Road to Kona Die Jäger und Sammler des Wochenendes

Langstrecke | 21. Juni 2013
In fünf Wochen verschickt die World Triathlon Corporation die ersten Einladungen zur Ironman World Championship auf Hawaii. Für einige geht es bei den Rennen am Wochenende schon um alles. In Coeur d'Alene, Syracuse und Mont Tremblant werden wertvolle Punkte verteilt, auf die es vor allem Profis aus Nordamerika abgesehen haben. In Erding bei München holen sich zwei deutsche Profis den Feinschliff für ihre Saisonhighlights.
Gleich 2.000 Punkte verdienen die Sieger des Ironman Coeur d'Alene im US-Bundesstaat Idaho. Besonders scharf darauf dürften TJ Tollakson (USA) und die Australier Paul Matthews und Chris Legh sein. Das Trio liegt im Kona Pro Ranking auf den Plätzen 34, 35 und 37 und damit am Ende der begehrten Ränge, die am 12. Oktober zum Start beim Ironman Hawaii berechtigen. Sollte einer der drei das Rennen am Coeur d'Alene Lake gewinnen, wäre er sicher in Kona dabei. Ein Top5-Ergebnis reicht dagegen Balasz Csoke. Der Ungarn liegt vor diesem Wochenende mit 3.620 Zählern auf Platz 19 und wäre mit einem soliden Rennen qualifiziert. Nur um die Lorbeeren des Sieges geht es für den Ukrainer Viktor Zyemtsev, der als Titelverteidiger und Rekordsieger (2005, 2007, 2012) an den Start geht. Auch Aussie Chris McDonald hat nur noch theoretische Chancen auf einen der 50 Profi-Startplätze für's große Saisonfinale. Fleißig Punkte gesammelt haben in dieser Saison auch Caitlin Snow (USA) und die Kanadierin Heather Wurtele - zurzeit Führende im 70.3 Pro Ranking. Beide dürften mit einem Top5-Platz in Coeur d'Alene sicher für Hawaii qualifiziert sein. Bree Wee (USA) muss als aktuell 45. des Frauen-Rankings dagegen noch etwas nachlegen, um ein weiteres Mal in ihrer hawaiianischen Heimat starten zu dürfen.
Keine Ambitionen auf die Ironman World Championships haben die Favoriten des Ironman 70.3 Syracuse. Im Duell zwischen den Australiern Paul Ambrose und Joe Gambles geht es mehr um den Prestigesieg gegen den Landsmann als um die 500 mageren Punkte für's Kona Pro Ranking. Ein spannendes Duell bahnt sich bei den Frauen an. Auch hier geht es aber nicht um Tickets nach Hawaii. Doch die amtierende Kurzdistanz-Weltmeisterin und Olympiazweite von London, Lisa Nordén (SWE), die im US-Bundesstaat New York ihr 70.3-Debüt gibt, trifft auf Angela Naeth aus Kanada, auf dieser Distanz eine der konstantesten und erfolgreichsten Athletinnen der letzten drei Jahre.

WM-Generalprobe in Mont Tremblant

Nur 500 Punkte gibt es auch beim Ironman 70.3 Mont Tremblant. Vermutlich sind Terenzo Bozzone (NZL), der französische Titelverteidiger Romain Guillaume und die Kanadier Trevor Wurtele und Brent McMahon aber auch nur in dem Ski Resort im Südosten Kanadas dabei, weil genau auf diesem Kurs im kommenden Jahr die Ironman-70.3-Weltmeisterschaften stattfinden. Etwas bessere Streckenkenntnis kann da sicher nicht schaden. Während bei den Männern eher weniger auf einem Heimsieg hindeutet, dürfte es die US-Amerikanerin Heather Jackson bei den Frauen schwer haben, eben diesen zu verhindern. Die derzeit Fünfte des 70.3-Rankings trifft am Sonntag auf Sara Gross, Magali Tisseyre und Ex-Xterra-Weltmeisterin Melanie McQuaid (alle CAN).

Edmonton meldet sich zurück

Ebenfalls in Kananda geht es am Wochenende schon um Punkte und damit gute Ausgangspositionen in den Rankings der International Triathlon Union, die auch für die Vergabe der Olympiastartplätze in Rio 2016 maßgeblich. Nach vielen Jahren kehrt der Tross der Kurzdistanzathleten nach Edmonton zurück. Und damit dorthin, wo 2014 das Grand Final der World Triathlon Series stattfinden wird. Beim eher dürftig besetzten vierten von acht ITU-Weltcups gehen die Australierin Erin Densham, Flora Duffy (Bermudas) und Claudia Rivas (MEX) bei den Frauen sowie Kyle Jones (CAN), der schwimmstarke Slowake Richard Varga und Peter Kerr (AUS) im Rennen der Männer als heißeste Anwärter auf den Sieg an den Start.

O'zapf is in Erding

Vor den Toren Münchens steigt am Sonntag zudem der 20. Erdinger Stadttriathlon, seit vielen Jahren nicht nur bei Amateurathleten aus dem Süden eins der beliebtesten City-Events in Deutschland. Auch dieses Mal haben die Veranstalter von Trisport Erding zumindest drei Athleten des vom lokalen Bierbrauer gesponserten Profiteams an den Start locken können. Für Sonja Tajsich dürfte der Abstecher in die altbayrische Herzogstadt der letzte harte Wettkampftest vor der Challenge sein. Dass ihre Formkurve in die richtige Richtung zeigt, demonstrierte die Regensburgerin erst am vergangenen Wochenende bei ihrem überlegenen Sieg in Ingolstadt. Ebenfalls im himmelblauen Erdinger-Dress stürzen sich Michael Göhner und Altmeister Lothar Leder in die Fluten des Kronthaler Weihers. Auch für Göhner, der sein "Heimrennen" schon fünfmal gewonnen hat, wird es auf der etwas verlängerten olympischen Distanz nur noch um den letzten Feinschliff für den Ironman Germany in gut zwei Wochen gehen. Gelingt dem Reutlinger dort ein gutes Rennen könnte es vielleicht doch noch mit der Qualifikation für die Ironman-WM klappen.