die Erinnerungen daran immer in ihrem Herzen tragen", so Wellington im ihr typischen Pathos. Sie sei immer auf der Suche nach dem "perfekten Rennen" gewesen, einem Rennen, in dem sie alle physischen und psychischen Tiefs besiegt und hart gegen ihre Konkurrentinnen kämpfen muss. Bei der Ironman-WM im Oktober 2011 hat Wellington dieses Rennen gefunden. "Das war das Sahnehäubchen auf dem Kuchen", schreibt sie. Nun - mehr als ein Jahr nach dem vierten Triumph auf Hawaii - fehle ihr eine klare Richtung, ein sportliches Ziel, so Wellington in einem Interview mit dem WTC-Onlineportal "ironman.com". Das sei der richtige Zeitpunkt, um ihre Ironman-Profikarriere zu beenden - auch wenn ihr die Entscheidung nicht leicht gefallen sei.

Rekorde für die Ewigkeit

Am 17. Juni 2007 tauchte Chrissie Wellington zum ersten Mal im Profitriathlon auf. Beim Ironman 70.3 im britischen Somerset landete sie mehr als 15 Minuten hinter ihrer Landsfrau Julie Dibens auf dem fünften Platz. Dibens gehört zu einem erlauchten Kreis von wenigen Athletinnen, die Wellington während ihrer vierjährigen Profikarriere besiegen konnten - zuletzt bei einem Mitteldistanzrennen in Boulder (USA), im August 2009. "Traurig zu hören, dass sie aufhört", twitterte Dibens schon kurz nachdem die Rücktrittserklärung bekannt wurde. Ab 2009 räumte Wellington dann alles ab, was es auf den Strecken jenseits der Kurzdistanz abzuräumen gab. Insgesamt 13 Langdistanztitel, mindestens einen auf jedem unserer fünf Kontinente, nimmt die 35-Jährige mit in den "Ruhestand". Dazu einen Rekord für die Ewigkeit: 8:19:13 Stunden. Ihre überragende Siegerzeit bei der Challenge Roth 2011 dürfte auf absehbare Zeit eine unerreichte Bestmarke bleiben.
13 Rennen, 13 Siege | Die Wellington-Bilanz
 
26.08.2007: Ironman Korea
13.10.2007: Ironman Hawaii
06.04.2008: Ironman Australia
06.07.2008: Ironman Germany
31.08.2008 Long Distance World Championships
11.10.2008: Ironman Hawaii
05.04.2009: Ironman Australia
12.07.2009: Challenge Roth
10.10.2009: Ironman Hawaii
18.07.2010: Challenge Roth
21.11.2010: Ironman Arizona
10.04.2011: Ironman Südafrika
10.07.2011: Challenge Roth
08.10.2011: Ironman Hawaii
Einen großen sportlichen Traum hat die erfolgreichste Langdistanz-Triathletin der vergangenen fünf Jahre noch. "Vielleicht begleite ich einmal einen blinden oder anderweitig körperlich eingeschränkten Athleten über eine Ironmandistanz", kündigt Wellington auf ironman.com an. "Diese Sportler entfachen ein Feuer in mir, sie bedeuten mir sehr viel." Die Mission von Chrissie Wellington ist noch nicht zu Ende - ihre beispiellose Karriere als Triathlonprofi war nur ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu den nächsten Zielen.

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