Daniela Ryf knackt in Bahrain den Jackpot

Daniela Ryf hat es geschafft: Obwohl der Ironman 70.3 Bahrain mit dem Abbruch des Schwimmens begann, behielt die Schweizerin die Nerven und strich eine Million Dollar Prämie im Kampf um die "Triple Crown" ein. Das Männerrennen gewann der Belgier Bart Aernouts.

Von > | 5. Dezember 2015 | Aus: SZENE

Daniela Ryf - Ironman-Weltmeisterin 2015

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Bester Film, beste Regie, beste Hauptdarstellerin und bester Nebendarsteller: Nachdem Clint Eastwoods Spielfilm "Million Dollar Baby" 2004 in die Kinos gekommen war, räumte er bei der Oscar-Verleihung satt ab. Wer in die Fußstapfen dieses Machwerks treten will, muss also einiges vorzuweisen haben: Beeindruckendstes Rennen, beste Planung, stärkste Athletin und cleverster Trainer sind mögliche Triathlon-Äquivalente zu den vier genannten ausgezeichneten Oscar-Kategorien. Daniela Ryf und ihr Team haben in dieser Saison in allen Kategorien abgeräumt - und krönten sie an diesem Samstag somit zu einer millionenschweren Triathletin: Denn wer alle drei gewerteten Rennen der "Triple Crown" gewinnt, verkündeten die Scheichs zu Saisonbeginn, wird mit einer Million Dollar belohnt.

Ryf problemlos, Lundström profitiert

Dabei hatten starke Winde die Veranstalter kurzfristig dazu veranlasst, das finale Rennen in Bahrain sofort mit dem Radfahren zu beginnen und die Auftaktdisziplin ersatzlos zu streichen. Selbst das konnte Ryf, kurz vor dem Start ihres letzten Saisonrennens und des finanziell vermutlich wichtigsten Auftritts ihrer Karriere, aber nicht aus der Ruhe bringen: Ihre Hauptkonkurrentinnen, Jodie Swallow (GBR) und Caroline Steffen (SUI) sind ohnehin ähnlich starke Schwimmerinnen wie Ryf - und diese beiden sollten es auch sein, die sich im weiteren Rennverlauf als hartnäckigste Konkurrentinnen der Schweizerin herauskristallisierten. Lediglich die Hawaii-Elfte Asa Lundström (SWE), die auf Big Island fast 10 Minuten nach Ryf auf das Rad gestiegen war, profitierte von der Schwimmabsage und fand sich ungewohnt weit vorne wieder: Bereits nach 15 Kilometern, als Ryf sich auch von ihren letzten Begleiterinnen zu lösen begann, war Lundström in der Verfolgung mit Steffen und Swallow an ihrer Seite allein auf weiter Flur.

Nach etwas mehr als der Hälfte des Rennens wurde die Schwedin sogar noch mutiger: Während Ryf bereits um eine Minute enteilt war, setzte sich Lundström nun auch selbst langsam von Steffen und Swallow ab. Mit rund 1:40 Minute Rückstand auf Ryf und 50 Sekunden Vorsprung auf ihre beiden Verfolgerinnen startete Lundström so als Zweite auf die abschließenden 21 Kilometer. Und diesen Silberrang verteidigte sie lange - erst auf der zweiten Hälfte des Laufs konnte Caroline Steffen die Schwedin doch noch überholen und sicherte sich Silber. An Ryf kam aber keine mehr heran: Mit der schnellsten Laufzeit präsentierte sie sich auch in der zweiten Disziplin des Tages konkurrenzlos und gewann das Rennen mit riesigem Vorsprung vor ihrer Landsfrau Steffen - und somit auch die ausgelobten eine Millionen Dollar Prämie für die "Triple Crown", nachdem Ryf zuvor bereits die gewerteten Wettkämpfe in Zell am See und Dubai für sich entschieden hatte.

Ironman 70.3 Bahrain | Frauen

  1. Dezember 2015, Manama (BAH)

Name

Nation

Gesamt

90 km Bike

21 km Run

1

Daniela Ryf

SUI

3:28:20

2:07:28

1:18:48

2

Caroline Steffen

SUI

3:37:45

2:12:54

1:22:54

3

Asa Lundström

SWE

3:39:35

2:09:28

1:28:06

4

Jodie Swallow

GBR

3:49:08

2:12:55

1:34:17

5

Caroline Livesey

GBR

3:57:14

2:22:06

1:32:52

Swipe me

Aernouts macht es von vorn

Ein Start-Ziel-Sieg gelang im Rennen der Männer auch dem Belgier Bart Aernouts, einem Profiteur der Schwimmabsage: Ähnlich wie Ryf im Frauenrennen konnte er sich auf dem Rad zur Halbzeit ein Polster von knapp einer Minute auf die stärksten Verfolger erarbeiten - und baute das bis zum "zweiten" Wechsel gar bis auf über zwei Minuten aus. Auf der Laufstrecke war der Schweizer Ruedi Wild im Anschluss zwar noch schneller unterwegs als der laufstarke Belgier, überquerte die Ziellinie auch als Erster - gewann aber dennoch nicht. Weil Aernouts etwas später auf die Radstrecke gestartet war und seine Nettozeit schneller war als die von Wild, gingen der Sieg und die 20.000 Dollar Siegprämie im letzten Saisonrennen nach Belgien. Den dritten Rang hinter Aernouts und Wild sicherte sich der Südafrikaner James Cunnama. Christian Hoerper wurde als bester Deutscher Siebter, Patrick Dierksmeier erreichet den elften Rang.

Ironman 70.3 Bahrain | Männer

  1. Dezember 2015, Manama (BAH)

Name

Nation

Gesamt

90 km Bike

21 km Run

1

Bart Aernouts

BEL

3:11:15

1:55:14

1:14:00

2

Ruedi Wild

SUI

3:12:26

1:58:21

1:12:02

3

James Cunnama

RSA

3:13:54

1:58:07

1:14:01

4

David Plese

SVN

3:15:24

1:57:57

1:15:26

5

Brent McMahon

CAN

3:15:38

1:57:30

1:16:15

6

Antony Costes

FRA

3:15:52

1:58:00

1:16:04

7

Christian Hoerper

GER

3:17:47

1:59:49

1:15:58

8

Albert Molins

ESP

3:18:36

2:01:55

1:14:42

9

Bertrand Billard

FRA

3:18:41

1:59:24

1:17:08

10

Domenico Passuello

ITA

3:19:10

1:58:22

1:18:28

Swipe me