Das war der Freitag in Kailua-Kona

Jeden Morgen, wenn der Tag bei uns auf Hawaii zu Ende geht, versorgen wir Sie hier mit einem Nachrichtenüberblick aus Kailua-Kona: Was war los auf Big Island, wer hat mit wem trainiert? Und ist es nicht irgendwie heißer als sonst?

Von > | 4. Oktober 2014 | Aus: SZENE

Kealakekua-Bay, Hawaii | Delfine in der Bucht von Kealakekua, Hawaii

Delfine in der Bucht von Kealakekua, Hawaii

Foto >Sina Horsthemke / spomedis

Während Sie in Deutschland vielleicht gerade mit einem langen Frühstück ins Wochenende starten, ist es auf Big Island längst dunkel. Hier sind unsere News vom Freitag – acht Tage vor dem Rennen.

+++ Frühschwimmer +++

Zusammen wateten heute Morgen um viertel nach sieben Sebastian Kienle, Caroline Steffen, Craig Alexander und Terenzo Bozzone am Dig-me-Beach ins Meer – ein morgendliches Schwimmtraining macht in der Gruppe eben mehr Spaß. Begleitet wurde das Quartett von Kienle-Coach Lubos Bilek, der sich auf dem Stand-up-Paddle-Board einen Sonnenbrand holte. Etwas Rückstand beim Schwimmen hatteBoris Stein: Als er die Schwimmbrille aufsetzte, hatten Kienle und Co schon ein paar Bojen hinter sich gelassen. Für Stein war das die erste Schwimmeinheit in der Bucht von Kailua-Kona – wie es ihm dabei ergangen ist, hat er uns später im Interview erzählt.Hier geht's zum Film.

Boris Stein

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Zahlen und Fakten

2.000 Teilnehmer starten beim Ironman Hawaii 2014

72 Prozent davon sind Männer.

625 Frauen sind gemeldet – so viele wie noch nie in der Geschichte des Ironman Hawaii.

777 Teilnehmer starten für die USA, die meisten davon kommen aus Kalifornien.

61 Hawaiianer sind beim diesjährigen Ironman Hawaii am Start.

150 Teilnehmer starten für Deutschland, das damit die drittstärkste Nation nach den USA und Australien ist.

92 Profis werden ins Rennen gehen – das entspricht vier Prozent des gesamten Feldes.

43,5 Jahre alt ist der durchschnittliche Agegroup-Athlet.

33,7 Jahre alt sind die Profis im Durchschnitt.

5.000 Helfer sorgen dafür, dass am Renntag alles glatt läuft.

+++ Melissa Hauschildt nicht am Start +++

Gerüchten zufolge wird Melissa Hauschildt nicht an den Start gehen können. Die Langdistanz-Weltmeisterin aus Australien soll sich den Brustmuskel gerissen haben, eine Verletzung, die angeblich vor ein paar Wochen durch eine physiotherapeutische Behandlung entstanden ist. Hauschildt, die in diesem Jahr bereits den Ironman Australia und den Abu Dhabi International Triathlon gewonnen hat, galt als eine der Favoritinnen im Frauenrennen.

+++ Auf den Spuren Captain Cooks +++

Das Captain Cook Monument in der Kealakekua-Bay ist eine Sehenswürdigkeit Big Islands. Hinfahren? Langweilig! Die Gäste von Hannes Hawaii Tours schwammen heute zum Denkmal des britischen Seefahrers – direkt nach einer 70 Kilometer langen Radausfahrt über die wellige Kona Coffee Road zur Bucht. Der Lohn für den schweißtreibenden Ausflug: Delfine, die die Schwimmer auf dem Rückweg quer durch die Bucht begleiteten (großes Foto oben). Captain James Cook starb 1779 in der Bucht von Kealakekua, als es zu einem Kampf zwischen Einheimischen und Cooks Mannschaft kam. Einige Erzählungen behaupten, dass Cook von den Hawaiianern zunächst für den zurückgekehrten Gott Lono gehalten wurde. Als Marineinfanteristen  jedoch einen Matrosen an einem Platz beerdigten, der Häuptlingen vorbehalten war, reagierten die Bewohner Big Islands alles andere als friedlich.

+++ Heiß, heißer, Hawaii +++

Heiß ist es auf Hawaii eigentlich immer. Aber so heiß? Das kommt selbst manchen Profis seltsam vor. „Ich schalte sonst nie die Klimaanlage an“, erzählt Yvonne van Vlerken, „aber nachts halte ich es anders einfach nicht aus“. 90 Grad Fahrenheit zeigte das Thermometer schon heute Morgen. Macht umgerechnet 32 Grad Celsius – im Schatten!

+++ Dschungelcamp +++

Sebastian Kienle | Sebastian Kienle im Biestmilch-Haus am Mamalahoa-Highway, Hawaii

Sebastian Kienle im Biestmilch-Haus am Mamalahoa-Highway, Hawaii

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Dichter Dschungel zu beiden Seiten, das Meer mehrere Hundert Meter unter uns – wir dachten, wir hätten uns verfahren. Als unser  Van dann an einem besonders steilen Abschnitt des schmalen Wegs beinahe zum Stehen kam, waren wir uns sicher: Das kann hier nicht richtig sein. Dann plötzlich vor uns ein Tor – das Tor zu einem ganz besonderen Grundstück. Hoch oben im Dschungel, am Mamalahoa-Highway oberhalb von Kailua-Kona, hat Susann Kräftner von Biestmilch für „ihre“ Athleten ein Haus gemietet. Ein gemütliches Ferienhaus im dichten Grün, statt Meeresrauschen und Highway-Verkehr hört man Vögel zwitschern und Mücken sirren. Von der Veranda aus blickt man aufs Meer, gemütliche Möbel laden zum Chillen ein. Und wer chillt hier, in der Biestmilch-Zentrale, die zugleich Sportlertreffpunkt ist? Sebastian Kienle und sein Trainer Lubos Bilek zum Beispiel. Yvonne van Vlerken auch – zusammen mit ihrem Freund Per Bittner und ihrer Trainerin Siri Lindley. In der Küche treffen wir außerdem Rebekah Keat und Rachel Joyce, die sich am Abendbrottisch bedienen. Mehr über das Biestmilch-Dschungelcamp finden Sie in den nächsten Tagen hier!

Susann Kräftner | Susann Kräftner im Biestmilch-Haus am Mamalahoa-Highway, Hawaii

Susann Kräftner im Biestmilch-Haus am Mamalahoa-Highway, Hawaii

Foto >Frank Wechsel / spomedis