Das perfekte Schwarze

Mit dem Neoprenanzug ist es so ein bisschen wie mit dem schicken, schwarzen Kleidchen für die Dame von Welt. Er soll natürlich unwiderstehlich aussehen, er soll den in stundenlanger Arbeit gestählten Körper ins rechte Licht rücken und on Top noch angenehm wie eine zweite Haut zu tragen sein.

Von > | 28. März 2014 | Aus: SZENE

Reneé Domke | René Domke shoppt Neopren.

René Domke shoppt Neopren.

Foto >Sarah Mikeleitis

Ach ja, und bestenfalls beim an- und ausziehen keine Schweißausbrüche hervorrufen. Sind diese Attribute vollends erfüllt, wird das Portemonnaie schlagartig mit einem breiten Grinsen so weit geöffnet, dass selbst ein Krokodil neidisch wird.

Ein Abbild dieser Szenerie spielte sich beim Neoprenanzug-Testschwimmen am Wochenende ab. Mein erstes Mal. Und das bleibt einem ja bekanntlich am besten in Erinnerung. Also, rein in die Schwimmhalle. Mitsamt einer Horde bepackter Triathleten auf der Suche nach dem passenden Schwarzen. Aufgereiht und aufgehängt in Reihe und Glied tummeln sich die Interessenten um die Anzüge. Was folgte war häufig zunächst der Kampf, ein möglichst enges Teil erstmal überzustreifen, bevor es zum Plantschen geht. Vorermüdung vor dem eigentlichen Test sozusagen. Deswegen schon mal ein Tipp vom Neuling: Legt Euch auf drei Anzüge fest, die Eurem Budget entsprechen. Sonst gibt's schon ordentlich Laktat vor dem Schwimmen.

Gefühl vs. Stoppuhr

Einmal im Wasser angekommen wird man belohnt. "Mann, ist das einfach. WOW!" höre ich von der Nebenbahn. Ist tatsächlich so. Ich schwimme mit jedem Anzug die gleiche Strecke, damit sich ja auch keiner benachteiligt fühlt. Vergleiche! Welcher fühlt sich gut an? Nehme grob Zeiten von der Uhr an der Wand. Andere sind da professioneller aufgestellt und haben Partner dabei, die mit der Stoppuhr um den Hals und dem Block in der Hand à la Nationaltrainer alle Zeiten penibel genau aufschreiben. Kurze Zeit fühle ich mich schlecht vorbereitet, aber nur bis mich das Gefühl ereilt, gerade den richtigen Anzug für meinen Schwimmstil gefunden zu haben. Mein erster Gedanke: "Endlich, ich muss keinen weiteren mehr anprobieren." 

Got it! 

Nach gut einer Stunde ist die etwas andere Shopping-Tour beendet. Ich fühle mich weiblich. So ist es also, "das perfekte Schwarze" zu finden. Figurbetont, good-looking und gemütlich wie eine zweite Haut.

René Domke Neo | René Domke will nicht mehr raus aus dem perfekten Schwarzen!

René Domke will nicht mehr raus aus dem perfekten Schwarzen!

Foto >Sarah Mikeleitis

Was folgt ist ein kleiner Spaziergang an der Isar entlang. Im neuen Neoprenanzug versteht sich.

Blöde Blicke? Mir egal! Ich hab's - das perfekte Schwarze!