Damenrennen mit Doppelrekord

Sie hat es schon wieder geschafft. Zum dritten Mal in Folge unterbot die Britin Chrissie Wellington ihre eigene Weltbestzeit. Und auch die Deutsche Julia Wagner legte einen Rekord hin: Die schnellste Rookie-Zeit, die bei den Damen auf der Langstrecke jemals erreicht wurde.

Von > | 11. Juli 2011 | Aus: Szene

Julia Gajer und Chrissie Wellington | Julia Gajer und Chrissie Wellington

Julia Gajer und Chrissie Wellington

Foto > Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Wie spannend kann ein Wettkampf sein, bei dem die Siegerin schon vorher feststeht? Sehr spannend, wie das Rennen der Damen in Roth bewies.

Obwohl es wenig überraschend war, dass Chrissie Wellington zum dritten Mal in Folge den ersten Platz holte, erstaunte sie mit ihrer erneuten Bestzeit sogar sich selbst: „Ich hatte bis zehn Sekunden vor Zieleinlauf keine Ahnung, weil meine Uhr ausgefallen ist. Es ist einfach unglaublich“, freute sie sich nach dem Rennen. Die Britin finishte in einer Fabelzeit von 8:18:13 Stunden – knapp eine Minute schneller als vergangenes Jahr –  und erfüllte sich so selbst ihren Wunsch, die Jubiläums-Challenge zu einem Jubel-Fest zu machen. Dabei schien Wellington vor dem Wettkampf keineswegs überzeugt zu sein von der Möglichkeit eines erneuten Rekords. Vergangene Woche twitterte sie: „Sie haben den Radkurs wegen einer Baustelle um zwei Kilometer verlängert. Das könnte das Rekordebrechen unter Umständen etwas erschweren.“ Rund sechs Minuten länger war die zierliche Britin im Vergleich zu ihrer Radzeit 2010 auf schmalen Reifen unterwegs. Dennoch: Zu diesem Zeitpunkt lagen ihre Verfolgerinnen Rebekah Keat und Belinda Granger schon fast 12 Minuten zurück. Tendenz steigend. Nach dem zweitschnellsten Marathon des Gesamtklassements in 2:44:35 Stunden, klafften 38 Minuten zwischen ihr und der Zweitplatzierten. Die diesmal nicht Rebekah Keat hieß.

Starkes Debüt von Julia Gajer

Die Australierin hielt sich zwar auf dem Rad mit zwölf Minuten Rückstand tapfer auf dem zweiten Platz, den sie in Roth bereits zwei Mal hinter Wellington belegt hatte. Nach der Hälfte Laufstrecke zog jedoch Langdistanz-Debütantin Julia Gajer an ihr vorbei. „Ich habe mich gut gefühlt, es war locker“, resümiert die Freiburgerin ihr Rennen. Tauschte sie auf dem Rad noch minütlich mit Belinda Harper den vierten mit dem fünften Platz und wieder zurück, ließ sie die Neuseeländerin auf der Marathonstrecke schnell hinter sich und überholte nach rund 12 Kilometern auch die Drittplatzierte Belinda Granger. Eine Bestätigung ihrer starken Saisonform: Erst seit 2008 im Triathlon aktiv, holte sich die ehemalige Schwimmerin neben Silber in Kraichgau auch den zweiten Platz in Buschhütten und gewann die Kurzdistanz in Erding. „Das war sicher nicht meine letzte Langstrecke“, ist sich Gajer sicher. Und wir können uns über eine neue Kraft im Damen-Triathlon freuen, von der noch einiges zu erwarten sein dürfte.

10. Challenge Roth

  1. Juli 2011, Roth (Deutschland)

3,8 km Swim 180 km Bike 42,2 km Run Gesamt

1

Chrissie Wellington

GBR

49:49

4:40:39

2:44:35

8:18:13

2

Julia Gajer

GER

51:28

4:54:27

3:07:25

8:56:23

3

Rebekah Keat

AUS

51:27

4:51:05

3:13:51

8:59:22

4

Belinda Harper

NZL

50:00

4:55:48

3:17:43

9:06:47

5

Belinda Granger

AUS

51:34

4:50:38

3:26:57

9:12:56

6

Heike Priess

GER

58:00

5:06:03

3:32:43

9:40:01

7

Alma Sarapuu

EST

57:39

5:09:21

3:30:50

9:41:42

8

Cindy Lewis

CAN

1:00:10

5:09:30

3:32:09

9:45:56

9

Celia Kuch

GER

1:01:38

5:11:08

3:30:10

9:47:13

10

Annett Finger

GER

57:19

5:11:45

3:55:32

9:47:25

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